Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 24.07.2019

Ich will auf den HERRN schauen und harren auf den Gott meines Heils; mein Gott wird mich erhören.
Micha 7,7

Hoffnung lässt nicht zuschanden werden.
Römer 5,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Hoffnung, die sich erfüllt

Der Prophet Micha, von dem das heutige Losungswort stammt, hat in diesem Kapitel seinem Herzen einmal Luft gemacht. Am Anfang beklagt er, im Grunde ganz allein mit seinem Festhalten an Gott zu sein. Alle um ihn herum suchen nur das Ihre. So lesen wir z.B.: „Ihr Tun ist durch und durch böse: Wenn ein Fürst etwas haben will, besticht er den Richter, der dann zu seinen Gunsten richtet. Und wenn der Mächtige nach etwas giert, sind die Richter bereit, das Recht zu verdrehen.“ (Mich. 7,3) Das alles gibt es auch heutzutage. Nehmen wir beispielsweise die Situation verfolgter und diskriminierter Christen in Indien. Auf der einen Seite schickt dieses Land eine Rakete zum Mond, doch auf der anderen Seite erleben Christen viel Ungerechtigkeit bis hin zur Bedrohung ihres Lebens durch fanatische Hindus.

Interessanterweise beklagte der Prophet Micha aber nicht nur die Zustände in seinem Land. Er fand auch zu einer Antwort: „Ich will auf den HERRN schauen und harren auf den Gott meines Heils.“ Er suchte also die Lösung nicht bei Menschen, sondern bei Gott. Dabei gebraucht er das Wort „harren“, ein Wort, das wir selten benutzen - höchsten in dem Verb „ausharren“. Harren beschreibt ein aktives Warten. Das heißt, Micha stellte sich darauf ein, dass sich die Erhörung seiner Gebete verzögern könnte. Dennoch war er davon überzeugt, am Ende erhört zu werden.

Wovon sind wir überzeugt? Geben wir die Hoffnung auf, wenn eine Zeit lang nichts passiert? Im Lehrtext lesen wir ein Wort des Apostels Paulus. Zuvor sagte er etwas Erstaunliches in Bezug auf Bedrängnis: „Wir freuen uns auch dann, wenn uns Sorgen und Probleme bedrängen, denn wir wissen, dass wir dadurch lernen, geduldig zu werden.“ (Röm. 5,3) Auch er redet von einem aktiven Warten auf Gottes Hilfe. Und davon, dass wir, während wir warten, geistlich und charakterlich wachsen. Doch am Ende wird sich unsere Hoffnung erfüllen. Davon waren sowohl Micha wie auch Paulus überzeugt. Sind wir es auch?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 23.07.2019

Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir. Herr, höre meine Stimme!
Psalm 130,1-2

Jesus sprach zu den Jüngern: Seid getrost, ich bin‘s; fürchtet euch nicht!
Matthäus 14,27

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Fürchtet euch nicht

Das heutige Losungswort ist Teil eines Wallfahrtsliedes. Es wurde gesungen, während man zum Tempel in Jerusalem pilgerte, um dort zu opfern und die Nähe Gottes zu suchen. Solch ein Wallfahrtslied wird auch „Stufenlied“ genannt, was darauf hindeutet, dass man aufwärts Richtung Jerusalem zog. Im Losungswort entsprach diese räumliche Situation (der Pilger unten, der Tempel Gottes oben) dem Seelenzustand des Psalmisten. Er empfand sich in seiner Not in der Tiefe und rief von dort aus zu Gott in der Höhe. Würde Gott in die Tiefe des Rufenden hinabsteigen oder muss der Rufende weiterlaufen, bis er die Höhe Gottes erreicht hat?

Seit Jesus Christus auf diese Erde kam, wissen wir: Gott ist in die tiefsten Tiefen unseres Seins hinabgestiegen. Wir müssen nicht erst den Himmel erklimmen, um Hilfe zu erfahren. Gott begegnet uns in Christus dort, wo wir uns gerade befinden. Selbst, wenn wir uns von allen verlassen fühlen, uns schämen oder innerlich verschlossen sind. Jesus ist da, um zu helfen, zu heilen und zu vergeben.

Im Umfeld des Lehrtextes wird eine Situation beschrieben, die uns dieses Handeln Gottes deutlich macht. Die Jünger Jesu gerieten in einem Sturm in Seenot. Doch Jesus kam ihnen zu Hilfe. Er ging auf dem Wasser. Das sind nun gleich zwei Wunder. Einmal, dass Jesus überhaupt zu Hilfe kommt und dann auf eine Art und Weise, die eigentlich völlig unmöglich ist. Das Erste, was Jesus dann tat, war allerdings nicht, dass er den Sturm stillte, sondern dass er zu seinen Jüngern redete: „Seid getrost, ich bin‘s; fürchtet euch nicht!“

Ich glaube, dass wir auch heute Jesus Christus so erleben können. Manchmal fixieren wir uns in einer Notsituation nur noch darauf, dass sie endlich verschwindet. Doch wichtiger ist, wie ich meine, auf diese leise Stimme zu achten: „Sei getrost, ich bin‘s!“ Wenn Jesus da ist, dann haben wir Frieden. Er kann den Sturm stillen oder uns im Sturm bewahren. Deshalb müssen wir uns nicht mehr fürchten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 22.07.2019

Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er verlässt sich auf dich.
Jesaja 26,3

Wir begehren, dass jeder von euch denselben Eifer beweise, die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende.
Hebräer 6,11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Hoffnung nicht verlieren

Im heutigen Losungswort ist von einem festen Herzen die Rede. Damit ist gewiss nicht Sturheit oder eine Art Tunnelblick gemeint. Ein festes Herz nimmt sehr wohl die verschiedenen Strömungen, Herausforderungen und Verlockungen seiner Umwelt wahr. Doch es entscheidet sich immer wieder dafür, sich auf Gott zu verlassen. Es ist also nicht passiv, sondern eher wie ein hellwacher Wächter, der das Gute durchlässt und das Zerstörende zurückweist.

Das alles bewahrt uns den Frieden, denn auf solch einen Menschen ist Verlass. Er lässt sich nicht einfach vom Weg abbringen, es sei denn, dass jemand Hilfe braucht. Der barmherzige Samariter ist ein Beispiel dafür. Ein festes Herz weiß, wann es Zeit ist, Pläne zu ändern.

Im Lehrtext werden wir ebenfalls aufgefordert, nicht passiv zu sein. Christen, die erhoffen, dass Gott ihnen alles auf einem silbernen Tablett serviert, sind wie ein Garten, der nicht gepflegt wird. In Kürze ist er verwahrlost und voll von Unkraut. Das gilt, wie ich meine, auch im Geistlichen. Es erfordert heute unseren Eifer, die Hoffnung für morgen nicht zu verlieren. „Alles Gnade“, sagen einige. Davon bin ich auch überzeugt. Doch Gnade darf nicht ein Vorwand für Bequemlichkeit werden.

Wie kann das aussehen? Nun, vermutlich sind viele von uns schon einmal von Menschen enttäuscht worden, auch von Christen. Sollen wir jetzt allen Menschen gegenüber argwöhnisch sein, den Kontakt zu Glaubensgeschwistern meiden oder ihnen gegenüber gar zynisch werden? Vielleicht sind wir sogar enttäuscht von Gott - Gebete wurden nicht erhört, in großer Not fühlten wir uns im Stich gelassen, unsere Hoffnung war zerstört. Wäre es nicht besser, den Glauben und die Hoffnung aufzugeben? Genau hier spielen sich unsere Kämpfe ab. Es erfordert Eifer, an der Hoffnung festzuhalten, den Argwohn abzulegen, die Gemeinschaft mit Christen zu pflegen und Gott auch dann zu vertrauen, wenn wir ihn nicht mehr verstehen.

Diesen Eifer wünsche ich uns,
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 21.07.2019

So spricht der HERR: Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer.
Hosea 6,6

Nun bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
1. Korinther 13,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Lust an der Liebe

Was wir in den heutigen Bibelversen lesen, offenbart ein Stück von Gottes Herz. Laut Losungsvers erreicht man sein Wohlgefallen nicht durch Opfer. Er hat „Lust an der Liebe“. Echte Liebe ist meiner Meinung nach davon gekennzeichnet, dass man den anderen um seiner selbst willen sucht, und zwar so, wie er ist. Im Gegensatz dazu steht die bedingte Liebe mit Forderungen, die nur dann gibt, wenn man das erhält, was man vom anderen haben möchte. So versuchten die Israeliten Gottes Segen durch einen Handel mit ihm zu bekommen: „Wir geben dir Opfer, Herr, und du gibst uns Segen.“

Gott wollte jedoch keine Opfer, sondern ihre Liebe. Die verschenkten die Israeliten leider auch an andere Götter.(1) Ihre Liebe zu Gott war „wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der frühmorgens vergeht.“ (aus Hos. 6,4) Bei ihnen hatte „Lust an der Liebe“ nicht so sehr mit ihrem Gegenüber, sondern mit ihren eigenen Bedürfnissen zu tun. Das Fatale dabei war, dass es ihnen immer schlechter ging. Je mehr sie das Ihre suchten, desto weniger fanden sie es. Doch Gott ließ nicht ab, sie aus Liebe immer wieder zu sich zu rufen.

Ich meine, das hat auch uns etwas zu sagen. Auch wir stehen manchmal in Gefahr, unsere persönliche Liebe zu Gott anderen Dingen unterzuordnen. Im Vorfeld des Lehrtextes spannt der Apostel Paulus den Bogen von geistlichen Gaben bis zu Barmherzigkeitsdiensten, wobei er sagt, dass all das ohne Liebe keinen Wert hat.(2) Und dann folgt das, was auch „das Hohelied der Liebe“ genannt wird, in dem eine Liebe beschrieben wird, die weit über jede Romantik hinausgeht. Sie zeugt von vollkommener Hingabe, ohne jede Angst. Wer möchte nicht solch eine Liebe empfangen?

Das Großartige ist, dass sie in Jesus Christus jedem offensteht. Er sucht Menschen, die diese Liebe empfangen und weitergeben wollen - auch heute. Glaube und Hoffnung werden sie dabei begleiten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hos. 6,10 (2) 1.Kor. 13,1-4

Gedanken zur Losung für Samstag, den 20.07.2019

Das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein, wie Wasser das Meer bedeckt.
Jesaja 11,9

Es hat Gott gefallen, alle Fülle in Christus wohnen zu lassen und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz.
Kolosser 1,19-20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Fülle

Das heutige Losungswort ist Teil einer Ankündigung, die sich auf den Messias, Jesus Christus, bezieht. Er wird in dieser Ankündigung als der Richter der Herzen beschrieben. Durch ihn wird die gesamte Schöpfung Frieden finden. Das Besondere an diesem Frieden ist seine Quelle. Sie ist weder Angst vor Krieg noch eine Verordnung von oben. Die Quelle des Friedens ist die „Erkenntnis des HERRN“. Ich verstehe das so, dass eine große Zahl von Menschen die Bedeutung von Gottes Wort für ihr Leben entdecken wird. Das wird sie von innen her verändern. So beschreibt es ebenfalls der gesamte Losungsvers: „Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein, wie Wasser das Meer bedeckt.“ (Jes. 11,9)

Der Lehrtext macht deutlich, wo diese Fülle der Erkenntnis eigentlich herkommt. Sie kommt von Jesus Christus. Wenn wir ihm vertrauen, vertrauen wir auch dem Wort Gottes. Und genau durch dieses Vertrauen bekommen wir Anteil an der Fülle, die in Christus wohnt.

Was bedeutet das für uns heute? Ich denke, zunächst einmal das, was im Lehrtext beschrieben wird: Versöhnung und Frieden. Diese beiden haben große Auswirkung auf unser Leben. Sind wir nämlich mit Gott versöhnt, können wir ihn um alles bitten. David sagte einmal: „Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.“ (Ps. 37,4) Wenn wir mit Gott versöhnt sind, müssen wir weder betteln noch ängstlich um etwas bitten. Im Lehrtext heißt es: „Es hat Gott gefallen …“ Gott gefällt es also, wenn wir seine Fülle in Anspruch nehmen. Probieren wir es doch aus!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 19.07.2019

Mein Leben ist immer in Gefahr; aber dein Gesetz vergesse ich nicht.
Psalm 119,109

Paulus schreibt: Ihr seid unserem Beispiel gefolgt und dem des Herrn, da ihr in großer Bedrängnis das Wort angenommen habt mit einer Freude, die aus dem heiligen Geist kommt.
1. Thessalonicher 1,6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Wort über allem

Das heutige Losungswort macht deutlich, wie wertvoll dem Psalmisten Gottes Wort war. Obwohl sein Leben in Gefahr geriet, wollte er nicht davon ablassen, es zu befolgen. Das war das Wichtigste in seinem Leben.

Was ist den Menschen heute wichtig? Laut einer SPIEGEL-online-Umfrage wünschen sich die Deutschen vor allem: Gesundheit (56%), Finanzen (38,8%), Familie (30,8%), Eigentum (30,4%), Reisen (23,4%), Arbeit/Ausbildung (17,2%), Weltfrieden/bessere Politik (9,4%). Gewöhnlich ist es so, dass man für etwas, das einem sehr wichtig ist, bereit ist, Nachteile auf sich zu nehmen. So lassen wir z.B. eine schmerzhafte Behandlung zu, wenn sie uns danach Gesundheit verspricht. Die Frage ist: Wie wichtig ist uns das Wort Gottes?

Wären wir bereit, auf Dinge zu verzichten, wenn sie in Konflikt mit dem Wort Gottes gerieten? Dabei denke ich nicht an Menschen, die Bibelworte rechthaberisch wie eine Waffe vor sich hertragen. Sie erleben zwar Nachteile, doch nicht um Jesu willen, sondern um ihrer selbst willen. Ich meine auch nicht Christen, die aus Angst, von Gott verworfen zu werden, in eine Gesetzlichkeit zurückfallen. Vielmehr geht es um das, was wir im Lehrtext lesen. Dort heißt es, dass die Gläubigen trotz großer Bedrängnis das Wort Gottes mit Freude angenommen haben. Weder Angst noch Rechthaberei schenken uns solch eine tiefe Freude, die, wie wir lesen, aus dem Heiligen Geist kommt.

Ich glaube, das Wort Gottes ist viel mehr als eine Liste von Vorschriften. Der Apostel Paulus formulierte es einmal so: „Das Evangelium ist die Kraft Gottes, die jedem, der glaubt, Rettung bringt.“ (Röm. 1,16b) In diesem Wort finden wir ewiges Leben. Ja, es ist das Leben selbst und wird sichtbar in der Person Jesu Christi. Deshalb möchte uns, wie ich meine, die heutige Losung ermutigen, Gottes Wort über alles andere zu stellen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 18.07.2019

Der HERR ist geduldig und von großer Kraft, doch ungestraft lässt er niemanden.
Nahum 1,3

Erachtet die Geduld unseres Herrn für eure Rettung.
2. Petrus 3,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes große Geduld

Die heutige Losung möchte ich aus der Sicht des Lehrtextes betrachten. Im dritten Kapitel seines zweiten Briefes umreißt der Apostel Petrus die Geschehnisse um die Wiederkunft Christi. Menschen werden nicht mehr darauf warten, und zwar mit der Begründung: „Es war schon immer so und es bleibt auch so!“ Dass Gott schon einmal ein großes Gericht über die Menschheit kommen ließ, nämlich die Sintflut, wird verdrängt bzw. nicht ernst genommen.(1)

Sieht man sich heutzutage um, trifft das in vollem Maße zu. Und nimmt man das ernst, was der Apostel schreibt, kann man davon ausgehen, dass Christi Wiederkunft bevorsteht. Wie das aussehen wird, beschreibt Petrus folgendermaßen: „Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden.“ (2.Petr. 3,10)

Dieses Ereignis wird an niemandem vorübergehen. Alle Naturgewalten, die wir bisher kennen, werden dagegen wie nichts erscheinen. Dennoch schreibt Petrus, als ob das etwas Ersehntes wäre. Denn genau das ist es für diejenigen, die auf Christus warten. Sie vertrauen darauf, dass Gott danach das Vollkommene errichten wird.(2) An sie schreibt Petrus: „Darum, meine Lieben, während ihr darauf wartet, seid bemüht, dass ihr vor ihm unbefleckt und untadelig im Frieden befunden werdet.“ (2.Petr. 3,14) Dann folgt der Hinweis auf Gottes Geduld, wie wir im Lehrtext lesen.

Verbinden wir diese Aussagen einmal mit dem, was wir im Losungsvers lesen. Auch da ist ja von Gottes großer Geduld die Rede, aber auch davon, dass er niemanden ungestraft lässt. Wieder ein Hinweis darauf, dass Gott Gericht halten wird. Es gibt nur einen Grund, warum es noch nicht geschieht: damit wir uns vorbereiten können. Wie? Indem wir uns im Vorwege durch Jesus Christus retten lassen und dann in seiner „Gnade und Erkenntnis“ wachsen. (aus 2.Petr. 3,18)

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 2.Petr. 3,3-6 (2) 2.Petr. 3,13

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 17.07.2019

Der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut.
Daniel 9,14

Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis.
Jakobus 1,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Gerechtigkeit

Zum heutigen Losungswort ist es gut, den gesamten Vers und dessen Hintergrund zu betrachten. Er lautet: „Darum ist der HERR auch bedacht gewesen auf dies Unglück und hat's über uns kommen lassen. Denn der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut; aber wir gehorchten seiner Stimme nicht.“ (Dan. 9,14)

Gottes Gerechtigkeit wird also daran festgemacht, dass er über Israel die Verschleppung nach Babylonien hatte kommen lassen. Dieses Wort wurde von Daniel ausgesprochen, der selber ein Israelit war. Im Grunde ist das ganze neunte Kapitel ein Gebet, in dem es um die Frage ging, wann Gott seinem Volk wieder vergeben will. Deshalb bekannte Daniel seine und die Schuld seines Volkes, denn sie hatten nicht auf Gott gehört.

In diesem Schuldbekenntnis betete Daniel unter anderem: „Darum trifft uns auch der Fluch, den er geschworen hat und der geschrieben steht im Gesetz des Mose.“ (Dan. 9,11b) Gemeint ist der Fluch, den Gott denen bis in die dritte Generation androht, die andere Götter anbeten oder sich ihnen unterwerfen.(1) Manchmal höre ich von Christen, die sagen, der Teufel habe noch Anrechte im Leben von Christen, wenn sie selbst oder ihre Vorfahren Abgötterei betrieben haben. Ich glaube das nicht, sondern widerspreche dieser Aussage sogar. Nicht der Teufel hat Anrechte an uns, sondern Gott allein. Wenn Gott uns aber um Christi willen vergibt, dann sind wir frei! Unsere Zugehörigkeit zu Christus bricht jeden Fluch.

Nun lesen wir im Lehrtext, dass Gott sich nicht verändert. Er ist und bleibt gerecht. Und doch erleben Christen in aller Welt anstatt Strafe viel mehr die Barmherzigkeit Gottes. Obwohl wir schuldig wurden, verurteilt uns Gott nicht, denn: „Die Strafe liegt auf ihm (Christus), auf dass wir Frieden hätten.“ (Jes. 53,5b) Das ist und bleibt, wie ich meine, die beste Botschaft aller Zeiten!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 2.Mos. 20,5