Gedanken zur Losung für Samstag, den 19.08.2017

Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der HERR wird dein ewiges Licht sein.
Jesaja 60,20

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
1.Petrus 1,3

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ewiges Licht

Das heutige Losungswort schließt uns einen der ersten Verse der Bibel auf. Dort steht: Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. (1.Mos. 1,3) Nun schuf Gott allerdings das Sonnenlicht erst am vierten Schöpfungstag.(1) Was ist also mit diesem ersten Licht gemeint? Ich glaube, die Schöpfungsgeschichte birgt ein tiefes Geheimnis. Sie schildert nämlich die Schöpfung aus einer höheren Dimension - eine Schöpfung, in der Gott selber mit drin ist. Das wird schon im zweiten Vers der Bibel deutlich: Und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. (1.Mos. 1,2b) Gleich danach sprach Gott: „Es werde Licht!“ Ich glaube, es handelt sich hier um dasselbe Licht, von dem wir im heutigen Losungswort lesen. Auch am Ende der Bibel wird von diesem Licht gesprochen. Dort heißt es: Auch sind weder Sonne noch Mond nötig, um der Stadt Licht zu geben. Sie wird von der Herrlichkeit Gottes erhellt; das Licht, das ihr leuchtet, ist das Lamm. (Offb. 21,23) Gott selber und auch Jesus Christus sind also dieses Licht!

Zurzeit kennen wir nur physikalisches Licht. Es erhellt uns die Welt, aber nicht die Seele eines Menschen. Was Menschen in ihrem Herzen tragen, ist uns verborgen. Das kann uns Angst machen, besonders, wenn Menschen Böses planen, wie gerade in Barcelona geschehen. Wenn wir aber Jesus Christus unser Leben anvertrauen, wird es hell in uns. Dann beginnt ein anderes Licht zu leuchten, das sich nicht mit dunklen Plänen, Lügen, Neid oder Eifersucht verbindet. Vielmehr ist dieses Licht voller Wahrhaftigkeit und Liebe zu Gott und zu Menschen. All das verdanken wir Jesus Christus und Gottes Erbarmen, wie uns der Lehrtext mitteilt. Doch das Schönste ist: Dieses Licht, das heute in uns leuchtet, wird einmal die ganze Welt beleuchten - Gottes ewiges Licht!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Mos. 1,14-19

Gedanken zur Losung für Freitag, den 18.08.2017

Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Brunnen des Heils.
Jesaja 12,3

Jesus spricht: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
Johannes 7,37-38

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Lebensschichten

In der gestrigen Losung ging es darum, dass der Gerechte viel leiden muss. Heute lesen wir, dass wir aus dem Brunnen des Heils mit Freuden Wasser schöpfen werden. Welche dieser beiden Aussagen trifft denn nun zu? Oder handelt es sich um eine Abfolge von Ereignissen: erst Leid, dann Freud? Ich meine, es findet alles gleichzeitig statt.

Bei meinem Wohnort befindet sich eine Senke, um die steile Abhänge sind. Dort kann man verschiedene Gesteinsschichten sehen. Sie stammen zwar aus unterschiedlichen Zeiten, doch sind nun alle gleichzeitig da. Auch wir machen im Laufe der Zeit unterschiedliche Erfahrungen - freudige, traurige, schöne und schreckliche. All das sammelt sich in unserem Herzen und ist jetzt gleichzeitig in uns vorhanden. Entscheidend ist allerdings, welche Schicht unser Lebensfundament ist. Besteht sie aus Argwohn, Enttäuschung, Selbstmitleid oder auch Selbstherrlichkeit, wird das alle höher liegenden Schichten beeinflussen. Ein argwöhnischer Mensch wird auch der schönsten Botschaft keinen Glauben schenken.

Nun glaube ich, dass gerade die heutige Losung und der Lehrtext sich am tiefsten Ort unserer Persönlichkeit ansiedeln möchten. Ihre Botschaft trägt und erträgt alles. Auf sie können wir uns total verlassen. Gott ist uns wohlgesonnen. Sein Ziel ist, dass wir uns freuen. Seine Gabe ist lebendiges Wasser - damit ist der Heilige Geist gemeint. Was geschieht nun, wenn uns dieser Geist erfüllt? Bestimmt wissen wir, wie es ist, wenn Angst oder Enttäuschung uns erfüllt. Sie nehmen unser Denken und Fühlen völlig in Anspruch und drängen uns dazu, auch andere mit hineinzuziehen. Genau umgekehrt verhält es sich meiner Erkenntnis nach mit dem Heiligen Geist. Auch er erfüllt unser Denken und Fühlen, doch nicht mit Angst oder Bitterkeit, sondern mit Freude, die nach außen drängt. Möge diese Freude alle anderen Schichten unseres Lebens beeinflussen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 17.08.2017

Der Gerechte muss viel leiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR.
Psalm 34,20

Paulus schreibt: Als wir zuvor gelitten hatten und misshandelt worden waren in Philippi, wie ihr wisst, fanden wir dennoch in unserm Gott den Mut, bei euch das Evangelium Gottes zu sagen in hartem Kampf.
1.Thessalonicher 2,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Mutig im Leid

Unser Leben ist mit Leid verbunden und ebenso mit Freude. Alles hat seine Zeit, das sagte schon der weise König Salomo. Bisweilen erhöhen wir unser Leid durch unweises Handeln, doch andererseits kann es auch vorkommen, dass wir leiden, obwohl wir weise und fair mit anderen umgegangen sind. Es gibt auch Leid ohne erkennbare Ursache. Wer meint, dass wir als Christen von Leid verschont bleiben, der irrt. Das geht aus dem heutigen Losungswort klar hervor. Es ist keine Drohung, sondern beschreibt schlicht unsere Lebensrealität.

Doch dann lesen wir, dass Gott aus allem heraushilft. Was ist damit gemeint? Der Lehrtext macht es deutlich. Dort schildert der Apostel Paulus, wie er in all den Leiden und Misshandlungen ein „Dennoch“ fand. Gott half ihm nicht dadurch heraus, dass Paulus nicht mehr angegriffen wurde, sondern gab ihm den Mut, nicht aufzugeben oder zurückzuweichen. Paulus wurde also von innen her geholfen. Was bedeutet das für uns heute?

Auch für uns ist diese innere Hilfe Gottes elementar wichtig. Ansonsten würde Leid oder mögliches Leid unsere Entscheidungen beugen. Wir würden alles meiden, was mit Schwierigkeiten zu tun haben könnte. Uns z.B. nicht zu unserem Glauben an Jesus Christus bekennen, wenn wir befürchten, dass man uns deswegen ablehnen könnte. Ein Sprichwort sagt: „Ein gebranntes Kind scheut das Feuer.“ Wenn uns jemand verletzt hat, wollen wir nicht noch einmal verletzt werden, also meiden wir diese Person. Manchmal meiden wir dann auch die Gruppe, zu der diese Person gehört. Doch der Mut, den Paulus bei Gott fand, überwindet solche Befürchtungen. Selbst wenn wir noch einmal verletzt werden, versuchen wir den Weg zu gehen, den Jesus Christus gehen würde - und der ist immer auf die Menschen zu. Aus diesem Grund wünsche ich uns immer wieder diesen Mut, der uns trotz Leid nicht aufgeben lässt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 16.08.2017

Es ströme das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Amos 5,24

Der aber Samen gibt dem Sämann und Brot zur Speise, der wird auch euch Samen geben und ihn mehren und wachsen lassen die Früchte eurer Gerechtigkeit.
2.Korinther 9,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Unerschöpflich

Wasser, Recht, Gerechtigkeit, Brot, Samen, Früchte, all diese Worte können wir in den heutigen Bibelversen lesen. Vielleicht können wir nicht sofort einen Zusammenhang in dieser herausgegriffenen Aufzählung erkennen, und doch haben alle etwas gemeinsam: Ein Leben ohne eines von ihnen ist ein bedrohtes Leben. Wir alle brauchen Nahrung und Wasser, niemand möchte ungerecht behandelt werden. Das Recht soll uns schützen und nicht beugen, sonst empfinden wir es nicht als Recht. Genau darüber sprach der Prophet Amos im Umfeld des heutigen Losungswortes zu den Israeliten. Gott warnte sie davor, sein Recht zu beugen, indem sie sich über Arme hinwegsetzten.
Ich will das einmal ganz menschlich ausdrücken: Gott hat einen sensiblen Punkt. Das ist seine Verbindung zu Menschen, auf die er besonders achthat. Wer sind diese Menschen? Zum einen sind es natürlich seine Kinder, denn er ist ja ein Vater. Doch ganz besonders schaut er auf die Bedürftigen. Mit ihnen verbindet er sich.(1) Und er schaut nicht nur auf sie, sondern auch darauf, wie andere mit ihnen umgehen. Deshalb sprach er durch Amos ernste Worte. Statt frommer Rituale wollte Gott sehen, wie seine Zuwendung zu den Armen durch sein Volk umgesetzt wird. Sein Recht sollte wie nie versiegendes Wasser fließen.

Auch im Umfeld des Lehrtextes geht es um Bedürftige. Der Apostel Paulus schrieb an die Korinther und ermutigte sie dazu, für Arme zu sammeln. Dabei legte er auf zwei Dinge besonderen Wert:

1. Der Geber sollte selbst überlegen, wie viel er geben will.

2. Es sollte nicht aus Zwang geschehen, sondern freiwillig.

Schließlich erklärte Paulus am Bild des Sämanns, von dem wir im Lehrtext lesen, dass Gott selbst der ursprüngliche Geber ist. Von ihm kommt der Samen sowie das Wachstum. Durch Geben geschieht Vermehrung, nicht Verminderung. Denn Gott ist unerschöpflich.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Matth. 25,40.45

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 15.08.2017

Gott spricht: Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus.
Psalm 81,8

Es kam zu Jesus ein Aussätziger, der bat ihn, kniete nieder und sprach zu ihm: Willst du, so kannst du mich reinigen. Und es jammerte ihn und er streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will‘s tun; sei rein! Und alsbald wich der Aussatz von ihm und er wurde rein.
Markus 1,40-42

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Derselbe noch?

Eine der häufigsten Fragen bei Christen ist: „Wirkt Gott heute noch so wie damals?“ Oder etwas resigniert: „Warum wirkt Gott heute nicht mehr so wie damals?“ Die Antworten fallen sehr verschieden aus. Die einen sagen: „Gott hat nie so gewirkt. Das sind alles nur Mythen.“ Andere sagen: „Das war in dem Maße nur damals. Heute geschehen nur noch vereinzelt Wunder.“ Wieder andere sagen: „Wenn keine Wunder geschehen, machen wir etwas falsch.“ Und dann gibt es noch diejenigen, die von Wunder über Wunder erzählen, sodass andere entweder begeistert sind oder zweifelnd die Stirn runzeln.

Nun, fest steht, dass sowohl im Alten als auch im Neuen Testament von Wundern berichtet wird. Im Umfeld des heutigen Losungswortes wird erzählt, wie Gott das Volk Israel aus der ägyptischen Sklaverei befreite. Allein dieser Befreiungsakt war voller Wunder: die zehn Plagen, die Verwandlung des Stabs von Mose in eine Schlange, der Gang durch das Rote Meer und vieles mehr. Im Losungswort erinnert Gott sein Volk daran. Sie riefen ihn an und er hörte ihr Schreien. Allerdings geschah das alles nicht sofort. Nachdem Gott Mose als Baby gerettet hatte, vergingen noch achtzig Jahre bis zum Auszug aus Ägypten. Manchmal vergessen wir die Zeiteinheiten, in denen Gott handelt. Deshalb geben wir mitunter zu schnell auf, zu beten und zu glauben.

Doch Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Was er damals getan hat, dürfen wir auch heute erwarten. Was sollen wir also tun, wenn wir schon so lange auf eine Gebetserhörung warten? Wenn eine Krankheit schier unbezwingbar erscheint? Ich denke: Einfach nicht aufgeben! In einem alten Lied heißt es: „Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht!“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 14.08.2017

Achtet genau darauf, dass ihr den HERRN, euren Gott, liebt und wandelt auf allen seinen Wegen.
Josua 22,5

Paulus schreibt: Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei, damit ihr lauter und unanstößig seid für den Tag Christi.
Philipper 1,9-10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wachsende Liebe

Heute möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen. Wie im Losungswort geht es auch hier um unsere Liebe zu Gott und zu Menschen. Gemeint ist aber nicht nur ein Schwarz-Weiß-Bild, also Liebe ja oder nein. Vielmehr geht es darum, dass unsere Liebe wächst und weiterhin um die Resultate einer wachsenden Liebe.

Wenn unsere Liebe an Erkenntnis und Erfahrung zunimmt, versetzt uns das zunächst in die Lage, gute Entscheidungen zu treffen. Auch hier geht es nicht nur um die Frage „gut oder böse“, sondern darum, was der Liebe zu Gott und zu Menschen am meisten dient. Manchmal fragen mich Christen: „Ist es von Gott erlaubt, dieses oder jenes zu tun?“ Sie erwarten dann von mir ein Ja oder ein Nein. Ich stelle jedoch eine Gegenfrage: „Dient dieses Vorhaben der Liebe?“

Tatsächlich meine ich, dass alles, was uns Jesus Christus näher bringt, gut ist. Auch wenn jemand anderen Menschen die Liebe Gottes näher bringt, kann das kein Fehler sein. Natürlich gibt es auch etliche Dinge im Leben, die neutral sind - z.B. was ich heute frühstücke. Es sei denn, dass ich mir oder einem anderen damit schade oder Gott dadurch die Ehre nehme (bei einem Frühstück allerdings schwer vorstellbar).

Nun geht es aber im Lehrtext darum, dass wir einmal vor Gott unanstößig stehen sollen. Auch hier geht es nicht um Himmel oder Hölle, sondern ob unsere Liebe ins Licht Gottes strebt. Man kann auch als Christ eine Art Schattendasein führen. Sich immer etwas bedeckt halten, um noch Freiraum für sich selbst zu behalten. Einige Christen erklären z.B. ihr Schlafzimmer zur gottfreien Zone, andere wiederum ihr Portemonnaie. Wachsende Liebe aber will Gott nicht nur nach Vorschrift dienen, wie man es vielleicht aus dem Losungswort herauslesen könnte. Wachsende Liebe will über das hinaus.

Ich wünsche uns solch eine wachsende Liebe,
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 13.08.2017

Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.
Psalm 34,19

Hananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist, dass du wieder sehend und mit dem Heiligen Geist erfüllt werdest.
Apostelgeschichte 9,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nahe bei Gott

Wenn ich das heutige Losungswort lese und gleichzeitig in unsere Welt schaue, denke ich: „Was für ein gewaltiger Unterschied!“ Da erleben wir einen Krieg der Worte, Kettenrasseln mit Waffen, Selbstgerechtigkeit und Menschen, die andere für ihren Gott in den Tod reißen. Hier dagegen lese ich: „Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.“ Nach diesen Worten ist Gott nicht denen nahe, die versuchen, ihre Ziele mit Macht und Gewalt durchzusetzen. Aber denen, die erschrocken über sich selbst zu Gott rufen: „Herr sei mir Sünder gnädig!“ - denen ist Gott nahe.

Eine andere Übersetzung des Losungswortes lautet: Der Herr ist allen nahe, die verzweifelt sind; er rettet die, die den Mut verloren haben. Hier fühlen sich auch Menschen angesprochen, die ohne eigenes Verschulden bedrückt sind. Vielleicht wurden sie durch Schicksalsschläge oder böse Menschen in eine tiefe Verzweiflung und Mutlosigkeit getrieben. Auch sie sollen wissen, dass Gott ihnen nahe ist. Wir sollten jedoch bedenken, dass nicht immer nur andere die Schuld daran haben, wenn es uns nicht gut geht. Gott bewahre uns davor, dass die Ungerechtigkeit anderer uns in eine subtile Form der Selbstgerechtigkeit hineintreibt.

Im Lehrtext lesen wir von Paulus kurz nach seiner Bekehrung. Er war die personifizierte Selbstgerechtigkeit und meinte sogar noch, Gott damit einen Gefallen zu tun. Doch seit Jesus Christus ihm begegnet war, wurde alles anders. Paulus war in seinem Herzen zerbrochen, sein Stolz war dahin. Aber Gott schenkte ihm etwas anderes, etwas, was viel wertvoller war: seinen Heiligen Geist. Ich denke, näher kann Gott uns nicht sein, als dass er auch uns mit seinem Geist erfüllt. Das wünsche ich uns, gerade auch dann, wenn unser Herz zerbrochen ist.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 12.08.2017

HERR, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit.
2.Samuel 7,28

Jesus spricht: Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.
Lukas 21,33

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Unvergängliche Wahrheit

Die heutigen Bibelverse lassen etwas von der Größe Gottes erahnen. Worte, die Wahrheit sind und niemals vergehen werden - wo findet man sonst so etwas? Darüber kann man nur staunen. Doch etwas Weiteres wird sichtbar: Gott redet zu den Menschen. Und die sind ja bekanntlich vergänglich. Dennoch ist sich der ewige Gott nicht zu schade, mit ihnen zu kommunizieren. Im Losungsvers lesen wir, was König David unter anderem sagte, als Gott ihm versprach, dass sein Königtum ewig bestehen solle.(1) David war überwältigt und vertraute Gott vollkommen, dass es alles so kommen würde.

Wer die Bibel kennt, weiß, dass diese Prophezeiung eine erste Erfüllung in Davids Sohn Salomo fand. Doch in ihrem vollen Umfang erfüllte sie sich in Jesus Christus. Seine Herrschaft wird nie vergehen. Er selbst wird nie vergehen und seine Worte auch nicht, wie wir im Lehrtext lesen. Diese Worte sprach er in einem Zusammenhang, der sich sehr bedrohlich anhört. Jesus erklärte seinen Jüngern, was in der Zukunft passieren wird. Doch im Gegensatz zu David, der wunderbare Verheißungen empfing, redete Jesus zu seinen Jüngern von schlimmen Zeiten. Der Tempel, das Zentrum ihres religiösen Lebens, sollte zerstört werden. Sie selbst müssten mit Verfolgung und Verrat rechnen. Überall sollte es Kriege und Aufruhr geben, ein Volk würde gegen das andere kämpfen.

Warum versprach Jesus nicht eine bessere Zukunft? Weil seine Worte wirklich Wahrheit sind. Wenn wir in die Geschichte schauen, können wir sehen, wie sich Vieles, auch das Schreckliche erfüllt. Das soll uns aber nicht in Angst und Schrecken versetzen. Gerade weil Jesus diese Dinge genannt hat, können wir auch auf seine anderen Aussagen vertrauen, z.B.: Und kein Haar von eurem Haupt soll verloren gehen. (Luk. 21,18) Er selbst spricht uns Mut zu: Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. (Luk. 21,31) Auch wenn Himmel und Erde vergehen werden, er wird uns nie verlassen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 2.Sam. 7,16