Gedanken zur Losung für Montag, den 22.01.2018

Gott kennt ja unsres Herzens Grund.
Psalm 44,22

Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut.
Offenbarung 2,8-9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott kennt uns

Dass Gott uns kennt und ihm nichts verborgen ist, stößt auf ein unterschiedliches Echo. Einige fühlen sich beengt und von Gott kontrolliert. Vielleicht wurde diese Botschaft in ihrer Kindheit als eine Art „Erziehungshilfe“ benutzt: „Der liebe Gott sieht alles, was du tust - also fürchte dich!“ Tatsächlich geht das heutige Losungswort in solch eine warnende Richtung. So heißt es davor: Hätten wir Gott vergessen oder unsere Hände im Gebet zu fremden Göttern erhoben, hättest du es gleich gewusst, denn du kennst die Geheimnisse unserer Herzen. (Ps. 44,21-22) Doch direkt im nachfolgenden Vers wird ein anderer Aspekt angesprochen: Weil wir zu dir gehören, sind wir täglich in Todesgefahr. Wir werden angesehen wie Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind. (Ps. 44,23) Diesen Teil unseres Lebens kennt Gott auch, selbst wenn Menschen uns meiden oder vergessen.

Auch der Lehrtext geht auf solch eine Situation ein. Die Gemeinde in Smyrna - das heutige Izmir in Kleinasien -, an die dieser Vers gerichtet war, litt unter Verfolgung. Die Botschaft an die Gemeinde war, dass sie in der Verfolgung standhalten, ja sogar treu bis in den Tod sein sollten. Wir lesen kein Wort, dass Gott sie aus dieser Situation herausretten will, doch es wird ihnen die Krone des Lebens versprochen.

In solch einer Bedrängnis, wenn alles auswegslos erscheint, ja wenn Gott nicht einmal eingreift, sondern scheinbar schweigt, dann sollen wir wissen: Gott kennt auch „unsres Herzens Grund“. Er ist bei uns und durchleidet die Dinge mit uns. Dass Gott unsere Herzen kennt, bedeutet nicht nur, dass er Kenntnis davon hat. Sondern dass das, was uns bewegt, auch ihn bewegt. Trotzdem lässt er manchmal Leid zu, während er an anderer Stelle Leid verhindert.

Obwohl vielleicht viele Fragen unbeantwortet bleiben, beruhigen mich diese Verse sehr. Wer kennt uns schon so gut wie Gott? Nicht einmal wir selbst. So können wir alles in seine Hand legen, denn wir sind ihm nicht egal.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 21.01.2018

„Ich will deinen Namen preisen für deine Güte und Treue; denn du hast dein Wort herrlich gemacht um deines Namens willen.“
Psalm 138,2

Jesus betet: Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.
Johannes 17,26

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Bekannt machen

Sowohl im heutigen Losungsvers als auch im Lehrtext ist die Rede von Gottes Namen. Im Losungsvers geht es darum, dass der Psalmist, David, Gottes Namen preisen will. Im Lehrtext sagt Jesus, dass er Gottes Namen den Menschen - also auch uns - bekannt gemacht hat. Und es auch weiterhin tun will. Doch wie soll das gehen? Schließlich ist er ja nicht mehr auf der Erde, sondern beim Vater im Himmel.

Nun, zum einen geschieht das durch seinen Geist. Wenn ein Mensch in Jesus Christus den Sohn Gottes erkennt, so ist das nur möglich, weil Gott ihm diese Offenbarung geschenkt hat. Als der Apostel Petrus diese Aussage machte: „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!“ (Matt. 16,16), antwortete Jesus: „Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel.“ (Matt. 16,17) Es mag vielleicht nicht immer so spektakulär sein, doch ohne Gottes Hilfe erkennen wir ihn nicht.

Das ist jedoch erst der Anfang. Wenn wir beginnen, mit Gott zu leben, wird das nicht verborgen bleiben. Die Worte „Gott“, „Vater“, „Herr Jesus“, „Heiliger Geist“ werden sich plötzlich in unserem Sprachgebrauch wiederfinden. Dadurch wird Gottes Name genannt. Sowohl im persönlichen Gespräch mit ihm - dem Gebet - wie auch im Gespräch mit Menschen. Man kann es durchaus mit einer Liebesbeziehung vergleichen, die unserem Umfeld ja auch nicht verborgen bleibt. Welcher Verliebte beschreibt nicht gerne ausführlich die Vorzüge der geliebten Person?

Ist es nun unangemessen, mit solch einer Begeisterung von Gott zu sprechen? Nicht für den, der ihn kennt. Er wird - wie David - seinen Namen preisen für alles, was er mit ihm erlebt. Und immer wieder die Liebe erfahren, von der Jesus im Lehrtext gesprochen hat. Dadurch ist Gottes Name im Mund seiner Kinder, die ihn so gleichzeitig bekannt machen.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 20.01.2018

Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.
1.Mose 1,3

Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben.
2.Korinther 4,6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Licht

Das heutige Losungswort ist ein hochinteressanter Vers aus der Schöpfungsgeschichte. Diese führt seit Jahrhunderten zu immer wiederkehrenden Auseinandersetzungen zwischen Naturwissenschaft und bibelgläubigen Christen. Doch gerade dieser Losungsvers macht deutlich, dass man die Schöpfungsgeschichte nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden betrachten kann. Um was für ein Licht handelt es sich denn, das Gott am Anfang werden ließ? War es die Sonne? Nein, die schuf Gott viel später(1). Waren es die Sterne oder der Kosmos? Nun, das kann auch nicht sein, denn unmittelbar danach trennte Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Das passt nicht zu der Erschaffung der Sterne. Es muss sich also um ein ganz anderes Licht handeln.

Im weiteren Verlauf der Schöpfungsgeschichte stellen wir fest, dass Gott am Anfang für den Menschen sichtbar war.(2) Das macht deutlich, dass es nicht nur um die Erschaffung von Zeit und Raum geht, sondern ebenso um die der Welt Gottes. So ist das Licht, das Gott am Anfang werden ließ, nicht unbedingt ein physikalisches Licht, sondern das, was die Bibel auch an anderen Stellen Licht nennt - ein Licht aus der Dimension Gottes. Dieses Licht ist uns in Jesus Christus nahegekommen.

Nun haben das geistliche und das natürliche Licht Gemeinsamkeiten. Licht schenkt uns Orientierung, es macht Dinge sichtbar und schenkt Leben. So gesehen ist es ebenfalls verständlich, weshalb Gott das Licht von der Finsternis trennte. Sind beide miteinander vermischt - finden also Ja und Nein gleichzeitig statt - werden wir orientierungslos. Dinge bleiben in einer Grauzone verborgen und Leben hat keinen dauerhaften Bestand.

Auch der heutige Lehrtext spricht von diesem Licht. Dieses Licht, nämlich Jesus Christus, leuchtet in unser Herz hinein. Und eines Tages werden wir für immer in diesem Licht leben(3) - was für ein Geschenk!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Mos. 1,16 (2) 1.Mos. 3,8 (3) Offb. 21,23

Gedanken zur Losung für Freitag, den 19.01.2018

Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.
Psalm 12,7

Ihr scheint als Lichter in der Welt, dadurch dass ihr festhaltet am Wort des Lebens.
Philipper 2,15-16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Wort des Lebens

Das heutige Losungswort will zum Ausdruck bringen, dass Gottes Wort absolut zuverlässig und unverfälscht ist. Doch von welchem Wort spricht David, der Autor des Psalms? Meinte er Worte, die ihm gerade in den Sinn kamen? Oder Worte, die andere Leute zu ihm gesprochen haben? Oder meinte er Worte der Schrift - und, wenn ja, welcher Schrift?

Am Anfang des Psalms beklagt David Folgendes: Einer belügt den anderen. Sie schmeicheln einander, doch ihre Herzen sind nicht aufrichtig. (Ps. 12,3) David musste also eine genaue Vorstellung davon gehabt haben, welche Worte vom HERRN und welche von Menschen kommen. Worauf David zurückgriff, waren letztendlich Mose und die Propheten. Genau darauf greifen auch wir zurück - natürlich wesentlich umfassender. Diese sind es, die zusammen mit den Evangelien und den Briefen in der heutigen Bibel zusammengefasst wurden. Finden wir also in der Bibel die Worte des HERRN, die absolut zuverlässig und unverfälscht sind?

Ich meine, dass der Lehrtext genau darauf zu sprechen kommt. Das, was der Apostel Paulus mit dem Wort des Lebens meint, waren ja nichts anderes als die Worte Jesu und die der Apostel. Jesus selber wiederum bezog sich auf Mose und die Propheten. So haben wir letztendlich die ganze Bibel als Grundlage für die Worte des Lebens. Wenn wir nun an diesem Wort festhalten, führt das dazu, dass es nicht nur uns erleuchtet, sondern wir auch für andere ein Licht sein dürfen. Versuchen wir also, Gottes Wort im Sinnzusammenhang zu verstehen, oder neigen wir dazu, sein Wort unserem Verständnis gemäß anzupassen? Ich glaube, dass dies die größte Herausforderung der heutigen Christen in der westlichen Welt ist. Vertrauen wir den Worten der Bibel, auch wenn wir nicht alles verstehen, oder passen wir sie dem Gedankengut der heutigen Zeit an? Ich möchte uns ermutigen, an der Bibel festzuhalten und so ein Licht für andere zu sein.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 18.01.2018

Du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer.
Psalm 65,6

Jesus Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.
Epheser 2,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wahre Zuversicht

Dass Gott allein wahre Zuversicht gibt, ist nicht nur Inhalt des heutigen Losungswortes. Die jüngste Geschichte führt uns immer wieder vor Augen, wie fragil und vergänglich jede andere Zuversicht ist. So hoffte man nach dem Zweiten Weltkrieg auf eine friedlichere Welt. Tatsächlich erlebten wir auch Frieden. Doch gleichzeitig auch den Kalten Krieg, die Berliner Mauer und Gewalt an der innerdeutschen Grenze. Dann fiel die Mauer. Das Ende des Kalten Krieges wurde eingeläutet - eine neue Zuversicht. Doch dann kam der Krieg in Jugoslawien. Später gab es terroristische Angriffe auf westliche Ziele. Dann den arabischen Frühling - eine neue Zuversicht. Heute ist in Syrien Bürgerkrieg.

Worauf man auch immer seine Hoffnung setzt, früher oder später zerplatzt sie. Nur bei Gott wird unsere Zuversicht bestehen bleiben. Den Grund dafür finden wir in dem Psalm, aus dem das Losungswort stammt. Dort steht z. B.: Du erhörst unsere Gebete, deshalb kommen die Menschen zu dir. (Ps. 65,3) Gott macht keine falschen Versprechungen. Jesus Christus hat uns versprochen, unsere Gebete zu hören und zu erhören, er hat uns jedoch auch gesagt, dass wir beharrlich beten sollen. Dem entnehme ich, dass es Zeiten gibt, in denen unsere Gebete nicht sofort erhört werden. Doch gerade weil er so ehrlich zu uns redet, können wir seinen Worten vertrauen. Das macht uns zuversichtlich.

Weiterhin heißt es: Unsere Herzen sind voll Sünde, doch du vergibst alle Schuld. (Ps. 65,4) Die Vergebung unserer Schuld ist das Fundament unserer Zuversicht. Dass diese Vergebung wirklich stattfindet, erfahren wir aus dem Lehrtext. Friede mit Gott ist ein Resultat der Vergebung. Diesen kann man erleben, nämlich dann, wenn Gott uns nahekommt. Wäre er unser Feind, müssten wir maßlos erschrecken. Doch in Wahrheit erfüllt er uns mit Liebe - wir haben nun Frieden mit ihm. Aus diesen Gründen ist Gott allein unsere Zuversicht. Halten wir daran fest.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 17.01.2018

Sie sollen mein Eigentum sein, und ich will mich ihrer erbarmen, wie ein Mann sich seines Sohnes erbarmt, der ihm dient.
Maleachi 3,17

Die ihn aufnahmen, denen gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.
Johannes 1,12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Zu Gott gehören

Das Wort „gehören“ löst mitunter gemischte Gefühle aus, besonders wenn es dabei um Menschen geht. Doch ist damit wirklich ein Besitzanspruch gemeint? So sagen wir doch beispielsweise: „meine“ Verwandten, ohne dabei automatisch an so etwas wie Sklaverei zu denken. „Ja, aber meine Verwandten gehören mir ja nicht!“, mag man nun denken. Doch das stimmt nur teilweise. Wenn uns z.B. jemand unser Kind wegnimmt, fühlen wir uns beraubt. Es ist schließlich „mein“ Kind. Dieses „mein“ geht weit über einen Besitzanspruch hinaus. Es ist der Ausdruck einer tiefen Verbundenheit, weil man zueinander gehört - das Kind zu den Eltern, aber auch die Eltern zu dem Kind. In dieser Verbundenheit liegt sowohl Liebe wie auch eine gewisse Ausschließlichkeit. Die Beteiligten können nicht einfach ausgetauscht werden. Gerade das macht die Beziehung aber auch so kostbar.

Im heutigen Losungswort lesen wir, wie Gott davon spricht, Menschen zu seinem „Eigentum“ zu machen. Das mag für uns besitzergreifend klingen. Doch gleichzeitig verspricht Gott Vaterschaft. Und im Lehrtext lesen wir, dass diejenigen, die Gott durch Christus aufnehmen, eine „Vollmacht“ erhalten, und zwar die Vollmacht, seine Kinder zu sein. Das klingt für mich nach einer echten Beziehung. Gott zeigt sich als jemand, der sagt: „Ich will dich!“ Und gleichzeitig als jemand, der auf die Antwort des Gegenübers wartet. Er ist kein Sklavenherr, der seinen Besitz einfordert. Und das, obwohl er alle Macht der Welt hat.

Machen wir uns das einmal klar: Der Schöpfer und Herr der Welt kommt persönlich zu jedem Menschen, weil er von jedem Menschen eine persönliche Antwort möchte. Er möchte zu uns gehören, das hat er durch Christus gezeigt. Ob es geschieht, liegt jetzt bei uns. Gehören wir zu denen, von denen es heißt: „Die ihn aufnahmen, denen gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden.“ Dann gehören wir zu ihm - und er zu uns.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 16.01.2018

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus noch alles, was sein ist.
5.Mose 5,21

Jesus spricht: „Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.“
Lukas 12,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Du sollst nicht begehren …“

Das heutige Losungswort ist eines der Zehn Gebote. Das Interessante daran ist, dass es an die Gesinnung eines Menschen appelliert. Es heißt ja nicht: „Du sollst deinem Nächsten nichts wegnehmen!“ Das wäre eine gesetzeswidrige Handlung, wie wir sie aus der Rechtsprechung kennen. Doch das Begehren an sich ist ein innerer Vorgang und deshalb auch nicht strafbar. Es geht also in diesem Gebot um mehr als um eine beweisbare Rechtsprechung.

Auch im Lehrtext aus dem Neuen Testament geht es um innere Werte. Habgier an sich kann in einem Menschen verborgen sein. Erst wenn jemand aktiv wird und andere bestiehlt oder übervorteilt, wird seine Einstellung sichtbar. Warum also spricht Gott unsere innere Einstellung an, warum nicht nur die äußere Tat? Ich denke, das liegt daran, dass es eine gewisse Zwangsläufigkeit gibt. Irgendwann wird sich das, was einen Menschen im Inneren bewegt, nach außen ausleben. Wer also meint, er könnte Habgier, Neid, Zorn oder andere Menschen schädigende Begierden mit sich herumschleppen, ohne dass daraus eine Handlung entsteht, der täuscht sich. Deshalb benötigen wir eine Art Innenhygiene.

Man kann das gut mit der normalen Hygiene vergleichen. Kaum jemand wäscht sich erst dann, wenn andere den Gestank schon nicht mehr aushalten. Wir alle wissen, dass eine gute Hygiene - nicht eine übertriebene - uns gesund hält. Doch wie steht es mit der Hygiene unserer Gedanken und Wünsche? Können wir zufrieden und dankbar sein oder schielen wir ständig auf Personen, denen es unserer Meinung nach besser geht? Wer Gott dankbar ist für das, was er besitzt, wird wohl kaum andere bestehlen oder betrügen. Wer darauf vertraut, dass Gott unser Versorger ist, wird auch darauf achten, ehrlich zu sein und anderen nicht etwas schuldig zu bleiben.

Ich denke, das ist das, was wir aus der heutigen Losung lernen können. Und ich glaube, dass diese Gebote uns letztendlich Lebensglück schenken.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 15.01.2018

„Fürchtet den HERRN und dient ihm treu von ganzem Herzen; denn seht doch, wie große Dinge er an euch getan hat.“
1.Samuel 12,24

Seine Barmherzigkeit währet für und für bei denen, die ihn fürchten.
Lukas 1,50

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Die ihn fürchten“

Sowohl das heutige Losungswort als auch der Lehrtext sprechen davon, dass wir Gott fürchten sollen. Nehmen wir den Lehrtext beim Wort, so ist die Gottesfurcht sogar eine Voraussetzung, um Barmherzigkeit zu erlangen. Vielleicht fragt sich nun jemand: Lesen wir denn nicht in der Bibel, dass wir uns nicht fürchten sollen - ja, dass die Liebe sogar die Furcht austreibt?(1) Wie sollen wir also die heutige Losung verstehen?

Man könnte natürlich sagen, dass es sich hier um Ehrfurcht handelt und nicht um Furcht im Sinne von Angst. Vom Grundtext her gibt es aber keinen Unterschied. Sowohl bei „fürchte dich nicht“ als auch bei „fürchte dich“ wird derselbe griechische Begriff benutzt. Ich denke, es handelt sich eher um die zwei Seiten einer Medaille. Das bekannte Lied „Amazing Grace“ bringt das in seiner zweiten Strophe zum Ausdruck. Dort heißt es übersetzt: „Es war Gnade, die mein Herz Furcht lehrte, und Gnade löste meine Furcht.“ Wenn Jesus Christus immer wieder sagte: „Fürchte dich nicht“, dann bedeutet das ja, dass sich die Menschen gefürchtet hatten. Doch wovor hatten sie sich gefürchtet? Nun, einerseits vor anderen Menschen, doch andererseits auch vor Gott selbst.

In dem Moment, in dem uns Gott nahekommt, begegnet uns nicht nur seine Liebe, sondern auch seine Macht. Diese Macht kann uns erschrecken, seine Liebe wiederum nimmt uns die Angst. Es gehört also beides zusammen. Wer ausschließlich nur von der Liebe Gottes redet, ist in Gefahr, sich Gott nach eigenem Gutdünken zurechtzubiegen. Wer aber nur die Furcht des Herrn kennt und sich vor Gott und Menschen fürchtet, darf wissen, dass Gottes Gnade uns von dieser Art der Furcht erlöst.

So gehört also beides zusammen: der tiefe Respekt vor Gott und seinem Wort und das kindliche Vertrauen in seine Liebe zu uns!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Joh. 4,18