Gedanken zur Losung für Montag, den 26.06.2017

Nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit.
Psalm 119,43

Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden.
1.Korinther 4,1-2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Anvertraut

Heute möchte ich einmal zuerst auf den Lehrtext schauen. Dort schreibt Paulus, als was er gesehen werden möchte: als ein Diener Jesu. Und auch als Haushalter über Gottes Geheimnisse. „Diener“, das hört sich ja noch ganz demütig an - aber „Haushalter über Gottes Geheimnisse“? Ist das nicht doch etwas zu hoch gegriffen? Und dann folgt noch ein kleines „Qualifikationserfordernis“: Treue oder - wie andere es nennen: Zuverlässigkeit. So wollte Paulus sein und so wollte er auch gesehen werden.

Folgendes wird für mich da sichtbar: Paulus wusste um seinen Auftrag und dass Gott ihm etwas anvertraut hatte. Nämlich die Erkenntnis, dass Jesus lebt. Dadurch gehörte Paulus plötzlich zu denen, die er zuvor noch verfolgt hatte: zur Gemeinde Christi. Diese hat seit der Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten begonnen, die Botschaft von Christus zu verbreiten - bis zum heutigen Tag. Durch alle Zeiten hindurch hat Gott Menschen sein „Geheimnis“ immer wieder anvertraut. Wie wir aus der Geschichte wissen, haben nicht alle es treu verwaltet.

Nun lässt es sich immer leicht mit dem Finger auf andere zeigen. Doch wie sieht es bei uns aus? Was hat Gott uns anvertraut? Wir leben in einem Land, in dem wir problemlos Bibeln kaufen und lesen können. Wir haben Freiheit, uns zu versammeln. Nutzen wir dies als uns von Gott anvertraute Güter? Und dann ist da noch die Frage nach der persönlichen Beziehung zu Gott. Wer Jesus persönlich kennt, hat einen Schatz anvertraut bekommen. In einem Gleichnis über das, was Gott uns anvertraut, spricht Jesus über einen Mann, der das, was er empfangen hat, vergräbt - um es angeblich zu bewahren. Jesus nennt ihn einen „unnützen Knecht“!(1) Ich denke, niemand möchte das über sich hören. Wir können jedoch, wie der Psalmist im Losungsvers, Gott darum bitten, das von ihm anvertraute Gut treu zu verwalten. Mit seiner Hilfe wird es gelingen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Matth. 25,30

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 25.06.2017

Josef tröstete seine Brüder und redete freundlich mit ihnen.
1.Mose 50,21

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.
Römer 12,21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Auf böse folgt gut

Der heutige Lehrtext drückt das im Allgemeinen aus, was sich im Leben Josefs im Speziellen abgespielt hatte. Josef war als Heranwachsender der vom Vater bevorzugte Sohn und hatte es gut im Leben. Doch dann kam alles anders. Seine eigenen Brüder waren derart neidisch auf ihn, dass sie ihn umbringen wollten. Nur das Eingreifen des Ältesten, Ruben, führte dazu, dass Josef „lediglich“ als Sklave verkauft wurde. Daraufhin kam er in das Haus eines ägyptischen Mannes und diente sich dort hoch. Doch die Frau des Hauses verleumdete ihn und wieder ging es bergab in seinem Leben - diesmal ins Gefängnis. Auch dort diente er sich hoch und gewann Vertrauen, doch niemand holte ihn da heraus. Wäre es da nicht allzu verständlich gewesen, wenn Josef sich nach Rache gesehnt hätte? Ich kenne Leute, die schon bei viel geringeren Anlässen davon träumen, es den anderen heimzuzahlen.

Doch dann holte Gott Josef aus allem Übel heraus und machte ihn zum zweiten Mann im Staat Ägypten. Einige Jahre später kamen Josefs Brüder aufgrund einer Hungersnot nach Ägypten, wo sich Josef ihnen zu erkennen gab. Nun hätte er die Chance gehabt, sich zu rächen. Doch er tat es nicht, sondern tröstete seine Brüder sogar, die große Angst vor ihm hatten. Wie kam Josef dazu, Böses mit Gutem zu vergelten?

Sein Geheimnis lesen wir einen Vers vor dem Losungsvers. Dort sagte er: „Was mich betrifft, hat Gott alles Böse, das ihr geplant habt, zum Guten gewendet. Auf diese Weise wollte er das Leben vieler Menschen retten.“ (1.Mos. 50,20) Josef sah hinter den bösen Plänen seiner Brüder Gottes Hand. Er vertraute mehr den guten Wegen Gottes als den bösen Wegen der Menschen. Das ist für manch einen schwer verständlich. Doch Gott benutzt manchmal das böse Handeln der Menschen, um etwas Gutes daraus entstehen zu lassen. Wenn wir darauf achten, schützen wir unsere Seele vor Rachegelüsten. Auf diese Weise können wir tatsächlich das Böse mit Gutem überwinden.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 24.06.2017

Gott, schweige doch nicht! Gott, bleib nicht so still und ruhig! Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt.
Psalm 83,2-3

Zacharias sprach: Der Gott Israels hat mit einem Eid versprochen, uns aus der Macht der Feinde zu befreien, damit wir keine Furcht mehr haben müssen und unser Leben lang ihm dienen können.
Lukas 1,73-75

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott, schweige nicht

Das heutige Losungswort erscheint wie ein Ruf der Verzweiflung. Gewiss befand sich Asaf, der Schreiber des Psalms, in großer Not, doch er machte sie auch zu der Not Gottes. So sprach er nicht von seinen Feinden, sondern von Gottes Feinden, die tobten und Gott hassten. Weil sie nämlich nicht gegen den unsichtbaren Gott kämpfen konnten, kämpften sie gegen seine Leute, zu denen auch Asaf zählte.

Für einen israelitischen Mann war das besonders bedrohlich, denn er gehörte zu Gott - doch nicht aufgrund seines Bekenntnisses, sondern durch Geburt und Beschneidung. So wie Asaf erging es durch die Jahrhunderte hindurch vielen Menschen jüdischer Abstammung, Männer, Frauen und Kinder. Sie wurden verfolgt, gemieden, diskriminiert und grausam umgebracht - und das einfach, weil sie Juden waren. Können wir uns vorstellen, wie sehr sich Menschen in solch einer Situation ausgeliefert fühlten? Ihre Volkszugehörigkeit genügte, um sie anzufeinden.

In diesem Sinne können wir auch den Lehrtext besser verstehen. Der Wunsch nach Frieden und Schutz vor den Feinden war auch für einen Zacharias außerordentlich wichtig. Was bedeutet das aber für uns Christen? Auch Christen werden teilweise verfolgt, jedoch nicht aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit, sondern aufgrund ihres Bekenntnisses. Warum aber setzen sie sich freiwillig dieser Gefahr aus? Sie könnten doch einfach ihr Bekenntnis zurückhalten. Hier zeigt sich, wie viel uns unsere Zugehörigkeit zu Jesus Christus wert ist. Deshalb sollten wir unseren Glauben an ihn nicht verstecken, selbst wenn wir dadurch Nachteile erfahren könnten. Und deshalb verbinden wir uns im Bekenntnis und im Gebet mit all denen, die zu Gottes Volk gehören, und hoffen wie sie darauf, dass Gott eingreift.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 23.06.2017

HERR, sei unser Arm alle Morgen, ja unser Heil zur Zeit der Trübsal!
Jesaja 33,2

Dem, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus zu aller Zeit.
Epheser 3,20-21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Auf Augenhöhe

Das heutige Losungswort hat etwas Provokantes. Es erscheint zwar erst einmal wie eine demütige Bitte des Propheten Jesaja, doch die Bitte selbst hat es in sich: „Sei unser Arm!“ Das bedeutet doch soviel wie: Gott soll unseren Arm, also alles, was wir tun, mit seiner Kraft erfüllen. Die Richtung jedoch bestimmen wir. Sollte es denn nicht genau umgekehrt sein, dass er unsere Richtung bestimmt, also wir sein Arm sind? Manchmal höre ich Christen sagen: „Wenn wir alle zusammen für dieses oder jenes beten, dann bewegen wir Gottes Arm.“ Ja, wer bewegt denn hier nun wen? Sollte nicht Gott uns bewegen?

Ähnliche Fragen kommen beim Thema Gebetserhörung auf. Liegt es nur an unserem Glauben, ob Gott unsere Gebete erhört? Haben wir quasi Gott in der Tasche, wenn wir nur genug glauben? Ich denke nicht. Gott ist der Ursprung aller Dinge. Er ist souverän. Wir haben keine Verfügungsgewalt über ihn!

Doch wie so oft im Glaubensleben stimmt auch das nicht ganz. Gott kann sich durchaus verfügbar machen, wenn er es will. Er kann sich auch zu unserem Arm machen, sodass wir zumindest scheinbar über seine Kraft verfügen. Ein Beispiel dafür ist der Ausspruch des Apostels Petrus. Als er und Johannes vor einem gelähmten Bettler standen, sagte er: „Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher!“ (Apg. 3,6) Wie aber kann das sein, dass Gott sich verfügbar macht?

Ich glaube, dass Gott mit uns auf Augenhöhe verkehren will. Obwohl er über allem steht, beugt er sich in Christus zu uns herunter. Er verkündet uns nicht nur seinen Willen, sondern geht auch auf unsere Wünsche ein - und das über Bitten und Verstehen, wie wir im Lehrtext lesen. Auch wenn das unser Verstehen und unsere Logik sprengt, dürfen und sollten wir es im kindlichen Vertrauen jederzeit in Anspruch nehmen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 22.06.2017

Wenn du nun isst und satt wirst, so hüte dich, dass du nicht den HERRN vergisst.
5.Mose 6,11-12

Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre.
1.Korinther 10,31

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Hüte dich!“

Eine Warnung ist es, die wir im heutigen Losungsvers lesen: „Hüte dich, dass du nicht den HERRN vergisst.“ Doch warum wurde diese Warnung ausgesprochen? Nun, das Volk Israel wurde von Mose, seinem Leiter, noch einmal darauf aufmerksam gemacht, was Gott alles für sie getan hatte. Und was er noch für sie tun wollte. Er wollte ihnen ein Land geben, in dem sie leben konnten. Sie sollten frei sein - für Menschen, die bis vor Kurzem in Sklaverei gelebt hatten, etwas völlig Neues. Sie sollten essen und trinken können wie noch nie zuvor - was für Aussichten! Sollte es da möglich sein, dass sie Gott vergessen, der das alles doch ermöglichte? Wir wissen aus der Geschichte Israels, dass es so geschah, und zwar nicht nur einmal. Doch was bedeutet das für uns?

Leider kann es auch uns passieren, dass wir vergessen, was Gott für uns getan hat. So hat er z.B. seinen Sohn Jesus Christus gegeben, damit wir frei von aller Schuld sein können. Nehmen wir das für uns in Anspruch? Oder halten wir das für nicht relevant? Dann wird vermutlich auch das, was Gott für uns noch bereithält, nicht von großer Bedeutung sein. Ja, er selbst wird für uns immer mehr in den Hintergrund treten. Der Lehrtext fordert uns jedoch geradezu zum Gegenteil auf, indem wir angehalten werden, alles, was wir tun, zur Ehre Gottes zu tun.

Das bedeutet zuerst einmal, dass ich alles, was ich tue, in Beziehung zu Gott setze. Ob ich esse oder trinke, ob ich schlafe oder wache, rede oder schweige, lache oder weine - um nur einiges zu nennen. Es geht vor allem darum, Gott vollständig in mein Leben mit einzubeziehen. Danach zu forschen, wie er die Dinge sieht. Ihn um seine Kraft zu bitten, wenn ich merke, ich schaffe es nicht, so zu leben, wie es ihm gefällt. Darauf zu vertrauen, dass er einen Weg auch für mich hat. Und nie zu vergessen, dass er da ist. Denn wenn wir das anstreben, werden wir erleben, wie unser Leben mit seinem Segen angefüllt wird - in allen Bereichen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 21.06.2017

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.
Psalm 22,2

Da Christus selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.
Hebräer 2,18

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Leid

Kann einem Menschen etwas Schlimmeres geschehen als das, was wir im heutigen Losungswort lesen? Von Gott verlassen, keine Hilfe in Sicht, im Nichts verhallende Schreie. Wer kann so etwas aushalten? Wer kann da noch an einen guten Gott glauben?

Nun, genau diese Worte schrie Jesus Christus am Kreuz. Eigentlich schildert der gesamte Psalm 22 prophetisch das entsetzliche Leiden Christi, aber nicht nur das, sondern auch dessen Auferstehung. Später heißt es hier: Der HERR hat sich nicht abgewandt, sondern hat seine Hilferufe gehört. (Ps. 22,25b) Offensichtlich hat Gott am Ende doch geholfen.

Wünschen wir uns nicht auch, von Gott befreit zu werden, wenn wir leiden müssen? Da Jesus Christus auf der einen Seite Gottes Sohn war, auf der anderen aber auch ein Mensch wie du und ich, erging es ihm da nicht anders. „Warum machst du nichts, Gott? Warum holst du mich hier nicht heraus?“ Ich glaube, dass Jesus selber hin und her gerissen war. Auf der einen Seite ging er freiwillig den Weg ans Kreuz und verteidigte sich noch nicht einmal. Auf der anderen Seite wünschte er sich, diesem Leid entkommen zu können. Doch am Ende stand er es durch - aus Liebe zu uns!

Weil Jesus Christus genauso menschlich empfand wie auch wir, kann er uns verstehen. So schildert es der Lehrtext. Er wurde versucht, seine Macht zu missbrauchen, um dem Leid zu entfliehen, doch er tat es nicht. Auch wir kommen in solche Versuchungen. Nicht immer ist der richtige Weg auch der bequeme. Da ist ein Ehepaar, das sich lieber trennt, als den mühsamen Weg der Versöhnung einzuschlagen. Da macht jemand lieber falsche Angaben bei der Steuererklärung, als auf Geld zu verzichten. Doch da ist auch der irakische Christ, der, nachdem man ihn fast zu Tode gepeitscht hatte, sagte: „Sollen wir nun aufhören, Christus zu verkündigen? - Natürlich nicht!“ Manchmal kommen wir um Leid nicht herum - doch auch da wird uns Jesus Christus gewiss beistehen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 20.06.2017

Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, darum gedenke ich an dich.
Psalm 42,7

Jesus spricht: Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.
Johannes 14,18

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Sehnsucht

Das heutige Losungswort ist ein sehnsüchtiger Ruf nach Gott. Psalm 42 beginnt mit den Worten: „Wie der Hirsch nach Wasser dürstet, so sehne ich mich nach dir, mein Gott.“ (Ps. 42,2) Wenn wir uns nach einem Menschen sehnen, so ereilen uns häufig gemischte Gefühle. Einerseits warten wir voller Vorfreude auf diesen Menschen. Wenn er sich aber verzögert, wechseln die Gefühle oft zwischen Ärger und Sorge. Für den Psalmisten kam noch eine dritte Herausforderung dazu. Offensichtlich machten sich andere Menschen darüber lustig, dass er vielleicht sogar vergeblich auf Gott wartete: „Tränen sind meine Speise bei Tag und Nacht, denn ständig verspotten mich meine Feinde und höhnen: ‚Wo ist nun dein Gott?‘“ (Ps. 42,4) Doch dann trifft er eine Entscheidung und befiehlt allen diesen widersprüchlichen Gefühlen zu schweigen: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“ (Ps. 42,6)

Ich meine, das sollten wir auch tun, wenn wir uns nach der Nähe und der Hilfe Gottes sehnen. Im Losungswort sagt der Psalmist, dass seine Seele betrübt ist, doch er lässt sich davon nicht bestimmen. Er bleibt mit seinen Gedanken mit Gott verbunden. Auch wir müssen nicht so tun, als ob es unserer Seele gut gehe, doch sollten wir uns davon nicht bestimmen lassen.

Nun fragen wir uns bestimmt auch manchmal: Wo ist Gott, weshalb greift er nicht ein? Man kann da natürlich diverse Gründe anführen: zu wenig Glauben, Sünde im Leben, keine Vollmacht oder auch „Wir sind Gott egal“, wie es vor Kurzem ein Leser sinngemäß schrieb. Es gibt jedoch einen viel besseren Grund, nicht aufzugeben, auch nicht ständig nach dem Fehler zu suchen, sondern einfach zu warten. Der Grund ist, dass Jesus Christus uns verspricht, uns nicht allein zu lassen, wie wir im Lehrtext lesen können. Ich glaube, wir werden ihm noch danken. Seine Hilfe kommt vielleicht spät, aber nie zu spät!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 19.06.2017

Was können die Weisen Weises lehren, wenn sie des HERRN Wort verwerfen?
Jeremia 8,9

Euer Glaube stehe nicht auf der Menschen Weisheit, sondern auf Gottes Kraft.
1.Korinther 2,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Weisheit

Um das heutige Losungswort zu verstehen, ist es sinnvoll zu fragen: Was ist eigentlich Weisheit und wofür benötigen wir sie? Nun, Weisheit ist, wie ich meine, die Fähigkeit, Informationen richtig zu deuten und damit umzugehen. Ein Beispiel dafür ist Josef, der den Traum des Pharaos nicht nur erkannt, sondern auch richtig gedeutet hatte. Nachdem er sieben fette und sieben magere Jahre vorausgesagt hatte, wurde er gefragt, was man denn jetzt tun solle. Darauf bewies Josef wiederum seine von Gott geschenkte Weisheit. Er ließ in den guten Jahren sammeln, um in den schlechten genug zu essen zu haben.(1)

Woher kommt aber die Fähigkeit, eine Situation richtig zu deuten? Dazu ein kleines Beispiel:

Jeder von uns, der einen Computer besitzt, hat wahrscheinlich schon einmal erlebt, dass irgendetwas nicht funktionierte. Alle Versuche, den Fehler zu finden und zu beheben, scheiterten. Irgendwann fragten wir dann einen Experten. Ich meine: Genauso ist das bei Gott. Er ist der Einzige, der sowohl uns als auch die gesamte Schöpfung kennt. Wenn es irgendeinen Experten für das Leben gibt, dann denjenigen, der das Leben erschaffen hat. Wenn wir also Gottes Wort verwerfen, dann deuten wir das Leben falsch und planen auch falsch in die Zukunft. Ein alter Prediger, der das Dritte Reich miterlebt hatte, sagte zum Beispiel einmal: „Jeder in Deutschland hätte wissen können, dass dieses Regime antigöttlich ist - hätten sie nur die Bibel gelesen.“ Dort steht nämlich: Denn so spricht der HERR Zebaoth, der mich gesandt hat, über die Völker, die euch beraubt haben: Wer euch antastet, der tastet meinen Augapfel an. (Sach. 2,12)

Aber auch im Kleinen sollten wir Gottes Wort nicht verwerfen oder relativieren. Die Bergpredigt z.B. enthält viele Weisheiten, die sich in unserem Leben auszahlen, wenn wir uns daran halten. So meine ich, dass Weisheit und Gottes Wort zusammengehören, denn hinter diesem Wort steht Gottes Kraft - ja Gott selbst!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Mos. 41,25-40