Gedanken zur Losung für Samstag, den 22.07.2017

Wir wurden alle wie die Unreinen, und alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid.
Jesaja 64,5

Der Herr wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.
Lukas 22,61-62

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Eine heilsame Erkenntnis

Für das heutige Losungswort ist es wichtig, den Kontext zu betrachten. Das 64. Kapitel des Propheten Jesaja wird nämlich mit einem sehnsüchtigen Flehen eingeleitet. Gott möge sich den Menschen in seiner Allmacht offenbaren: „Es geht uns so, als hättest du nie über uns geherrscht, als wären wir nie das "Volk des Herrn" gewesen! Ach Herr, reiß doch den Himmel auf, und komm zu uns herab! Lass vor deiner Erscheinung die Berge ins Wanken geraten!“ (Jes. 63,19) Zusammen mit seinem Volk fühlte sich Jesaja so schwach. Ohne Gottes Eingreifen waren sie nicht nur ihren Feinden ausgeliefert, sondern auch der Macht der Sünde. So lesen wir im gleichen Kapitel: „Du hast dich vor uns verborgen; deshalb wurden wir im Griff unserer Sünde weich wie Wachs.“ (Jes. 64,6) Wenn Gott also nicht eingreift, erscheinen selbst die guten Taten selbstgerecht.

Wie sehr ein Mensch seinen inneren Kräften und Ängsten ausgeliefert ist, macht uns der Lehrtext deutlich. Petrus, der Jesus kurz zuvor noch seine Treue bis in den Tod zusicherte, versagte kläglich, als jemand ihn als Jünger Jesu erkannte. Ich denke, Petrus steht für uns alle. Guter Wille, ja selbst eiserne Disziplin reicht nicht aus - wenn Gott nicht hilft, sind wir uns selbst ausgeliefert. Das gilt im Persönlichen und auch weltweit. Auch wir könnten bitten: „Ach Herr, reiß doch den Himmel auf, und komm zu uns herab!“

Doch eines will ich nicht vergessen: In Jesus Christus ist Gott zu uns herabgekommen. Deshalb sind wir uns auch nicht mehr selbst ausgeliefert, wenn wir ihm vertrauen. Unser Stolz kann zwar ins Wanken geraten, vielleicht müssen wir sogar bitterlich weinen, wie ein Petrus. Doch hinter solch einem Zerbruch wartet Gottes Gnade auf uns. Auch wenn wir noch darauf warten, dass Gott sich allen Menschen offenbart, in uns ist es schon geschehen. Dank sei Gott!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 21.07.2017

Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN!
Psalm 118,26

Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.
1.Johannes 4,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Lebensbringer

Die Worte des heutigen Losungsverses riefen viele Menschen, als Jesus Christus in Jerusalem einzog. Sie werden noch einmal ausgerufen werden, wenn Jesus wiederkommt.(1) Wenn eine Person dermaßen bejubelt wird, geschieht das nicht ohne Grund. Was bringt uns also der, der da im Namen des HERRN kommt? Erfolg, Glück, Gesundheit, Frieden oder Sicherheit? Damals wie heute wünschten sich Menschen diese oder ähnliche Dinge. Obwohl meiner Erkenntnis nach Jesus Christus uns dies alles schenken will, liegt der Schwerpunkt seiner Mission woanders. Es geht um das Leben an sich - und zwar um das ewige Leben. Dazu gehört vor allem das jenseitige Leben. Das ist aber vielen Menschen zu weit weg.

Das war auch schon zu Jesu Zeiten so. Viele hatten erwartet, dass der Messias sie von den Römern befreit und das mächtige Königreich Davids wieder aufrichtet. Doch Jesus Christus kam und sprach von Verlorenheit, von Errettung, von seinem Kreuzestod und von Umkehr zu Gott. Löst das unsere alltäglichen Probleme? Bringt uns das Glück, Erfolg oder Weltfrieden?

Im Lehrtext lesen wir, dass Gott seinen Sohn sandte, damit wir durch ihn leben sollen. Das bezieht sich eindeutig auf das ewige Leben, denn hier auf Erden verheißt uns Jesus nicht nur Glück und Erfolg, sondern ebenfalls Leid und Verfolgung. Deshalb sollten wir den Wert des ewigen Lebens nicht gering schätzen, auch wenn es weit weg erscheint. Ich persönlich glaube, dass die Wunder Gottes, die heute geschehen, eine Art Vorschuss auf das sind, was er uns schenken will. Was wir heute an Hilfe und Glück, Lebensfülle und Gnade erleben dürfen, ist ein Vorgeschmack auf das, was Gott für uns bereithält. So ist im gewissen Sinne die Ewigkeit schon angebrochen. Damals wurde Jesus Christus bejubelt, weil viele dachten, dass er ihre Lebensumstände verbessern wird. Doch wir dürfen ihm zujubeln, weil er uns das Leben selbst gebracht hat.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt. 21,9 Matt. 23,39

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 20.07.2017

Bei dir finden die Verwaisten Erbarmen.
Hosea 14,4

Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis.
Offenbarung 2,8-9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Bedrängnisse

In den heutigen Bibelversen geht es um Gottes Erbarmen, um seinen Trost und seine Hilfe in schweren Situationen. Im Losungswort wird Menschen die Hilfe Gottes zugesprochen, die Vater, Mutter oder ihren Versorger verloren haben. Im Lehrtext wiederum geht es um bedrängte Christen, die um ihres Glaubens willen angegriffen, gefangen genommen und getötet wurden. Alle waren also in Bedrängnis. Ihnen sprach Gott seine Hilfe zu.

Allerdings war der Grund der Bedrängnis sehr verschieden. Der Prophet Hosea beginnt das 14. Kapitel mit einer niederschmetternden Prophezeiung, die man kaum ertragen kann: Die Einwohner Samarias müssen die Folgen ihrer Schuld tragen, weil sie sich gegen ihren Gott aufgelehnt haben. Sie werden im Krieg umkommen, ihre Kinder wird man am Boden zerschmettern, ihren Schwangeren den Bauch aufschlitzen. Kehr um zum Herrn, deinem Gott, Israel! Denn du hast dich durch deine Schuld ins Verderben gestürzt. (Hos. 14,1-2) Dass es also Waisen in Israel gab, war das Resultat einer Strafaktion Gottes. Das sind Dinge, die wir oft schwer verstehen. Ein Prediger sagte einmal: „Wenn wir sagen, dass wir Gott lieben, müssen wir akzeptieren, dass Gott ist, wie er ist.“ Das heißt für mich, zu akzeptieren, dass Gott nicht nur rettet, sondern auch richtet. Allerdings wird gerade im Buch Hosea deutlich, dass Gott sein Volk nicht verwerfen will. Deshalb erbarmt er sich auch derer, die durch sein Gericht in Not geraten sind.

Insgesamt entdecke ich in dem allen aber auch eine Mut machende Botschaft: Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott sich auch dann erbarmt, wenn wir aus eigenem Verschulden in große Not geraten sind. Leiden wir um Jesu willen, erwarten wir seine Hilfe, weil wir uns ja zu ihm bekennen. Doch was ist, wenn ein Raucher plötzlich schwer krank wird oder ein Spieler seine Schulden nicht mehr begleichen kann? Heißt es dann: „Selber schuld!“? Ja und doch Nein, denn Gottes Erbarmen ist immer noch größer, wenn wir ihn darum bitten!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 19.07.2017

Ich bin der HERR, dein Arzt.
2.Mose 15,26

Durch Christi Wunden seid ihr heil geworden.
1.Petrus 2,24

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Außergewöhnlich

Die heutigen Bibelverse befassen sich mit einem Thema, das jeder Mensch kennt. Jeder ist schon einmal krank gewesen und hat sich darüber gefreut, wenn die Krankheit vorüber war. Vermutlich hat in unseren Breitengraden auch schon jeder einmal einen Arzt aufgesucht, der eine freiwillig, andere vielleicht mehr aus der Not heraus. So sagte jemand zu mir: „Zum Arzt gehe ich nicht - der sagt mir nur, dass ich krank bin …“ Es ist nur die Frage, ob man automatisch gesund bleibt oder wird, wenn man Ärzte einfach meidet.

Nun lesen wir im heutigen Losungsvers, wie Gott zu den Israeliten sagt, er wolle ihr Arzt sein. Verbunden war dies mit der Aufforderung, nach seinem Willen und in seinen Wegen zu leben. Wie wir aus der Schrift wissen, vermochten die Israeliten das nicht dauerhaft. Infolgedessen gab es Zeiten, in denen das Volk quasi „gesund“ war und gedieh, aber auch Zeiten, in denen es fast zugrunde ging. Das waren die Zeiten, in denen sie erst mal den „Arztbesuch“ - also die Zuwendung zu Gott - mieden. Doch wenn sie ihn dann schließlich suchten, „heilte“ er sie und machte sie wieder stark. Im Grunde war es ein ständiges Auf und Ab. Außergewöhnlich war dabei, dass Gott sie immer wieder „in Behandlung“ nahm. Immer wieder erbarmte er sich.

Als Jesus geboren wurde, zeigte sich Gottes Erbarmen nicht nur für die Israeliten, sondern für alle Menschen. In seiner Zeit auf der Erde heilte Jesus viele Menschen von allerlei Krankheiten. Doch die größte „Krankheit“, die der Menschheit den Tod brachte, wurde erst durch Jesu Tod am Kreuz besiegt. Es ist die Sünde. Durch sie wurde der Mensch „unheil“. Im Lehrtext lesen wir jedoch, dass wir durch Christi Wunden heil geworden sind. Wo gibt es einen Arzt, der seine Patienten dadurch heilt, dass er die Krankheit und ihre Folgen auf sich nimmt und ihnen stattdessen seine Gesundheit schenkt? So etwas kann nur Jesus. Deshalb nennt man ihn auch den Heiland. Er bringt Heilung und Heilsein für den, der seine eigene Bedürftigkeit erkennt. Er ist der außergewöhnlichste Arzt, den es gibt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 18.07.2017

Die Wege des HERRN sind lauter Güte und Treue für alle, die seinen Bund und seine Gebote halten.
Psalm 25,10

Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht.
Lukas 16,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Treue bei Gott und Mensch

Das heutige Losungswort ist ein Zuspruch für Menschen, die den Bund mit Gott und seine Gebote halten. Sie dürfen damit rechnen, dass Gott treu und gütig mit ihnen umgeht. Doch was ist damit gemeint? Ist hier von Leuten die Rede, die nie etwas falsch machen? Natürlich nicht, denn wozu bräuchte solch ein Mensch die Güte und Treue Gottes? Nein, es geht hier nicht um Perfektion, sondern eher um eine Gesinnung, ein Streben, mit Gott verbunden zu sein und seinen Willen umzusetzen. Wer allerdings nicht danach strebt, wird dazu neigen, Schuld oder Versagen herunterzuspielen.

Das kann so weit gehen, dass jemand sogar Gutes böse nennt und Böses gut. Solch ein Mensch versucht, sich selbst zu rechtfertigen, anstatt die Güte und Treue Gottes in Anspruch zu nehmen. Jesus Christus erzählte einmal ein Gleichnis von einem Pharisäer und einem Zöllner, die beide beteten. Der Pharisäer berichtete Gott, wie korrekt er immer gehandelt hatte. Der Zöllner hingegen bat Gott nur: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ Am Ende wurde nur der Zöllner von Gott gerechtfertigt.(1) Ich meine, dass unser Versagen für Gott kein Problem ist - unser Stolz sehr wohl.

Wie können wir nun ermitteln, in welcher Gesinnung wir Gott gegenüber leben? Ich denke, der Lehrtext gibt uns da einen Anhaltspunkt. Die Frage ist nämlich nicht, was wir im Großen tun, sondern wie wir uns in den geringen Dingen verhalten. Ein kleiner Versicherungsbetrug zählt bei Gott nicht weniger als das Verbergen von Millionen von Euros in Steueroasen. Ein kleiner Flirt mit einer verheirateten Person ist vor Gott nicht weniger schlimm als ein Gang ins Bordell. Wer beim Stühleaufstellen in der Gemeinde unzuverlässig ist, wird es auch als Konzernchef sein. Unsere Treue zu Gott macht sich im Kleinen bemerkbar - und seine Treue zu uns übrigens auch. Deshalb dürfen wir ihn auch um Kleinigkeiten bitten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Luk. 18,9-14

Gedanken zur Losung für Montag, den 17.07.2017

Er wird Frieden gebieten den Völkern.
Sacharja 9,10

Petrus sprach: In jedem Volk, wer Gott fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm. Er hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alle.
Apostelgeschichte 10,35-36

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Frieden

Das heutige Losungswort bezieht sich deutlich auf die Person Jesus Christus. Einen Vers zuvor heißt es noch: Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. (Sach. 9,9) Dieser Vers bildete die Grundlage zu dem bekannten Adventslied „Tochter Zion“. Dort wird das Kommen des Messias angekündigt. Dieser wird dann Frieden schaffen, wie wir im Losungswort lesen können. Doch welcher Art wird dieser Friede sein?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Frieden, wie ich meine. Der eine Friede ist aufgezwungen. Er verhindert notfalls mit Gewalt, dass jemand kriegerisch gegen eine andere Person oder Nation vorgeht. Die UN-Friedenstruppe ist z.B. solch ein Kriegsverhinderer. Für die einen bedeutet solch ein Frieden zwar Ruhe und Sicherheit, für andere ist er eher ein Ärgernis, weil sie mit ihren Absichten nicht zum Zuge kommen. Wird der Schutz einmal aufgehoben, verschwindet in der Regel auch der Friede.

Von solch einer Art Friede spricht der Prophet Sacharja im Losungswort. Solch einen Frieden erwarteten viele Juden zu Jesu Zeiten, als sie unter römischer Vorherrschaft standen. Sie hofften, dass der Messias die Römer mit göttlicher Gewalt herausschmeißt. Doch Jesus kam, um uns zunächst einen anderen Frieden zu bringen. Er beginnt in den Herzen der Menschen. Davon berichtet der Lehrtext. Der Friede, den Jesus Christus bringt, ist nicht erzwungen. Menschen werden freiwillig in Frieden miteinander leben, weil ihnen die Verbindung zu Gott wichtiger ist als ihr eigener Vorteil. Selbst wenn andere sie angreifen, werden sie nicht zurückschlagen.

Nun, wenn wir ehrlich sind, sind wir dort noch nicht ganz angekommen. Doch wir dürfen uns danach ausstrecken. Möge der Herr uns mehr und mehr mit diesem Frieden erfüllen!

Shalom wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 16.07.2017

Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre.
Psalm 62,8

Jesus spricht zu Petrus: Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre.
Lukas 22,32

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ehre bei Gott

„Bei Gott ist mein Heil.“ So lesen wir es im heutigen Losungswort. Das ist wahr. Nur Gott kann uns letztendlich retten, helfen und beschützen. Er allein hat alle Macht. Nun geht das Losungswort aber noch weiter: „Bei Gott ist auch meine Ehre“ ergänzt David, der Schreiber des Psalms. Wie kann denn bei Gott meine Ehre sein? Sind es nicht wir, die Gott ehren oder ehren sollten?

Manchmal höre ich, dass Leute damit angeben, eine bekannte Persönlichkeit zu kennen. Sie rühmen sich mit der Berühmtheit anderer. Ist das unsere Ehre, dass wir uns rühmen, Gott zu kennen? Ich glaube nicht. Doch nehmen wir einmal an, jemand würde sagen: „Bei Menschen ist meine Ehre.“ Dann meint diese Person doch: Wenn Menschen mich loben oder rühmen, dann gereicht mir das zur Ehre. Meine Ehre hängt also davon ab, was Menschen über mich sagen. Übertragen auf Gott, würde das bedeuten: Meine Ehre hängt davon ab, was Gott über mich sagt.

Doch was sagt Gott über uns? Im Lehrtext lesen wir von einer interessanten Begebenheit. Jesus Christus sagte zu Petrus: „Simon, Simon, Satan hat sich erbeten, euch schütteln zu dürfen wie den Weizen im Sieb. Ich aber habe für dich gebetet, dass du deinen Glauben nicht verlierst. Wenn du dann umgekehrt und zurechtgekommen bist, stärke den Glauben deiner Brüder!“ (Luk. 22,31-32) Jesus kündigte damit Petrus und allen anderen schwere Zeiten an. Er wusste sogar, dass Petrus versagen und ihn verleugnen würde. Doch sagte er dann nicht: „Siehst du, das kommt davon, wenn jemand immer so vorlaut ist!“ Im Gegenteil, Jesus Christus betete für Petrus und prophezeite ihm, dass er wieder umkehren wird. Ja er gab ihm sogar gleich noch einen Auftrag, nämlich die anderen im Glauben zu stärken.

Diese ganze Begebenheit zeigt, wie gut und barmherzig Gott über uns denkt, selbst wenn wir versagen. Wenn jemand so etwas erlebt, dann weiß er bzw. sie, dass wir uns nicht selbst dafür rühmen können. Doch Jesus Christus betet für uns - ja das ist es, was uns ehrt!

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 15.07.2017

Mose sprach zu dem HERRN: Sieh doch, dass dies Volk dein Volk ist.
2.Mose 33,13

Der gute Hirte ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus. Und wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme.
Johannes 10,3-4

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Volk

Das heutige Losungswort ist Teil eines Gebets, das Mose an Gott richtete. Darin setzte sich Mose für das Volk Israel ein, obwohl sie sich kurz zuvor an Gott versündigt hatten. Doch welchen Grund nannte Mose, weshalb Gott Israel verschonen sollte?

Nun, er schilderte nicht alle guten Seiten seines Volkes, wie wir es manchmal aus Gerichtsprozessen kennen. Sein Argument war ein ganz anderes. Er verglich im gewissen Sinne das Volk Israel mit einem Kind. Ein Kind bleibt Kind, auch wenn es sich falsch verhalten hat. Das erzeugt bei Eltern häufig eine große Spannung zwischen der Ablehnung dessen, was das Kind getan hat, und der natürlichen Liebe zu jemand, der ohne sie nicht wäre. Ich denke, Mose wusste, dass es Gott ähnlich gegenüber seinem Volk erging. Deshalb, so glaube ich, ging er auf Moses Bitten ein. Mose hatte etwas zur Sprache gebracht, was zutiefst dem Wesen Gottes entsprach: Liebe und Erbarmen.

Doch Gott geht es nicht nur um das Volk Israel, sondern um alle Menschen. Diese Botschaft brachte uns Jesus Christus. Im Lehrtext machte er deutlich, wer zu ihm und damit auch zu Gott gehört. Es sind diejenigen, die ihm folgen. Sie nehmen seine Stimme wahr - nicht unbedingt akustisch, doch in der Bibel und in ihrem Herzen. Sie erkennen sie, wie Schafe die Stimme ihres Hirten erkennen können.

Nun könnte jemand denken: „Wenn ich aber Jesus Christus nicht mehr folge? Wenn ich anders leben will, bin ich dann nicht mehr sein Kind?“ Jesus erzählte dazu ein Gleichnis von 99 Schafen, die ihrem Hirten folgten, und einem Schaf, das sich verirrt hat. Für dieses Schaf lässt der Hirte die anderen 99 stehen. Das Gleichnis macht deutlich, wie wertvoll wir in Gottes Augen sind, selbst wenn wir von ihm abirren. Wenn wir uns einmal von Herzen entschieden haben, Jesus Christus zu folgen, dann gehören wir zu ihm - wir sind sein Volk.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen