Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 30.03.2017

Mose sprach: Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun. Du sollst nichts dazutun und nichts davontun.
5.Mose 13,1

Jesus spricht: Willst du zum Leben eingehen, so halte die Gebote.
Matthäus 19,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Weder dazu noch davon

Das heutige Losungswort ist Teil einer langen Rede, in der Mose sein Volk inständig dazu aufforderte, Gottes Gebote und Anweisungen ernst zu nehmen. Sie sollten weder Gebote oder Anweisungen dazutun noch davontun. Eine ähnliche Aufforderung des Apostels Johannes lesen wir im Neuen Testament in der Offenbarung.(1)

Doch solche Aufforderungen verursachen in der heutigen Christenheit Probleme. Wie gehen wir mit der Bibel um? Ich entdecke zwei nebeneinander existierende Strömungen. Die eine relativiert Stück für Stück die Aussagen der Bibel. Gelten die Zehn Gebote eigentlich noch? Hat Gott wirklich die Welt so erschaffen, wie wir es lesen? War Jona tatsächlich im Fisch? Ist Jesus wirklich leiblich auferstanden? Hat man ihn womöglich erst nachträglich zum Messias erhöht? Fragen der modernen Theologie, die sehr unterschiedlich beantwortet werden.

Die andere Strömung nimmt alles wörtlich. Da muss der Sabbat am Samstag gehalten werden, Frauen dürfen nicht predigen und sollen beim Beten eine Kopfbedeckung tragen. Dazu kommen unterschiedliche Auffassungen bezüglich Speisen und Kleiderordnung. Oft kontrollieren sich auch diejenigen, die so denken, gegenseitig. Was ist nun richtig? Lesen wir nicht im Lehrtext, wie Jesus sagt, dass man zum Leben eingeht, wenn man die Gebote hält?

Ich denke, die Bibel muss aus der Sicht Christi und der des Evangeliums betrachtet werden. Unser Leitstern ist der Sohn Gottes, durch den und mit dem wir den Willen Gottes erfüllen. Gottes Wort darf zwar nicht je nach Auffassung verändert, muss aber richtig verstanden werden. Manchmal müssen wir auch die Spannung zwischen der Freiheit Christi und dem Halten seiner Gebote aushalten. Der Apostel Paulus schrieb dazu ein weises Wort: Der eine hält einen Tag für höher als den andern; der andere aber hält alle Tage für gleich. Ein jeder sei in seiner Meinung gewiss. (Röm. 14,5)

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Offb. 22,18-19

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 29.03.2017

Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen.
Klagelieder 3,24

Durch Jesus Christus haben wir den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird.
Römer 5,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der HERR ist mein Teil

Am Anfang des dritten Kapitels, aus dem das heutige Losungswort stammt, schreibt Jeremia: Er hat meinen Körper und meine Haut altern lassen und mir die Knochen zerschlagen. Er schloss mich ein und umgab mich mit Gift und Leid. Er hat mich in die Finsternis geschickt, wie einen, der schon tot ist. Er hat mich eingemauert, sodass ich nicht entkommen kann. In Ketten hat er mich gelegt. (Klgl. 3,4-7) Von wem spricht Jeremia hier? Vom Teufel? Nein, er spricht von Gott! Wie kann jemand, der so von Gott redet, einige Verse später sagen: Die Gnade des Herrn nimmt kein Ende! Sein Erbarmen hört nie auf, jeden Morgen ist es neu. Groß ist seine Treue. Meine Seele spricht: „Der Herr ist mein Anteil, auf ihn will ich hoffen.“? (Klgl. 3,22-24) Das Umfeld des heutigen Losungsverses scheint so gar nicht zum Vers selbst zu passen.

Ich sehe in diesem scheinbaren Widerspruch eine tiefe Herzensbeziehung, die Jeremia zu Gott hatte. Der Zorn Gottes, den Jeremia am Anfang beschreibt, bewirkte nicht, dass der Prophet an Gottes guten Absichten zweifelte. Jeremia glaubte nicht an Gott, weil dieser ihm alle Wünsche erfüllte, sondern weil er Gott war. Er fühlte sich völlig mit Gott verbunden - auch dann, wenn er ihn nicht verstand. Gott war sein Teil, sein Ein und Alles.

Manchmal erlebe ich, wie Christen versuchen, Christus attraktiv zu machen, damit andere Menschen Lust bekommen, an ihn zu glauben. Doch Jesus Christus ist kein Produkt, das nur ein gutes Marketing benötigt, um gekauft zu werden. Jesus ist die Verbindung zu Gott. Wir Christen sind Menschen, die in dieser Verbindung leben. Wir rühmen uns der Hoffnung, die wir haben dürfen - so lesen wir es im Lehrtext. Weil er unser Ein und Alles ist, gehen wir mit großer Freude und erhobenem Haupt durch diese Welt. Möge diese Freude die Menschen um uns herum anstecken, auch nach ihm zu fragen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 28.03.2017

Tu, was dir vor die Hand kommt; denn Gott ist mit dir.
1.Samuel 10,7

Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.
Kolosser 3,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Innere Werte

Eine andere Übersetzung des heutigen Losungsverses lautet: Wenn diese Zeichen eingetreten sind, dann tu, was du für richtig hältst, denn Gott wird mir dir sein. (1.Sam. 10,7) Die Vorgeschichte dieses Verses ist, dass der Prophet Samuel Saul zum ersten König über Israel gesalbt hatte. Nun gab er ihm Instruktionen, wie er sich verhalten sollte. Er sollte tun, was er für richtig hielt - doch nicht einfach so, sondern nachdem gewisse Zeichen eingetreten waren. Diese Zeichen waren, dass Saul auf dem Weg nach Haus auf Propheten treffen und Folgendes geschehen würde: Zur gleichen Zeit wird der Geist des Herrn mit Macht über dich kommen, und du wirst mit ihnen zusammen prophetisch reden. Du wirst in einen anderen Menschen verwandelt werden. (1.Sam. 10,6) Saul sollte also von Gott neue innere Werte bekommen. Was er jetzt für richtig hielt, war auch in den Augen Gottes richtig.

Was hier über Saul erzählt wird, können wir auch erleben. Wenn wir an Jesus Christus glauben, seinem Wort vertrauen und ihm unser Denken, Handeln und Leben hinhalten, dann werden wir verändert. Wir bekommen ein Gespür dafür, was in Gottes Augen richtig ist und was nicht. Folgendes schrieb Paulus an die Christen in Rom: Lasst euch von Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln. Dann werdet ihr wissen, was Gott von euch will. (Röm. 12,2b) In diesem Sinne können wir auch den Lehrtext verstehen. Auch er fordert uns auf, in unsere Worte und Handlungen Jesus mit einzubeziehen und Gott dafür zu danken.

Leider geschieht das aber nicht immer unter Christen. Das erzeugt häufig große Not in Gemeinden und Familien. Ein Grund dafür ist, dass Christen immer seltener in der Bibel lesen. Ohne Kenntnis dessen, was Gott zu uns redet, können wir aber nicht ihm entsprechend handeln. Innere göttliche Werte kommen nicht von allein. Sie entstehen beim Lesen der Bibel und durch das Wirken des Heiligen Geistes an uns.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 27.03.2017

Der HERR wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.
Psalm 121,3

Jesus streckte die Hand aus und ergriff Petrus und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?
Matthäus 14,31

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gehalten

Immer wieder stoßen wir in der Bibel auf das Thema, dass es in unserem Leben kleine und auch große Krisen geben kann. Über allen Zeiten jedoch steht die Zusage Jesu, dass er immer bei uns ist.(1) Sowohl das heutige Losungswort als auch der Lehrtext verdeutlichen das. So finden wir in Psalm 121, aus dem das Losungswort stammt, unter anderem auch Verheißungen, also Zusagen Gottes. Ganz konkret heißt es hier, Gott wird nicht zulassen, dass wir stolpern und fallen. Doch manchmal ist unser Leben genau davon gekennzeichnet. In dieser Spannung zwischen Gottes Zusagen und dem, was uns widerfährt, zu leben, ist manchmal eine große Herausforderung.

Der Lehrtext berichtet davon, wie der Apostel Petrus in solch eine Situation geriet. Angefangen hatte es mit großem Glaubensmut: Als er Jesus auf dem Wasser gehen sah, war auch Petrus dafür bereit - falls Jesus das wünschte. Nun, Jesus rief ihn tatsächlich aufs Wasser und am Anfang lief alles wunderbar. Doch nach kurzer Zeit realisierte Petrus, wo er sich befand. Er spürte das Wasser und den Wind und er sah die Wellen. All das war ihm als Fischer ja nicht unbekannt, aber jetzt war er nicht mehr in seinem gewohnten Schutzraum, dem Boot. Es geschah das, was er am meisten fürchtete: Er sank. Gleichzeitig jedoch erinnerte er sich, wer bei ihm war - Jesus. Sofort schrie er zu ihm um Hilfe. Wie Jesus reagierte, lesen wir im Lehrtext. Warum nun nannte Jesus Petrus kleingläubig? Immerhin hatte dieser sich ja aufs Wasser getraut, was sonst keiner gewagt hatte.

Vielleicht meinen wir, dass man großen Glauben braucht, um auf dem Wasser zu gehen. Doch Jesus sucht den Glauben, der darauf vertraut, dass er uns nicht untergehen lässt. Egal, worin wir uns befinden, er ist da und hält uns. Derjenige, der uns vor dem ewigen Tod errettet hat, wird nicht zulassen, dass wir nach dieser Errettung verloren gehen. Darauf dürfen wir auch heute vertrauen. Er ist bei uns.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Matth. 28,20

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 26.03.2017

Es gibt Hoffnung auf Zukunft für dich. Spruch des HERRN.
Jeremia 31,17

Die Nachbarn und die, die den Blinden früher als Bettler gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?
Johannes 9,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Es gibt Hoffnung

Der Hintergrund des heutigen Losungswortes ist eine Zusage Gottes an sein Volk Israel. Der Prophet Jeremia sagt in diesem Kapitel eine glückliche Zeit voraus. Es wird Essen und Trinken die Fülle geben. Junge und Alte werden sich zusammen im eigenen Land freuen, Tanz und Reigen wieder stattfinden und Gott wird sein Volk über die Maßen segnen.

Als Jeremia diese Prophezeiung aussprach, war noch nichts von all dem zu sehen. Doch wer ihm glaubte, bekam neuen Lebensmut, weil es eine Hoffnung auf die Zukunft gab. Diese damals ausgesprochene Hoffnung hatte eine große Kraft, sodass die Menschen über Jahrtausende hinweg daran festhielten. Das heutige Israel wäre nicht ohne diese Hoffnung.

Doch inmitten dieser Mut machenden Prophezeiungen kam plötzlich ein Vers, der so gar nicht hineinzupassen scheint. Zwei Verse vor dem Losungswort lesen wir: So spricht der Herr: „Schreie der Angst ertönen in der Stadt Rama - das Klagen und Trauern nimmt kein Ende. Rahel weint um ihre Kinder und lässt sich nicht trösten - denn sie sind alle tot.“ (Jer. 31,15) Was hat dieser Vers denn mit dem Übrigen zu tun? Nun, im nächsten Vers lesen wir: Aber so spricht der HERR: „Lass dein Schreien und Weinen und die Tränen deiner Augen; denn deine Mühe wird noch belohnt werden.“ (Jer. 31,16) Dieses schreckliche Ereignis, das sich kurz nach der Geburt Jesu ereignete, wurde vorhergesagt, damit die Menschen nicht daran verzweifeln. Es geschah nämlich auch etwas anderes. Gott schickte den, durch den sich alles erfüllen sollte: Jesus Christus. Das erlebte z.B. ein blinder Mann, den Jesus gesund machte. Der Lehrtext berichtet davon.

Auch wir dürfen hoffen, dass Jesus Christus uns aus allem herausholen wird, was uns heute bedrückt und gefangen nimmt. Lasst uns wie Israel an dieser Hoffnung festhalten, auch wenn sich die Dinge nicht gleich ändern. Früher oder später wird es geschehen, denn Gott hält, was er verspricht.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 25.03.2017

Wer ruft die Geschlechter von Anfang her? Ich bin‘s, der HERR, der Erste und bei den Letzten noch derselbe.
Jesaja 41,4

Gott hat Christus von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und jeden Namen, der angerufen wird, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen.
Epheser 1,20-21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Erste und der Letzte

Im heutigen Losungswort wird uns erklärt, wer Gott wirklich ist. Man muss dabei bedenken, dass zu Jesajas Zeiten jedes Volk seine eigenen Götter hatte. Es ging den Menschen damals nicht so sehr um die Frage, wer der wahre Schöpfergott, sondern welcher Gott der stärkere war. Interessanterweise sind wir heute von diesen Anschauungen nicht weit entfernt. Wir haben vielleicht nicht viele Götter, doch etliche meinen, dass Gott - falls es ihn überhaupt gibt - unvorstellbar und unbeschreibbar ist. Alle Religionen haben dieser Ansicht nach eine gewisse Erkenntnis von Gott. Deshalb möchten tolerante Menschen keiner Religion absprechen, einen Weg zu Gott darzustellen.

Doch neben dieser Toleranz entwickelt sich ein Kampf der Religionen. Welche wird sich am Ende durchsetzen? Wird Deutschland eventuell islamisch? Die Angst davor macht sich breit. Ist unsere Toleranz vielleicht nur ein Beschwichtigungsversuch gegenüber Andersgläubigen? In all diese Gedanken und Befürchtungen spricht das Losungswort hinein: „Ich bin‘s!“ Doch wer ist „Ich“? Es ist niemand anders als Jesus Christus. Er ist der Erste und der Letzte!(1) Durch ihn wurde alles geschaffen!(2) Er sitzt zur Rechten Gottes, wie uns der Lehrtext mitteilt. Er steht über allen Reichen, Gewalten, Mächten und Herrschern. Wenn wir zu diesem Jesus gehören und ihm vertrauen, vor wem sollten wir uns fürchten?

Ich hoffe, das wird uns Christen immer wieder bewusst. Unsere Sicherheit liegt nicht darin, dass alle Menschen Christen werden, sondern dass Christus herrscht und niemand sonst. Wenn wir andere zum Glauben an Jesus Christus rufen, dann nicht um unsertwillen, sondern um ihretwillen. Denn Jesus ist der Erste und der Letzte, darauf lasst uns fest vertrauen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Offb. 1,17 (2) Hebr. 1,2

Gedanken zur Losung für Freitag, den 24.03.2017

Er wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande.
Jesaja 11,4

Jesus spricht: Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer.
Lukas 6,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Richter der Armen

„Er wird die Armen mit Gerechtigkeit richten“, so heißt es im heutigen Losungswort. Doch was bedeutet das? Wird Gott die Armen verurteilen oder sie rechtfertigen? Ist ein armer Mensch per se schon unschuldig, ein Reicher dagegen schuldig? Ganze Denksysteme machen sich am Unterschied zwischen Arm und Reich fest. Die einen beschuldigen faktisch jeden Reichen, ein Unterdrücker und Dieb zu sein. Andere dagegen sagen, der Arme hätte seinen Zustand selbst verschuldet. Auch in christlichen Kreisen fallen die Meinungen da sehr verschieden aus. Wie mag Gott das wohl sehen?

Vor vielen Jahren fragte ich Gott einmal: „Herr, weshalb geht es mir so gut und anderen so schlecht?“ Die Antwort Gottes erreichte schnell mein Herz: „Damit du denen hilfst, die es brauchen!“ Gott ist ein Gott des Ausgleichs. Er erhöht das Niedrige und erniedrigt das Hohe. Erniedrigen wir uns aber selbst, werden wir von Gott erhöht. Das ist der einzige Weg, der uns davor bewahrt, auf Kosten anderer zu leben, dass nämlich Gott uns nach oben bringt und nicht wir selbst. Das gilt für alle Menschen, denn auch Arme können auf Kosten anderer leben und sich daran gewöhnen.

Nun gab es zu Jesu Zeiten kein Sozialsystem, wie wir es heute haben. Arme Menschen hatten kaum eine Chance, aus diesem Zustand herauszukommen, besonders, wenn sie krank oder aus anderen Gründen arbeitsunfähig waren. Diesen Menschen sprach Jesus Christus etwas Gewaltiges zu. Im Lehrtext heißt es, dass ihnen das Reich Gottes gehören soll. Das, was niemand mit Geld erwerben kann, wird denen zugesprochen, die nichts haben. Ich verstehe das so: Ein armer Mensch lebt von der Gnade und der Zuwendung anderer. Nicht anders ist das Reich Gottes. Nur die Gnade und Zuwendung Gottes lässt uns dort hineinkommen. Deshalb hat ein wohlhabender oder angesehener Mensch es oft schwerer, Gottes Reich zu verstehen und anzunehmen. Wenn wir uns aber von der Gnade Gottes abhängig machen, dann sind wir wie ein Armer.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 23.03.2017

Die Nationen, die dann rings um euch übrig geblieben sind, werden erkennen, dass ich, der HERR, aufgebaut habe, was niedergerissen war, bepflanzt habe, was verwüstet war.
Hesekiel 36,36

Simeon betet: Meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel.
Lukas 2,30-32

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Vor aller Augen

Der heutige Losungsvers ist eine Verheißung, die der Prophet Hesekiel im Auftrag Gottes dem Volk Israel gab. Obwohl sie vor langer Zeit ausgesprochen wurde, hat sie sich noch nicht erfüllt. Sie besagt, dass es eine Zeit geben wird, in der alle Nationen erkennen werden, dass es Gott ist, der an Israel handelt. Sie werden in dem Land wohnen, das er schon ihren Vorfahren gegeben hatte. Sie werden ihn als Gott anerkennen, weil er ihnen ein neues Herz und einen neuen Geist schenken will.(1)

Nun, auch wenn wir schon erkennen können, dass die Dinge sich anbahnen, wissen wir doch, dass die gesamte Welt das noch nicht so sieht. Es ist ja auch noch nicht alles geschehen. Doch warum sehen so viele nicht das, was bereits geschehen ist?

Ich meine, im Lehrtext finden wir eine Antwort. Hier wird von einem Mann mit Namen Simeon gesprochen. Von ihm heißt es, dass er gottesfürchtig und der Heilige Geist auf ihm war.(2) Als nun Josef und Maria mit dem neugeborenen Jesus in den Tempel kamen, war Simeon auch da, weil der Heilige Geist ihn dahin geführt hatte. Gott hatte ihm nämlich versprochen, er würde nicht sterben, bevor er den Messias mit seinen Augen gesehen hätte. Simeon erkannte sofort, wer dieses Kind war und betete das, was wir im Lehrtext lesen. Er sprach von einem Heil, das vor aller Augen geschieht, von einem Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Herrlichkeit Israels. Doch nur wenige sahen das damals auch so.

Um zu erkennen, wer Jesus ist, brauchen wir nämlich den Heiligen Geist. Er öffnet unsere Augen für Dinge, die wir vorher nicht sehen konnten. Wenn ein Mensch Jesus als seinen Retter erkennt und annimmt, wird er mehr und mehr von dem sehen, was Gott tut. Doch ohne Jesus bleibt man blind dafür.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hes. 36,24-28 (2) Luk. 2,25