Gedanken zur Losung für Samstag, den 26.05.2018

HERR, behüte meinen Mund und bewahre meine Lippen!
Psalm 141,3

Gebt acht: dass die Freiheit nicht zu einem Vorwand für die Selbstsucht werde, sondern dient einander in der Liebe!
Galater 5,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wem wir dienen

Psalm 141, aus dem das heutige Losungswort stammt, enthält etliche Bitten, die der Psalmist David äußert. In einigen geht es ganz direkt darum, so zu handeln, wie es vor Gott richtig ist, wie beispielsweise im Losungsvers. Doch auch der Folgevers bringt das zum Ausdruck: „Neige mein Herz nicht zum Bösen, gottlos zu leben mit den Übeltätern; ich mag nicht essen von ihren leckeren Speisen.“ (Ps. 141,4)

Interessant finde ich hierbei, dass die „Speisen der Bösen“ als „lecker“ bezeichnet werden. Manchmal haben wir in uns die Vorstellung, dass einen „heiligen“ Menschen gar nichts mehr anficht. Mit anderen Worten: Versuchung kommt nur über den, der noch nicht genug geheiligt ist. Also strebt man verzweifelt danach, heiliger zu werden - wie auch immer das geschehen soll. Die Sache hat jedoch einen Haken: Wir können uns nicht aus uns heraus von Sünde und Versuchung befreien. Deshalb flehte David zu Gott um Hilfe. Er ging gar nicht davon aus, dass es ihm selbst möglich wäre, sowohl den inneren wie auch den äußeren Feinden standzuhalten. Was bedeutet das nun für uns?

Schauen wir doch einmal auf den Lehrtext und sein Umfeld. Die Galater, an die der Apostel Paulus schrieb, waren dabei, ihre Freiheit in Christus zu verlieren.(1) Wie? Indem sie anfingen, mehr auf das Gesetz als auf Christus zu vertrauen. Paulus stellte klar: Wer das Gesetz vorzieht, ist ihm unterworfen. Und betont gleichzeitig, dass derjenige, der zu Jesus gehört, zur Freiheit berufen ist. Um dann das hinterherzusetzen, was wir im Lehrtext lesen: Wir sollen die Freiheit nicht missbrauchen. Stattdessen sollen wir einander „in der Liebe“ dienen - und damit letztlich Gott.

Ich sehe das so: Irgendjemand werden wir dienen. Entweder uns selbst, entweder dem Bösen, entweder dem Gesetz oder eben Gott. Die Entscheidung treffen wir nicht nur durch Bekenntnisse, auch unsere Taten werden sie offenbaren. Machen wir es doch wie David: Bitten wir Gott um Hilfe!

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Gal. 5,4

Gedanken zur Losung für Freitag, den 25.05.2018

Ein Tag des HERRN der Heerscharen kommt über alles Stolze und Hohe und über alles, was sich erhebt, und es wird niedrig sein.
Jesaja 2,12

Johannes der Täufer sprach: Bringt Früchte, die der Umkehr entsprechen! Und fangt nicht an, euch zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater.
Lukas 3,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Tag des HERRN

Der Begriff „Tag des HERRN“, den das heutige Losungswort benutzt, klingt ein wenig wie „der Jüngste Tag“ oder „das Jüngste Gericht“. Oft verstehen wir darunter einen Tag in der Zukunft, an dem Gott alle Menschen richten wird. Tatsächlich ist es auch so gemeint, aber nicht nur so. Nach meiner Erkenntnis kann der „Tag des HERRN“ auch ein ganz persönliches Ereignis sein, quasi mein Tag des HERRN. An diesem Tag bricht Gott den Stolz der Hochmütigen, heißt es im Losungswort. Genau das geschieht aber auch, wenn ich Gott um Verzeihung bitte und Jesus Christus dafür danke, dass er meine Schuld an meiner statt getragen hat. Da bleibt nichts mehr, wofür ich mich rühmen könnte - da bleibt nur Dankbarkeit und ein Leben verbunden mit Jesus Christus. Wenn es solch einen persönlichen „Tag des HERRN“ in unserem Leben gibt, brauchen wir den zukünftigen „Tag des HERRN“ nicht mehr zu fürchten. Das ist, wie ich meine, eine fantastische Botschaft.

Im Lehrtext geht es indirekt auch um diesen Tag - den Tag des Gerichts. Als Johannes der Täufer anfing, die Leute zur Umkehr zu rufen und daraufhin zu taufen, kamen auch etliche Pharisäer und Schriftgelehrte, um sich taufen zu lassen. Denen ging es allerdings nicht um eine persönliche Umkehr zu Gott, sondern um eine Art Rückversicherung - die Taufe und die Tatsache, dass sie Nachfahren Abrahams waren. Damit meinten sie freien Zugang zum Himmel zu bekommen. Die Antwort von Johannes war barsch: „Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch eingeredet, ihr könntet dem bevorstehenden Gericht Gottes entgehen?“ (Luk. 3,7) Es gibt offenbar nur eine wirkliche Rückversicherung, eben diesen persönlichen „Tag des HERRN“. In diesem Sinne spricht das Losungswort nicht nur von einer fernen Zukunft, sondern ebenfalls von dem Hier und Jetzt.

Ich wünsche einem jeden von uns solch einen persönlichen „Tag des HERRN“,
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 24.05.2018

Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist!
Psalm 32,1

Jesus sagt über die Frau: „Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.“
Lukas 7,47

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Vergebung und Freude

Die heutigen Bibelverse beschäftigen sich damit, wie wir mit Gottes Vergebung umgehen. Im Losungsvers wird der glücklich gepriesen, der sie erhalten hat. Die Frage, die ich heute einmal stellen will, ist, ob uns Vergebung überhaupt wichtig ist. Der nächste Punkt ist, ob wir davon ausgehen, dass Gott uns vergeben muss, nach dem Motto: „Das ist schließlich sein Wille …“

Nun ist es tatsächlich so, dass Gott uns vergeben will. Das hat er sehr deutlich gemacht, als er Jesus auf die Erde sandte, und dieser unsere Schuld auf sich nahm. Dennoch ist Vergebung kein Automatismus, bei uns nicht und auch nicht bei Gott. Zwar bietet er jedem Menschen durch Christus seine Vergebung an, er zwingt sie jedoch keinem auf. Auf der einen Seite steht also Gottes Bereitschaft, auf der anderen der Mensch, der darauf reagiert oder auch nicht. Das bedeutet im Klartext, wer Gottes Vergebung für unnötig hält, wird sich nicht danach ausstrecken - und sie deshalb nicht erhalten.

Im Umfeld des Lehrtextes wird die Reaktion einer Frau auf Jesus beschrieben. Sie hatte kein gutes Leben geführt und war sich dessen bewusst. Doch nicht nur sie, auch andere wussten es und verachteten sie deshalb. Als Jesus sich so ganz anders verhielt, dachten sie: „Wenn der nur wüsste …“ Jesus kannte aber nicht nur die Frau, er kannte auch die Herzen seiner Kritiker. Seine Beurteilung über die Frau fiel völlig anders aus. Weil sie sich über ihren Zustand nichts vormachte, konnte sie die Liebe und Zuwendung, die sie durch Jesus empfangen hatte, in vollem Maß erwidern.(1) Dafür lobte Jesus sie. Die anderen dagegen, die sich für besser als die Frau hielten, erhielten Kritik.

Wie sieht das bei uns aus? Freuen wir uns darüber, dass unsere Schuld vergeben ist? Unsere Beziehung zu Gott wird dann mehr und mehr von Dankbarkeit und Liebe geprägt werden. Denn jetzt geht es nicht mehr um unsere Verfehlungen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Luk. 7,37.38

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 23.05.2018

Ein Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte einnimmt.
Sprüche 16,32

Lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.
Römer 14,19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Selbstbeherrschung

Das heutige Losungswort ist eine wichtige Lebensweisheit. Ich verstehe sie so: Wenn jemand seinen Emotionen, Worten oder Aggressionen freien Lauf lässt, wird ihn seine eigene Zügellosigkeit irgendwann überholen. Durch mangelnde Selbstbeherrschung gehen Ehen kaputt, zerbrechen geschäftliche Partnerschaften, werden Jobs gekündigt und wenden sich Freunde von einem ab. Ganz ähnlich ist es mit der Geduld, von der wir ebenfalls im Losungswort lesen. Ungeduld kann Mitmenschen ständig unter Druck setzen und finanziell sogar in den Ruin führen.

Im Grunde geht es bei diesen beiden Eigenschaften um die Frage, wie wir mit innerem Druck umgehen. Wer sich selbst beherrscht, schafft es irgendwie, den inneren Druck nicht einfach unkontrolliert herausplatzen zu lassen. So hält Geduld den inneren Druck - z.B. den Ärger über jemanden - zurück. Sonst wäre es ja keine Geduld, sondern Gleichgültigkeit.

Doch wohin mit diesem Druck? Einige haben einen Sandsack im Keller. Der wird dann zum Druckabbau benutzt. Andere powern sich in der Natur aus. Wieder andere schlucken alles herunter. Doch nicht jeder Druck lässt sich am Sandsack abarbeiten. Und wer alles herunterschluckt, kann am Ende krank werden.

Auch der Lehrtext spricht davon, wie wir uns gerade in Konfliktsituationen verhalten sollten. Allerdings lesen wir ein paar Verse zuvor, wie wir den inneren Druck loswerden können. Dort heißt es: „Denn das Reich Gottes ist … Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist.“ (Röm. 14,17) Ich glaube, der Geist Gottes ist eine Art Druckvernichter. Durch das Wissen, bei Gott angenommen zu sein, und diese tiefe Freude können wir Konflikte in einem anderen Licht sehen. Dadurch bekommen sie weder eine so große Wucht noch stauen sie sich in uns auf. Christi Geist ist wie die Sonne, die die finsteren Wolken einfach auflöst. Mit seiner Hilfe können wir geduldig und selbstbeherrscht leben.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 22.05.2018

Wenn ich schwach bin, so hilft mir der HERR.
Psalm 116,6

Paulus schreibt: Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne.
2.Korinther 12,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

In Schwachheit stark

Die heutigen Losungsverse weisen auf eine spannende geistliche Wahrheit hin, dass nämlich die eigene Schwäche auch eine Stärke sein kann. Normalerweise möchte niemand schwach sein. Körperliche Kraft, Intelligenz, Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Schlauheit - wer möchte nicht von allem etwas besitzen? Und wem es an dem einen vielleicht mangelt, wünscht sich dann umso mehr von dem anderen. Sehr oft definieren wir uns über unsere Stärken. Das, was der Apostel Paulus im Lehrtext schreibt, ist nicht der Normalfall. Wer rühmt sich schon seiner Schwachheit?

Doch gerade das, was wir eigentlich nicht gern hätten, entpuppt sich als eine Kraftquelle der besonderen Art. Gott ist in den Schwachen mächtig.(1) Was aber bedeutet das? Müssen wir erst schwach werden, damit Gott durch uns wirken kann? Nein, ich denke nicht, dass wir erst schwach werden müssen, wir sind schon schwach - besonders wenn es darum geht, Gottes Willen zu erfüllen. Nun hätten wir es gewiss gern, wenn Gott uns alle unsere Schwächen nehmen würde. Wenn uns Beleidigungen nicht mehr verletzen könnten. Wenn wir jede Anfechtung mit Bravour meistern könnten. Wenn wir uns alles merken könnten, jeder Aufgabe gewachsen und körperlich und geistig immer fit wären. Das wäre natürlich schön, doch Paulus hat etwas entdeckt, das noch gewaltiger ist als ein perfektes Ich. Wenn wir schwach sind, handelt Gott durch uns in seiner Kraft.

Manchmal berichten mir Christen, die durch schwere Zeiten gegangen sind, dass sie sich Gott noch nie so nahe gefühlt haben wie in dieser Zeit. Natürlich wünschen sie sich keine neue schwere Zeit, doch möchten sie die vergangene auch nicht missen. So ähnlich ist es, denke ich, wenn wir schwach sind und Gott gerade in dieser Schwäche Großes in und durch uns bewirkt. Die größten Schätze liegen manchmal am tiefsten vergraben. Einer davon ist Gottes Stärke in unserer Schwachheit.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 2.Kor. 12,9

Gedanken zur Losung für Montag, den 21.05.2018

Wer dem Geringen Gewalt tut, lästert dessen Schöpfer.
Sprüche 14,31

Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe!
Philipper 4,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Herr ist nahe

Wenn ich mir diese Welt so anschaue, komme ich zu der Erkenntnis: Am Ende setzt sich fast immer der Stärkere durch. Ob er nun im Recht ist oder nicht, ob er sich moralisch verhält oder nicht, ob er die Wahrheit sucht oder auch nicht, entscheidend ist, ob er am längeren Hebel sitzt. Zwar versuchen Politik, Ethikkommissionen und Verbände den Schwächeren zu schützen, doch das funktioniert in der Regel nur dann, wenn diese Institutionen selber genug Druckmittel haben - also stark sind. Stärke finden wir in vielen Bereichen: politisch, wirtschaftlich, militärisch oder auch in der Ansammlung von Daten. Wer wird sich wohl womit durchsetzen? Nun, in den meisten Fällen bleibt der Schwache dabei auf der Strecke.

Bei Gott ist das völlig anders. Das heutige Losungswort ist ein gewaltiger Kontrapunkt zu dem, was wir weltweit erleben. Gott stellt sich auf die Seite des Geringen. Er warnt den Starken, sich mit Gewalt gegen den Geringen durchzusetzen. Wer das tut, legt sich mit dem Allmächtigen an. Allerdings fragen sich viele, weshalb Gott dann nicht sofort eingreift, wenn jemandem Unrecht zugefügt wird. Es ist wahr, Gott greift nicht immer sofort ein. Das müssen wir akzeptieren, auch wenn wir es häufig nicht verstehen. Er wird aber eingreifen - davon bin ich überzeugt. Und zwar auf zweierlei Weise. Zum einen durch uns. Das geht besonders aus dem Lehrtext hervor. Gottes Güte, sein Erbarmen und seine Liebe zu den Geringen sollen durch uns sichtbar werden. Doch dann kommt noch ein kleiner Nachsatz: „Der Herr ist nahe!“ Gott wird auch direkt eingreifen und wir müssen uns alle einmal vor ihm verantworten.

Wir dürfen uns aber trotz der Fragen, die wir noch haben, darüber freuen, dass Gott auf der Seite des Geringen steht. Denn damit steht er auch auf der Seite dessen, der sich für Schwache und Missachtete einsetzt. Wenn wir das tun, sind wir vielleicht keine „Global Player“, aber unsere Arbeit ist nicht umsonst, denn „der Herr ist nahe!“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 20.05.2018

Siehe, des HERRN Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte, und seine Ohren sind nicht taub geworden, sodass er nicht hören könnte, sondern eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott.
Jesaja 59,1-2

Jesus spricht: Ich werde den Tröster zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht.
Johannes 16,7-8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Erkenntnis

Heute feiern wir Pfingsten. Auch wenn wir vielleicht wissen, dass Pfingsten mit der ersten Ausgießung des Heiligen Geistes zusammenhängt(1), bleibt einiges doch recht geheimnisvoll. Einige sehnen sich nach solch einem kraftvollen Ereignis, andere halten das eher für extrem, wieder andere fürchten sich sogar davor. Doch geht es wirklich um äußere Kraftwirkungen? Ich denke, nein. Deshalb möchte ich die Auswirkungen des Heiligen Geistes einmal unter den Gesichtspunkten betrachten, die in unseren heutigen Bibelversen angesprochen werden.

Im Losungsvers wird etwas zum Ausdruck gebracht, was man als Vorwurf auffassen könnte. Tatsächlich ist es aber eine Richtigstellung. Die Menschen dachten, es läge an Gott, wenn ihre Gebete nicht erhört wurden. Der Prophet Jesaja jedoch zeigte ihnen, was sie von Gott trennte: Es war die eigene Schuld. Wieso konnten sie das nicht einfach selbst erkennen? Im Lehrtext finden wir einen Hinweis auf die Antwort. Es gibt nämlich jemand, der uns „die Augen auftun“ kann. Dann erkennen wir nicht nur uns selbst, wir können auch Gott und sein Reich erkennen. Ohne den „Tröster“, wie Jesus den Heiligen Geist an dieser Stelle nennt, wird man im Dunkeln tappen.(2) Deshalb können wir uns wirklich zutiefst freuen, dass Jesus seinen Geist sandte. Schon bei der ersten Ausgießung wurde sichtbar, dass dieser Geist nicht für einige wenige bestimmt war, was sich in der Apostelgeschichte immer wieder bestätigte.

Und so zieht sich die Erkenntnis des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes wie ein Band durch die Jahrhunderte bis zum heutigen Tag. Sie mag begleitet werden von starken Zeichen oder auch nicht. Entscheidend ist, dass Gott sich uns zuwendet - und wir uns ihm.

Einen gesegneten Pfingstsonntag wünscht
Angela Mumssen

(1) Apg. 2,1-41 (2) Jes. 59,10

Gedanken zur Losung für Samstag, den 19.05.2018

Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.
Psalm 147,3

Jesus ließ sie zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften.
Lukas 9,11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Reich Gottes

Das heutige Losungswort beleuchtet ein Wirken Gottes, das mich immer wieder neu begeistert: Er schenkt Menschen umfassende Heilung. Das gesamte Erlösungswerk Gottes ist im Grunde darauf ausgerichtet, etwas wieder heil zu machen. Zunächst unsere Beziehung zu Gott. Der Apostel Paulus beschreibt es folgendermaßen: Da wir nun durch den Glauben von Gott für gerecht erklärt worden sind, haben wir Frieden mit Gott durch das, was Jesus, unser Herr, für uns tat. (Röm. 5,1) Doch auch das, was zwischen Menschen zerstört ist, will Gott heilen. Der Apostel Johannes schreibt darüber: Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, sind auch wir schuldig, einander zu lieben. (1.Joh. 4,11) Damit endet Gottes Heilungsplan jedoch noch nicht. Er will ebenfalls unser Herz und unseren Körper heilen. Das sehen wir am deutlichsten in dem, was Jesus Christus hier auf Erden tat. Der Lehrtext berichtet davon.

Immer wieder erreicht mich die Frage: „Wie ist es aber, wenn keine Heilung geschieht, wenn erlöste Christen unversöhnt nebeneinander leben, wenn jemand von Gott tief enttäuscht ist? Wie kann man dann glauben, dass Gott alles heil macht?“ Ich verstehe diesen scheinbaren Widerspruch zwischen Gottes Zusagen und ihrer Erfüllung so:

Im Lehrtext heißt es, Jesus sprach vom Reich Gottes. Ist dieses Reich der zukünftige Himmel oder findet es schon jetzt statt? Meine biblische Erkenntnis ist die: Das Reich Gottes ist das Himmelreich, das ewige Friedensreich. Doch es kommt uns in Jesus Christus nahe. Ja, es wohnt durch den Heiligen Geist sogar in uns. Das, was wir hier von Gott bekommen, ist schon ein Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. So können wir jederzeit Heilung in jeder Beziehung erwarten, aber nicht einfordern. Das Vollkommene erwartet uns im Himmel. Diese Sicht kann uns, wie ich meine, ermutigen, Gott um alles zu bitten. Gleichzeitig bewahrt sie uns aber auch vor Enttäuschungen, wenn sich noch nicht alles erfüllt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen