Gedanken zur Losung für Samstag, den 23.09.2017

Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?
Psalm 8,5

In seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade.
Epheser 1,4-6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Unfassbar aber wahr

Betrachten wir das heutige Losungswort, so scheint es sich zunächst auf den Menschen im Allgemeinen zu beziehen - also auf uns. Im Grunde könnte man es so verstehen: „Danke Gott, dass du dich meiner annimmst, obwohl ich doch nur ein fehlerhafter Mensch bin.“ Doch schon im nächsten Vers bekommt das Ganze eine gewaltige Wende. Dort steht: Denn du hast ihn nur wenig geringer als Gott gemacht und ihn mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt. Du hast ihn über alles gesetzt, was du erschaffen hast … (Ps. 8,6-7a) Ein wenig geringer als Gott? Wie sollen wir denn das verstehen? Sind wir etwa so eine Art Halbgötter?

Nun wird genau dieser Vers auch im Neuen Testament zitiert - allerdings in etwas abgewandelter Form: „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du auf ihn achtest? Du hast ihn eine kleine Zeit niedriger sein lassen als die Engel; mit Preis und Ehre hast du ihn gekrönt; alles hast du unter seine Füße getan." (Hebr. 2,6-8) Der Schreiber des Hebräerbriefes bezog diesen Vers ausschließlich auf Jesus Christus und seine Erniedrigung bis hin zum Kreuz - „eine kleine Zeit niedriger als Engel“.

Sind denn nun wir alle damit gemeint oder nicht? Ich sehe in diesem doppelten Gebrauch desselben Verses keinen Widerspruch. Er gibt einen tiefen Einblick in Gottes Plan. Unser Glaube an Jesus Christus macht sichtbar, wer wir sind - Kinder Gottes. Er hat uns laut Lehrtext zum Lob seiner Herrlichkeit erwählt. Denn die gesamte Schöpfung wird Gott loben, wenn sie sieht, was er aus uns gemacht hat. Der Apostel Johannes schreibt davon in seinem Brief: Wir wissen, dass wir bei seiner Wiederkehr sein werden wie er! (1.Joh. 3,2b)

Hier schließt sich nun der Kreis. Wenn das Losungswort sich zunächst auf Jesus Christus bezieht, bezieht es sich am Ende doch auf alle, die zu ihm gehören. Unfassbar und doch wahr!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 22.09.2017

Ein hörendes Ohr und ein sehendes Auge, die macht beide der HERR.
Sprüche 20,12

Prüft aber alles und das Gute behaltet.
1.Thessalonicher 5,21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Gute behalten

Was mag das heutige Losungswort bedeuten? Geht es darum, dass wir Gott danken sollen, weil wir Ohren haben, die hören können, und Augen, die sehen können? Doch was kann ein Mensch dafür, wenn er taub oder blind ist? Bleibt für solch einen Menschen kein Dank übrig? Nun, ich denke, das Losungswort will uns mehr mitteilen als nur die Aufforderung zum Dank.

Wenn ich mir ein Auto kaufe, das nicht fährt, ist es nutzlos. Rufe ich einen Handwerker in mein Haus und dieser macht nur Pause, hat er seinen Job verfehlt. Zur Schule zu gehen, ohne etwas lernen zu wollen, kann man sich sparen. Alles, was wir tun oder besitzen, hat eine Funktion. Ein Gegenstand ist nicht einfach nur so da, sondern hat einen Zweck - und wenn es nur derjenige ist, jemanden zu erfreuen.

Genauso hat Gott jedem Organ an unserem Körper einen Sinn gegeben. Nun spricht das Losungswort aber nicht alle Sinnesorgane an, sondern nur den Hör- und den Sehsinn. Diese beiden Sinne sind mit einer inneren Fähigkeit verkoppelt, nämlich das Aufgenommene zu verarbeiten. So geht es beim Ohr nicht nur um das Hören, sondern auch um das Zuhören und Verstehen. Entsprechend geht es beim Auge nicht nur um das Sehen, sondern auch um das Hinsehen - wie es z.B. meinem Gegenüber geht.

Da Gott uns nun Augen und Ohren gegeben hat, will er gewiss, dass wir ihn selbst und seinen Willen für uns damit erkennen. Man könnte diese Sinne mit einer Antenne vergleichen. Sie ist zwar in der Lage, alles Mögliche zu empfangen - Gutes und Schlechtes - doch der Besitzer der Antenne möchte nur etwas Bestimmtes empfangen. So richtet er die Antenne auf den richtigen Sender aus. In diesem Sinne können wir auch den Lehrtext verstehen. Wir hören und sehen viel, doch was behalten wir? Nun, da Gott uns Augen und Ohren geschaffen hat, sollten wir das behalten, was von ihm kommt. Wir filtern also die Informationen oder anders gesagt, wir prüfen, ob sie zu Gott und seinem Wort passen. Auf diese Weise behalten wir das Gute, uns und anderen zum Segen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 21.09.2017

Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.
Psalm 127,2

Mein Gott wird all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.
Philipper 4,19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nicht umsonst

Das heutige Losungswort wirft ein interessantes Licht auf all unsere Tätigkeiten. Gewöhnlich ist das, was wir tun, zielgerichtet. Es geht also nicht um die Tätigkeit an sich, sondern um das Ziel. Ein Maler malt nicht nur Linien, Punkte oder Formen, sondern versucht, das sichtbar zu machen, was in seinem Innern schon existiert. Zufrieden ist er erst, wenn er sein Ziel erreicht hat. Doch gibt es auch Arbeiten, die ihr Ziel nicht erreichen. Solche Arbeiten sind frustrierend. Man könnte sie mit einem Automotor vergleichen, der nur im Leerlauf läuft. Er verbraucht zwar viel Benzin, bewegt sich jedoch nicht vorwärts. Offensichtlich gibt es Arbeiten, Mühen und Anstrengungen, die nichts bringen.

Nun möchte niemand gern „für die Tonne“ arbeiten. Doch was ist das Geheimnis für erfolgreiches Arbeiten? Ist es Fleiß? Erstaunlicherweise nennt das Losungswort einen anderen Grund, obwohl Fleiß gewiss eine wertvolle Tugend ist. Es ist der Segen Gottes, den er seinen Freunden gewährt. Freundschaft entsteht aber nicht durch Leistung, sondern durch Vertrauen - zum dreieinigen Gott. Bedeutet das nun, dass jemand, der Gott nicht vertraut, umsonst arbeitet? Kurz- und mittelfristig vielleicht nicht, langfristig schon, wie ich meine. Verfehlen wir unser Lebensziel, mit Gott versöhnt zu leben und zu lieben, wird auch nichts von dem bleiben, wofür wir gearbeitet haben.

Ich denke, dass uns der Lehrtext das vermitteln will. Selbst im Mangel sind wir doch reich. Wenn wir Jesus Christus vertrauen, sind wir seine Freunde. Nichts von dem, was wir im Vertrauen auf ihn tun, wird umsonst sein, auch wenn wir hier wenig Erfolg oder Anerkennung ernten. Jesus Christus wird unserem Mangel abhelfen. Er verwandelt das Wenige, was wir zu bringen haben, in großen Reichtum. Deshalb müssen wir den Kopf nicht hängen lassen, wenn zurzeit alles schwer und fast nutzlos erscheint.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 20.09.2017

Es kommt die Zeit, da werde ich meinen Geist ausgießen über alle Menschen.
Joel 3,1

Petrus sprach: Da Jesus nun durch die rechte Hand Gottes erhöht ist und empfangen hat den verheißenen Heiligen Geist vom Vater, hat er diesen ausgegossen, wie ihr seht und hört.
Apostelgeschichte 2,33

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ausgegossen

Das heutige Losungswort ist eine der Prophezeiungen, die sich deutlich zur Zeit des Neuen Testaments erfüllt hat. Die kommende Ausgießung des Heiligen Geistes wird im Alten Testament auf unterschiedliche Art beschrieben. So schreibt z.B. der Prophet Hesekiel: Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln. (Eze. 36,27) Es geht also bei der Ausgießung des Heiligen Geistes nicht nur um Träume oder Visionen, wie z.B. im Buch Joel beschrieben.(1) Es geht auch um eine tief greifende Veränderung unseres Charakters und die Befähigung, Christus gemäß zu leben.

Das erste Mal erlebten Menschen diese Ausgießung zu Pfingsten. Im Lehrtext erklärte Petrus den umherstehenden Leuten, was geschehen war. Er brachte den Heiligen Geist in direkte Beziehung zum Sterben, zur Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi. Immerhin fiel der Geist ja auf die Leute, die Jesus gefolgt waren und an ihn glaubten. Problematisch wird es bei der Frage, ob solch ein Pfingsten auch heute noch vorkommt. Hier teilen sich die Meinungen zum Teil extrem. Gerade Christen, die schlechte Erfahrungen mit Charismatikern oder Pfingstlern gemacht haben, reagieren oft sehr kritisch auf diese Gruppen und deren Theologie.

Dennoch ist die Ausgießung des Heiligen Geistes aber eine ganz fantastische Sache. Gott kommt uns so nahe, wie kein Mensch uns je kommen kann. Das bedeutet ja auch, dass Gott Frieden mit uns geschlossen hat. Wenn wir seinen Geist erleben, erleben wir gleichzeitig, dass das Opfer Jesu Christi, die Vergebung unserer Schuld und ein neues Leben aus Gott wirklich stattgefunden haben. Wäre Gott mein Richter, wäre seine Nähe bedrohlich, doch genau das ist sie nicht. Ich denke, dass Gott uns mit seinem Geist beschenkt, und möchte jeden ermutigen, dieses Geschenk freudig auszupacken.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Joel 3,1

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 19.09.2017

Dann aber will ich den Völkern reine Lippen geben, dass sie alle des HERRN Namen anrufen und ihm einträchtig dienen.
Zefanja 3,9

Alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
Philipper 2,11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Alle Völker

Die heutigen Bibelverse künden etwas an, was bis heute noch nicht geschehen ist. Da ist die Rede davon, dass alle Zungen - also alle Menschen - Jesus Christus als Herrn anerkennen. Schauen wir in die Welt, so scheint uns das ferner denn je. Überall sind Konflikte und Meinungsverschiedenheiten. Glaube an Gott wird eher skeptisch gesehen und soll am Besten keine allzu große Rolle spielen. Zu oft haben Menschen im Namen Gottes unsagbar schreckliche Dinge getan. Wie soll es da passieren, dass alle Menschen „des HERRN Namen anrufen und ihm einträchtig dienen“, wie es im Losungsvers heißt?

Ich glaube, das weiß niemand so genau. Wir können jedoch wissen, dass Gott stets das erfüllt, was er ankündigt. Wenn er also sagt, dass es geschehen wird, dann wird es auch geschehen. Doch wie so oft braucht es Zeit, bis es sich vollständig erfüllt. Nicht von ungefähr verglich Jesus die Zeit vor seiner Wiederkunft mit den Wehen einer gebärenden Frau.(1) Wehen zeigen an, dass die Geburt eingeleitet, aber noch nicht geschehen ist. Erst wenn Christus in Herrlichkeit wiederkommt, werden wir das erleben, was die heutigen Bibelverse beschreiben, und das in seinem vollen Umfang: Und jedes Geschöpf, das im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meer und alles, was darin ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! (Offb. 5,13).

Von Anbeginn der Schöpfung läuft alles auf dieses Ziel zu. Nichts konnte es aufhalten, weder der Sündenfall des Menschen noch Gewaltherrscher, die versuchten, das Volk Gottes auszurotten. Und seit Jesus Christus auf die Erde kam, breitet sich die Nachricht von Gottes Barmherzigkeit immer mehr auf der Erde aus. Noch wissen nicht alle Menschen davon. Aber es werden täglich mehr - seit über zweitausend Jahren. Irgendwann wird Christus als Herr in aller Munde sein.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Matth. 24,8

Gedanken zur Losung für Montag, den 18.09.2017

Der Himmel ist der Himmel des HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.
Psalm 115,16

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen.
Lukas 12,48

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Kontraste

Psalm 115, aus dem das heutige Losungswort stammt, beschäftigt sich mit dem Unterschied zwischen Gott und Götzen. Zum einen war da der unsichtbare Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat. Doch es gab auch die Götzen der Völker um Israel herum, geformt von Menschen, die ihnen gewisse Kräfte zuschrieben. Meines Erachtens ging es nicht nur darum, einen sichtbaren Gott zu haben, sondern auch darum, ihn kontrollieren zu können. Ein Gott, dessen Bild von Menschen angefertigt wurde, hatte auch menschliche Eigenschaften, mit denen man umgehen konnte. Ein Gott aber, der in einem für Menschen unerreichbaren Himmel lebte, war unbegreiflich und unbestechlich. Er konnte tun und lassen, was er wollte. Es gab noch nicht einmal andere Götter, die sich ihm entgegenstellen konnten.

Nun, das scheint heute alles sehr fern. Wer bastelt sich noch ein Standbild seines Gottes? Doch das Bestreben, alles selber zu kontrollieren, ist bei uns Menschen nach wie vor vorhanden. Ob Vernunft, Wissenschaft oder der Glaube an sich selbst - wenn diese an sich guten Dinge den lebendigen Gott verdrängen, sind sie letztendlich nicht viel anders als die damaligen Götzen.

Betrachten wir den Lehrtext, entdecken wir noch einen weiteren Aspekt: den der Verantwortung. Vor Göttern, die ich kontrollieren kann, muss ich mich nicht verantworten. Wenn ich an mich selbst glaube, muss ich mich auch nur vor mir selbst verantworten. Ich denke, die beiden Losungsverse machen deutlich, wie wichtig es ist, an den Gott zu glauben, der uns geschaffen und begabt hat. Dieser Glaube lehrt uns nämlich, sowohl mit dieser Erde als auch miteinander verantwortungsbewusst umzugehen. Am meisten begeistert mich jedoch, dass genau dieser eine allmächtige Gott barmherzig ist, sodass ich auch dann, wenn ich versage, Vergebung und Annahme bei ihm finde. Obwohl Gott im Himmel wohnt, kam er, der barmherzige Gott, in Jesus Christus zu uns. Ja, in Jesus verbinden sich Himmel und Erde.

Einen gesegneten Wochenbeginn wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 17.09.2017

Ich will rühmen Gottes Wort. Ich will rühmen des HERRN Wort.
Psalm 56,11

Jesus spricht: Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben.
Johannes 6,63

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Wort

Der Hintergrund des heutigen Losungswortes war, dass David vor Saul fliehen musste und so zu den Philistern stieß. Diese erkannten ihn aber als den, der damals Goliat geschlagen hatte. Deshalb fürchtete sich David vor ihnen und stellte sich wahnsinnig. Daraufhin ließen sie ihn in Ruhe. Was er dabei gefühlt und befürchtet hatte, schildert David nun im 56. Psalm. Doch in allen Befürchtungen vertraute er Gott und Gottes Wort - das ist die eigentliche Botschaft des Psalms.

Wie sieht es eigentlich heute aus? Ist Gottes Wort heute noch der Anker, an dem sich Christen auch in ausweglosen Situationen festhalten? Tatsächlich erlebe ich, dass Gottes Wort, also die Bibel, von Christen oft hinterfragt wird. Wenn aber Gottes Wort nicht die Wahrheit ist, was ist dann die Wahrheit? Auf welche Aussagen stützen wir dann unser Leben? Welchem Wort vertrauen wir so sehr, dass wir sogar eher bereit wären, dafür zu sterben, als es abzuleugnen?

Natürlich könnte ich theoretisch alles hinterfragen. Ich könnte die Ansicht vertreten, dass die Geschichte von Hiob nie stattgefunden hätte, sondern ein reines Gedankenspiel wäre. Ich könnte die Schöpfungsgeschichte zum Mythos erklären. Ich könnte die Jungfrauengeburt Marias für „Fake News“ halten, die ihr eine sexualfeindliche Gesellschaft angedichtet hätte. Ja ich könnte sogar die Auferstehung Jesu Christi anzweifeln. Doch beantwortet das immer noch nicht die Frage: Welcher Botschaft glaube ich denn dann?

Der Grund, dass ich der Bibel glaube, ist nicht, weil sie mich wissenschaftlich überzeugt hat. Auch war ich nicht dabei, als Gott die Welt erschaffen hat. Doch in dem Moment, als Gott in mein Leben trat, veränderte sich etwas in mir. Immer wenn ich in der Bibel las, brannte mein Herz. Die Worte wurden lebendig, weil Gottes Geist quasi mit ihnen schwang. Eigentlich erlebte ich das, was wir im Lehrtext lesen. Deshalb glaube ich, dass wir der Bibel voll und ganz vertrauen können, egal was andere davon halten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 16.09.2017

Sei nicht schnell mit deinem Munde und lass dein Herz nicht eilen, etwas zu reden vor Gott; denn Gott ist im Himmel und du auf Erden; darum lass deiner Worte wenig sein.
Prediger 5,1

Herr, lehre uns beten.
Lukas 11,1

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Worte

Das heutige Losungswort hat eine allgemeine und eine spezielle Bedeutung. Speziell bezieht es sich auf ein vorschnelles Gelübde, das man Gott gibt. Es ist so etwas wie ein Versprechen, eine Art Handel, den man mit Gott macht. Wir geloben Gott irgendetwas, damit er seinerseits wiederum unser Gebet erhört. In Kriegen z.B. geschieht es immer wieder, dass Soldaten Gott ein Gelübde geben, wenn er sie heil nach Haus bringt. Vorschnelle Gelübde erlebe ich, wenn z.B. jemand überschuldet ist und Gott gelobt, anders mit seinem Geld umzugehen oder einen bestimmten Betrag regelmäßig zu spenden, wenn Gott ihn aus den Schulden herausholt. Doch oft ist das Gelübde vergessen, sowie es der Person wieder besser geht.

Auch das Ehegelöbnis ist ein Gelübde. Bei vielen ist es heute modern, die Hochzeit groß und romantisch zu feiern. Es sei ihnen auch gegönnt, doch der entscheidende Moment einer Hochzeit ist das: „Ja, mit Gottes Hilfe!“ Das soll weder vorschnell noch nebensächlich gegeben werden.

Die allgemeine Bedeutung des Losungswortes bezieht sich auf unser Reden an sich. Ein weiser Mann erklärte einmal seinem Schüler, was geschieht, wenn wir einfach drauflos reden. Er nahm ein Bündel Vogelfedern und warf sie in den Wind. Dann befahl er seinem Schüler, sie wieder einzusammeln. Dieser sagte: „Das ist unmöglich, der Wind hat sie in alle Richtungen verweht.“ „Genauso ist es mit vorschnellen Worten“, sagte der weise Mann, „du kannst sie nicht mehr zurückholen!“

Auch die Jünger Jesu beschäftigten sich damit, wie sie zu Gott reden sollen. So baten sie Jesus Christus, ihnen zu zeigen, wie sie beten sollen. Jesu Antwort war das Vaterunser. In diesem Gebet wird alles Wesentliche zum Ausdruck gebracht. Ich persönlich empfehle oft, am Vaterunser entlang zu beten, also nicht nur den Wortlaut zu wiederholen. So beschäftigen wir uns mit den wirklich wichtigen Inhalten und lernen gleichzeitig, unsere Worte zu beherrschen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen