Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 23.11.2017

HERR, wenn ich an deine ewigen Ordnungen denke, so werde ich getröstet.
Psalm 119,52

Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu.
Lukas 10,39

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ewige Ordnungen

Der Begriff Ordnung, von dem im heutigen Losungswort die Rede ist, löst bei Menschen unterschiedliche Reaktionen aus. Die einen lieben die Ordnung und achten penibel darauf, dass bei ihnen Ordnung herrscht. Andere wiederum assoziieren beim Wort „Ordnung“ sofort „Zucht und Ordnung“, was sie als Freiheitsberaubung empfinden. Tatsächlich gibt es eine Ordnung, die das Leben fördert, ja überhaupt erst ermöglicht, und ebenfalls eine Ordnung, die Menschen in Schubladen gefangen hält. Von welcher Ordnung ist wohl im Losungswort die Rede?

Das dazugehörige Grundtextwort bedeutet so viel wie „Gesetz“, „Ordnung“, „Recht“ oder auch „Urteil“. Es kommt allein im Psalm 119 23 Mal vor. Ordnung oder auch Recht können sehr verschieden ausfallen, je nachdem, wer sie in den Händen hält. Auch Despoten reden von Recht und Ordnung. Deshalb ist das Schlüsselwort im Losungswort das kleine Wörtlein „dein“. Es dreht sich nämlich um Gottes Ordnungen. Des Gottes, der die Liebe ist, der seinen Sohn für uns geopfert hat, der uns ohne unser Zutun gerecht spricht, wenn wir unser Leben ihm anvertrauen. Kurz gesagt: Unser Gott ist kein Despot. Er ist der Schöpfer des Lebens. Deshalb schaffen und erhalten seine Ordnungen das Leben.

Doch wie sollen wir Gottes Wort und seine Ordnungen verstehen? Als Jesus Christus hier auf Erden wirkte, war eines seiner Hauptanliegen, den Menschen zu erklären, wie die Verordnungen des Alten Testaments gemeint waren. Viele Menschen wollten ihn hören. Das lag auch mit daran, weil Jesus Gottes ursprüngliches Wort von später hinzugefügten Menschensatzungen unterschied. Das war wie ein Befreiungsschlag. Außerdem beleuchtete er die wahre Intention Gottes, die hinter einem Gebot stand - so z.B. beim Sabbatgebot: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.“ (Mark. 2,27) All das wirkte wie eine Erlösung für die Menschen - auch für Maria, die zu Jesu Füßen saß, um ihm zuzuhören. Geht uns das auch so?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 22.11.2017

Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie ewiglich!
Psalm 28,9

Jesus spricht: Ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.
Johannes 10,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Sicherheit

Wie können wir uns eigentlich sicher sein, dass Gott uns segnet, versorgt, leitet und trägt? Das heutige Losungswort und der Lehrtext geben uns dazu einige interessante Hinweise. Im Losungswort bittet David, dass Gott sein Volk und Erbe segnet, weidet und trägt. Er bittet weder für sich selbst noch für sein Volk, sondern für Gottes Volk und Gottes Erbe. Erbe bedeutet in diesem Fall, dass Gott beschlossen hat, seinen Reichtum an dieses Volk weiterzureichen. David bezieht sich also in seinem Gebet auf Gottes ureigenen Beschluss. Es geht nicht um den Wunsch eines Beters, sondern um einen Beschluss Gottes, der folgendermaßen lauten könnte: „Du, Israel, gehörst zu mir. Du hast dich nicht selbst berufen, sondern ich habe dich berufen - du bist mein!“ (siehe auch Jes. 43,1) David bezog sich also auf den Entschluss Gottes, dem er fest glaubte. Das tat er übrigens auch, als er dem Riesen Goliat gegenübertrat. David ging einfach davon aus, dass Gott sein Erbe nicht dem Untergang preisgeben würde.

Im Lehrtext spricht Jesus Christus von einer weiteren Herde, die zu ihm gehört. Er meinte damit offensichtlich die nicht-jüdischen Menschen, die an ihn glauben - also uns, insofern wir keine jüdischen Wurzeln haben. Auch wir gehören zu ihm und damit auch zu Gott. Über uns wird gesagt, dass wir Jesu Stimme hören werden - nicht nur eventuell, sondern gewiss. Wie kommt es zu solch einer Aussage ohne Wenn und Aber? Ich meine, der folgende Ausspruch Jesu verrät es uns: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ (Joh. 15,16a) Es war seine Entscheidung, dass wir zu ihm gehören sollten. Unser Glaube wiederum reagiert auf diese Entscheidung und nimmt ihn beim Wort. Diese Kombination aus Gottes Zuspruch und unserem Glauben gibt uns die innere Sicherheit, dass er uns tatsächlich segnen, versorgen, leiten und tragen wird.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 21.11.2017

Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leiht und das Seine tut, wie es recht ist!
Psalm 112,5

Wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch!
Lukas 6,31

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Segen der Barmherzigkeit

In den heutigen Bibelversen lesen wir etwas, was vielleicht schnell gesagt, aber nicht immer schnell getan ist. Mitunter denkt man: „Im Prinzip ja, aber … Was ist, wenn ich jemandem etwas leihe und der missbraucht dann meine Großzügigkeit? Muss ich zu allem Ja sagen?“ Oder im Bezug auf den Lehrtext: „Und was mache ich, wenn sich andere mir gegenüber schäbig verhalten?“ Auf der einen Seite ist da also der Wunsch, dem zu entsprechen, wozu wir hier aufgefordert werden, auf der anderen Seite stehen Unsicherheit und Sorge, vielleicht sogar Unwille. Wie kommen wir bloß aus dieser Zwickmühle heraus?

Ich meine, indem wir beginnen, zu verstehen, dass es Gott selbst ist, der barmherzig handelt. Dadurch werden wir zwar nicht automatisch selber barmherzig, aber es ist wie ein Ziel, das wir ansteuern können - wenn wir es wollen. Beim Wollen setzt nun auch der Lehrtext an: „Was wollt ihr, wie die Leute mit euch umgehen? Gebt ihnen nicht weniger als das, was ihr für euch selber haben wollt!“ Ganz besonders wird hier betont, nicht nur denen Gutes zu tun, die man mag oder von denen man das Gleiche erhofft. Nein, man soll sich auch denen gegenüber so verhalten, die sich schlecht benehmen. Ob die Menschen uns nun gut oder schlecht gesonnen sind, wir sollen uns immer gleich verhalten.

Da mag sich der Gedanke regen: „Aber das ist doch unfair!“ Vielleicht - auf jeden Fall ist es so, wie Jesus Christus sich den Menschen gegenüber gezeigt hat: barmherzig. Als er für die Schuld der Menschheit ans Kreuz ging, fragte er nicht, wer ihm wohlgesonnen war und wer nicht. Es ging nicht darum, dass er recht bekam, sondern darum, dass Sündern Barmherzigkeit widerfuhr. Das galt sowohl für die Jünger, die ihn im Stich gelassen hatten, wie auch für seine Feinde und Peiniger.

Seit Christi Auferstehung wird Gottes Barmherzigkeit verkündigt. Haben wir sie erfahren, liegt es in unserer Hand, sie weiterzugeben, auch im ganz Praktischen. Lassen wir uns darauf ein?

Gottes Hilfe und Segen dazu wünscht
Angela Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 20.11.2017

Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des HERRN, eures Gottes.
5.Mose 4,2

Jesus sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.
Lukas 8,21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Familie

Heute möchte ich das Losungswort einmal vom Lehrtext aus betrachten. Im Lukasevangelium wird Folgendes berichtet: Jesus Christus sprach gerade zu den Menschen von Gott. Da kamen seine Jünger zu ihm und sagten, seine Brüder und seine Mutter seien da, um ihn zu sehen. Ich denke, die Jünger erwarteten, dass Jesus nun seine Rede unterbrechen würde, um seine Familie zu sehen. Doch er gab ihnen eine überraschende, ja fast schockierende Antwort: „Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.“

Ich meine, Jesus machte in seiner Antwort deutlich, wer tatsächlich zur Familie Gottes gehört. Diese Familie entsteht nicht durch natürliche Abstammung. Manchmal teilen wir Völker nach ihren Religionen ein. Wir gehören demnach zum christlichen Abendland. Der Orient hingegen ist muslimisch, Israel jüdisch, Indien hinduistisch und China buddhistisch. Doch die Kinder Gottes gehören nicht zu einer bestimmten Volksgemeinschaft. Sie erkennt man daran, dass sie Gottes Wort hören und tun. Damit meinte Jesus nicht irgendein Wort, sondern vor allem sein Wort.

Nun waren Jesu Worte nicht isoliert von allem anderen. Jesus selbst bezog sich immer wieder auf die Schriften und Propheten des Alten Testaments und legte diese so aus, wie Gott sie ursprünglich gemeint hatte. Das erschien vielen Menschen als neu, ja geradezu revolutionär. Der Grund allerdings war, dass die Menschen damals ein völlig verzerrtes Bild von Gott präsentiert bekamen. Das Gebot, von dem wir im Losungswort lesen, wurde ständig gebrochen. Die geistlichen Leiter hatten die Worte der Schrift beliebig erweitert oder eingeschränkt. Gott bewahre uns davor, dass wir ebenso mit seinem Wort umgehen. Es mag sein, dass wir nicht alles verstehen und einiges vielleicht auch nicht gut finden. Doch wir sollten nie etwas davon wegnehmen oder zutun, denn an Gottes Wort hängt unsere Kindschaft.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 19.11.2017

Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7

So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Segen des Gelingens

Das heutige Losungswort spricht von einem Segen mit ganz praktischen Auswirkungen. Als ich einem Pastorenkollegen einmal davon erzählte, wie Gott uns als Gemeinde finanziell in großen Notzeiten geholfen hatte, meinte er: „Da haben Sie ja mal etwas Greifbares!“ Tatsächlich ist es etwas Greifbares, wenn Gott das Werk unserer Hände segnet, wenn er das, was wir tun, gelingen lässt.

Ein Winzer müht sich jedes Jahr in gleicher Weise. Er pflanzt, er pflegt und er erntet. Ob jedoch die Ernte gut wird, liegt nicht in seiner Hand. Schlechtes Wetter, zu wenig oder auch zu viel Sonne - alles beeinflusst den Ertrag und die Qualität des Weines. Ein Segen ist es, wenn alles stimmt. Genauso ist es ein Segen, wenn einem die richtigen Gedanken zur richtigen Zeit kommen. Dagegen können uns Fehlentscheidungen viel Zeit und Geld kosten, auch wenn sie in guter Absicht geschahen.

Wenn wir den Hintergrund des Losungswortes betrachten, war dieser Segen Gottes allerdings nicht eine „Wünsch dir was“ Veranstaltung. Gott hatte das Volk Israel in der Wüste versorgt, vor Feinden bewahrt und war die ganze Zeit bei ihnen. Doch man konnte diesen Segen auch übersehen, indem man immer etwas anderes haben wollte als das, was Gott gerade gab. Für einen Nörgler ist eben selbst der Segen kein Segen - Gott bewahre uns davor.

Doch wie kommen wir dahin, dass Gott uns diesen Segen des Gelingens schenkt? Haben wir denn einen Anspruch darauf? Ich glaube nicht - doch wir können Gott darum bitten. Weiterhin können wir unser Leben auf Gott bezogen leben, worauf ein großer Segen liegt.(1) Und wir können uns bewusst unter die Leitung des Heiligen Geistes stellen.(2) Auf all diesen Dingen liegt ein großer Segen - jedoch kein Automatismus. Es ist immer noch Gott, der am Ende das Gelingen schenkt, das geht deutlich aus dem Lehrtext hervor. Deshalb dürfen und sollten wir ihm dafür immer wieder danken.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Ps. 1,1-3 (2) Gal. 5,25

Gedanken zur Losung für Samstag, den 18.11.2017

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Jesaja 9,1

Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Titus 2,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Erlöst

Das heutige Losungswort wird häufig in der Advents- und Weihnachtszeit zitiert. Es beinhaltet die Ankündigung des kommenden Messias - Jesus Christus. Licht hat in der Winterzeit bei uns eine ganz besondere Bedeutung. Die Tage sind kurz, es wird früh dunkel. Leute schmücken ihre Häuser mit Lichterketten, in Einkaufstraßen strahlt Weihnachtsbeleuchtung. Licht und Wärme bekommen eine heimelige Anziehungskraft.

Das Losungswort stammt jedoch aus einer Gegend, wo es im November noch angenehm warm und hell war. Allerdings war es damals in der Nacht finster, denn die Städte waren nicht so beleuchtet, wie es heute der Fall ist. Kriminelle Kräfte trieben in der Nacht ihr Unwesen und die Menschen suchten Schutz in ihren Häusern.

So wurde die Nacht auch ein Synonym für ein Leben, in dem Sünde überhandgenommen hatte und man niemandem mehr richtig trauen konnte. Worte und Taten der Menschen passten nicht zusammen. Es galt das Recht des Stärkeren. Willkür war an der Tagesordnung und der Respekt vor Gott war verloren gegangen. So in etwa können wir uns ein Land vorstellen, in dem die Nacht nicht aufhört.

Erscheint in einem solchen Land plötzlich ein großes Licht, ist das wie eine Erlösung. Die Herrschaft der Willkür findet dann ein Ende. Nicht der Stärkere behält recht, sondern Menschen suchen wieder nach dem Willen Gottes. Man kann sich einander wieder trauen. Was jemand sagt, das tut er auch oder versucht es zumindest. Klingt das nicht fast paradiesisch?

Nun, genau dazu hat uns Jesus Christus erlöst. Davon berichtet der heutige Lehrtext. Jesus ist das Licht und wir sind das Volk, das in Finsternis wandelte. Er schenkt uns nicht nur die Vergebung unserer Schuld, sondern verändert auch unseren Umgang untereinander und unser Vertrauen zu Gott. All das geschieht, wenn Gottes Licht in unser Leben kommt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 17.11.2017

Deine Toten werden leben.
Jesaja 26,19

Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen von ihren Mühen.
Offenbarung 14,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Geheimnisvoll

Der heutige Losungsvers kann einem irgendwie geheimnisvoll, ja fast düster vorkommen. Tote, die leben? Das klingt fast schon wie in einem Horrorfilm - doch hier steht es, in der Bibel. Und auch der Lehrtext spricht von Toten, als ob sie noch leben. „Sie ruhen von ihren Mühen“, heißt es da. Jemand, der nichts mehr mitbekommt, muss sich nicht ausruhen. Er erlebt ja nicht mehr, was danach geschieht.

Ich denke, wenn wir diese Verse verstehen wollen, müssen wir einmal sehen, welche Grundgedanken uns prägen. Einer ist: Mit dem Tod ist alles vorbei. Ein anderer ist, dass alles wieder von vorne beginnt. Ein weiterer ist die Vorstellung von einer neuen Ebene, in die man aufsteigt, eine Art geistige Evolution. „Ja“, mag da jemand sagen, „woher soll man denn wissen, was wahr ist - und was nicht?“

Die Frage ist berechtigt. Die Antworten sind oft vielfältig und verwirrend. Ich denke, dass das, was wir in unserem Herzen glauben, großen Einfluss auf unsere persönliche Antwort hat. Es geht hier übrigens nicht um Rechthaberei, denn niemand kann beweisen, was nach unserem Tod passiert. Es ist eine Frage des Vertrauens. Vertraue ich auf das, was die Bibel über den Tod berichtet? Darauf, dass Jesus Christus den Tod wirklich besiegt hat?(1) Wenn ich das nämlich tue, fängt das an zu greifen, was im Lehrtext beschrieben ist. Der Tod wird zu einem Übergang in eine neue Dimension, vor der ich mich nicht mehr fürchten muss. Alles, was hier schwer und zum Teil unerträglich war, wird dort nicht mehr sein. Kein Schmerz, kein Leid, kein Geschrei.

Doch es ist nicht einfach nur vorbei. Dort wartet mehr als die ewige Ruhe: das ewige Leben! Dieses Leben wird eine Fülle der Freude und Kraft haben, wie wir es hier nie gekannt haben. Das größte Glück hier ist wie ein Schatten dessen, was dort sein wird - für die, „die in dem Herrn sterben“. Und die anderen? Gott weiß es. Er will, dass alle daran teilhaben, zwingt aber keinen dazu. Unser Herz entscheidet.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 2.Tim. 1,9.10

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 16.11.2017

Nationen werden zu deinem Licht gehen und Könige zu deinem strahlenden Lichtglanz.
Jesaja 60,3

Siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.
Lukas 13,30

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Licht

Das heutige Losungswort benutzt eine ausgesprochen bildhafte Sprache. Was können wir uns darunter vorstellen? Zu wessen Licht werden die Nationen gehen?

Nun, der Prophet Jesaja spricht in diesem Kapitel vom Kommen des Messias. Dieser ist das Licht, das über Israel aufgehen und die ganze Welt beleuchten wird. Tatsächlich sind das Evangelium Jesu Christi und der Glaube an ihn von Israel aus in die ganze Welt gegangen. Allerdings war es damals nur ein kleiner Teil, der Jesus Christus als den Messias erkannte. Auch war und ist es nicht so, dass die Machthaber der Erde nach Israel strebten, um dort Gott zu begegnen. Ich denke, das Losungswort hat sich einfach noch nicht vollständig erfüllt. Es wird sich aber erfüllen, davon bin ich überzeugt.

Wir können die Losung jedoch auch übertragen verstehen. Menschen, in denen Jesus Christus das Licht ihres Lebens geworden ist, werden selbst zu einem Licht. Das bedeutet, dass von ihnen etwas ausgeht, was sie anziehend für andere macht. Hoffentlich ist uns das als Christen bewusst. Wir sind nicht dazu erlöst, um rechthaberisch zu sein oder um Macht über andere Menschen zu bekommen. Vielmehr sind wir erlöst, um dieser Welt Hoffnung zu geben. Licht spendet Leben. Doch Licht gibt auch Klarheit. Wenn jemand etwas verbergen will, meidet er das Licht. Wenn aber jemand nach Wahrheit sucht, wird er das Licht begrüßen.

Wichtig für uns ist, wie ich meine, dass wir unser Licht leuchten lassen. Vielleicht denkt jemand: „Was kann ich da schon leuchten lassen? Ich bin nicht so begabt, ich kann nicht so gut reden, und außerdem habe ich ziemlich viele Fehler.“ Menschlich gesehen mag das vielleicht stimmen, doch es geht nicht um unser Licht, es geht um das Licht Jesu! Wir müssen keine schillernde Persönlichkeit sein, um die Liebe Jesu Christi auszustrahlen. Vielmehr werden die Letzten die Ersten sein, wie wir im Lehrtext lesen können. Lassen wir doch sein Licht durch uns leuchten!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen