Gedanken zur Losung für Sonntag, den 24.03.2019

Herr, ich leide Not, tritt für mich ein!
Jesaja 38,14

Als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er, dass dessen Schwiegermutter im Fieber lag. Und er nahm ihre Hand, und das Fieber wich von ihr; und sie stand auf und bewirtete ihn.
Matthäus 8,14-15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Retter in der Not

Das heutige Losungswort ist aus einem Dankeslied des Königs Hiskia. Er wurde schwer krank und der Prophet Jesaja kam, um ihm zu sagen, er solle sein Haus bestellen, weil er sterben wird. Hiskia flehte darauf zu Gott und wurde erhört. Jesaja kam noch einmal und teilte ihm mit, Gott würde ihm noch weitere 15 Jahre geben. Daraufhin wurde Hiskia gesund und sang dieses Lied.

Im Lehrtext lesen wir davon, wie Jesus Christus die Schwiegermutter des Petrus gesund machte. Auch hier erkennen wir, dass Gott ein Retter in der Not ist. Das soll uns ermutigen, nicht aufzugeben, sondern ihn anzurufen - er sieht auch unsere Not.

Nun gibt es allerdings einen kleinen, aber nicht unerheblichen Unterschied zwischen der Hilfe, die Hiskia erfuhr, und derjenigen, die Petrus‘ Schwiegermutter erfuhr. Als Hiskia betete, hielt er Gott alle seine guten Taten vor und warf sie in die Waagschale. Wörtlich betete er: „Denk doch daran, Herr, dass ich dir immer mit ungeteiltem Herzen treu war und getan habe, was in deinen Augen gut war.“ (Jes. 38,3) Hiskia erwartete seine Heilung also als eine Art Lohn. Doch genau dieses Denken wurde Hiskia in seinen geschenkten Jahren zum Verhängnis. Er wurde stolz auf das, was er bewirkt hatte und ihm anvertraut war.

Bei der Schwiegermutter des Petrus ist die Reihenfolge umgekehrt. Sie erlebte schlicht die Gnade Gottes - ohne Eigenverdienst. Ihre Reaktion auf diese Gnade war allerdings, dass sie Jesus diente. Ihre Heilung war nicht der Lohn für ein frommes Leben, sondern einfach nur Gnade.

Manchmal höre ich Leute sagen: „Wie kann das sein, dass Gott diese Person so krank werden lässt, sie lebte doch immer so hingegeben für Gott?“ Unser Denken ist oft noch geprägt davon, dass Gott es guten Menschen gut gehen lässt. Es ist aber Gnade! Gott ist auch ein Helfer in der Not, wenn wir nichts vorzuweisen haben. Es lohnt sich also immer, zu beten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 23.03.2019

Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.
Psalm 73,24

Paulus schreibt: Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird.
2. Timotheus 4,7-8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Am Ende

Der heutige Losungsvers stammt aus einem Psalm Asafs, der darin seine innere Spannung zum Ausdruck brachte. So war er frustriert, „dass es den Gottlosen so gut ging.“ (Ps. 73,3) Es erschien ihm wie Hohn, wo er selbst sich doch darum bemühte, Gott wohlgefällig zu leben. Und nun ging es denen, die überhaupt nicht auf Gott achteten, so viel besser als ihm - das war doch ungerecht! Doch so sehr Asaf versuchte, das alles zu begreifen, es gelang ihm nicht. „Es war mir zu schwer“, musste er schließlich bekennen. (Ps. 73,16)

Doch dann kommt eine für Asaf entscheidende Wende: „… bis ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende.“ (Ps. 73,17) Zwei Dinge sind es, die er hier anmerkt: In Gottes Gegenwart bekam er einen anderen Blick auf die Dinge. Das führte wiederum dazu, dass er über den Istzustand hinaussehen konnte. Plötzlich sah er etwas, das er vorher nicht wahrgenommen hatte: das Ende eines Menschen. Und da sah es ganz anders aus. Da würde die Herrlichkeit derjenigen, die Gott verlacht hatten, jäh und unwiederbringlich vorbei sein. Auf Asaf wartete jedoch, dass Gott ihn „am Ende mit Ehren“ annimmt. Was bedeutet das nun für uns?

Es zeigt, so verstehe ich es, dass am Ende nicht einfach Schluss ist. Wir können der Bibel entnehmen, dass nicht alles vorbei ist, wenn wir sterben. Und wie wir leben, hat Einfluss auf das, was dann kommt. Im Lehrtext beschreibt der Apostel Paulus sehr klar, was er erwartet, wenn alles vorüber ist. Er spricht von „jenem Tag“, an dem Gott ihm „die Krone der Gerechtigkeit“ geben wird. In der Fortsetzung des Verses heißt es dann: „nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben.“ (2.Tim. 4,8) Dies bezieht sich auf die Rückkehr Christi. Wenn er wiederkommt, wird ein Zeitalter „am Ende“ sein. Und etwas völlig Neues wird beginnen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 22.03.2019

Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern.
Psalm 90,16

Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?
Matthäus 6,26

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Viel kostbarer

Psalm 90, aus dem das heutige Losungswort entnommen wurde, ist ein Gebet des Mose. Er denkt dort über das Leben nach und beklagt dessen Endlichkeit. Diese führt er darauf zurück, dass wir uns vor Gott versündigt haben und sein Zorn auf uns liegt. So betet Mose z.B.: „Ja, durch deinen Zorn vergehen wir, schnell geht es mit uns zu Ende! Unsere Schuld liegt offen vor dir, auch unsere geheimsten Verfehlungen bringst du ans Licht.“ (Ps. 90,7-8) Am Ende bittet er dann Gott um Gnade - dass er uns nicht verstößt, sondern uns seine Herrlichkeit zeigt.

Mit diesem Gedankengut waren damals auch die Jünger Jesu aufgewachsen. Ihnen wäre es nicht in den Sinn gekommen, in den Augen Gottes kostbar zu sein. Doch im Umfeld des Lehrtextes erklärte Jesus Christus ihnen, dass Gott sich um ihre Versorgung kümmern würde, weil sie in seinen Augen kostbar wären. Sie sollten sich nicht sorgen, sondern nur nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit trachten. Im Grunde war diese Aussage Jesu die Antwort auf die Bitte des Mose. Die Jünger sahen in Jesus Christus die Herrlichkeit Gottes und erlebten die Zuwendung Gottes.

Ich erinnere mich, dass ich früher große Flugangst hatte. Saß jedoch eine wichtige christliche Persönlichkeit mit im Flugzeug, wurde ich ruhiger. Ich dachte damals: „Gott wird das Flugzeug um dieses Menschen willen nicht abstürzen lassen.“ Später begriff ich, dass Gott um meinetwillen seine schützende Hand auf mich legt. Dass er mich selber als kostbar ansieht.

Doch weswegen sind wir kostbar in seinen Augen? Liegt es an unseren Qualitäten? Ich meine, nein - es liegt an Jesus Christus. Weil er uns liebt, sind wir für ihn wertvoll - ja so wertvoll, dass er sein Leben als Lösegeld gegeben hat. Seine Liebe macht uns kostbar. Ist das nicht ein Grund zum Danken?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 21.03.2019

Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind.
Psalm 146,8

Wir sind, Brüder und Schwestern, euretwegen getröstet worden in aller unsrer Not und Bedrängnis durch euren Glauben; denn jetzt leben wir auf, wenn ihr fest steht in dem Herrn.
1. Thessalonicher 3,7-8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Getröstet

Das heutige Losungswort ist Teil eines Psalms, in dem Gottes Größe und seine Güte besungen wird. Speziell, dass er sich derer annimmt, die niedergeschlagen sind. Wie geschieht das eigentlich konkret? Verändert Gott die Umstände, die uns bedrücken? Oder erleben wir eine direkte Begegnung mit Gott, die uns innerlich aufrichtet? Nun, beides ist gewiss schon oft geschehen, doch ich möchte noch eine dritte Möglichkeit erwähnen, die uns innerlich aufrichten kann.

Im Lehrtext lesen wir, dass der Apostel Paulus in seiner Bedrängnis durch den Glauben der Christen in Thessalonich getröstet wurde. Paulus hatte nämlich Angst bekommen, dass die Gemeinde im Glauben nicht durchhält. Immerhin gab es viele Anfechtungen, die ihnen den Glauben hätten rauben können: Verfolgung, Irrlehren oder der Rückfall in heidnische Gebräuche. Könnte Paulus also umsonst gearbeitet haben? Glücklicherweise nicht. Die Thessalonicher standen fest im Glauben!

Ich denke, dass viele diese Art Bedrückung kennen, unter der Paulus gelitten hat. Es ist die Furcht, umsonst gearbeitet zu haben. Sich verschenkt zu haben und nichts zurückzubekommen. Eine Frau sagte einmal zu mir: „Ich habe mich leergeliebt.“ Sie hatte das Gefühl, immer nur zu geben und nichts zu bekommen. Überall, wo wir viel Zeit, Geld, Nerven und Liebe investiert haben, wünschen wir, dass es gedeiht und wächst. Wenn nun auf Dauer nichts geschieht oder sogar alles rückgängig ist, kann uns das in eine Krise stürzen. War alles vergebens?

Ich glaube, dass alles, was wir im Vertrauen auf Gott tun, nicht umsonst ist! Das müssen wir uns, wie ich meine, immer wieder bewusst machen. Diese Wahrheit richtet auf. Auch wenn menschlich gesehen unser gesamtes Lebenswerk zu Bruch gehen kann, haben wir einen Schatz im Himmel, den uns niemand nehmen kann. Und manchmal können wir wie Paulus schon hier ein wenig davon sehen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 20.03.2019

Alles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören.
2. Mose 24,7

Jesus spricht: Wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.
Matthäus 12,50

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gehorsam

„Gehorsam“ ist in unserer heutigen Zeit kein beliebtes Wort. Wir wollen lieber frei sein, selber entscheiden können, unseren eigenen Weg suchen. Und doch sprechen sowohl das heutige Losungswort als auch der Lehrtext davon, auf Gott zu hören und seinen Willen zu tun. Werden wir von Gott fremdbestimmt? Macht Glaube unfrei?

Es dauerte bei mir Jahre, bis ich verstand, was in der Bibel Gehorsam bedeutet. Das lag natürlich an mir, doch auch ein Stück an unserer Geschichte. Gehorsam im Dritten Reich brachte vielen den Tod und machte andere zu Mördern. Außerdem gab es im Laufe der Geschichte immer wieder Situationen, in denen Menschen in Gottes Namen falschen Gehorsam einforderten. Das begann schon in der Apostelgeschichte, als der Hohe Rat von den Aposteln verlangte, nicht mehr zu missionieren. Ihre Antwort war klar: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apg. 5,29b)

Doch Gehorsam ist nicht grundsätzlich schlecht. Entscheidend ist, wem wir gehorchen. An der Nordsee gibt es z.B. Wattwanderungen. Sie müssen bei Ebbe stattfinden und benötigen gewöhnlich einen Führer. Meint jemand, seine eigenen Wege gehen zu können, kann das lebensgefährlich sein. Ich glaube, dass Gott am besten weiß, was gut für unser Leben ist. Erstens meint er es gut mit uns. Den Beweis seiner Liebe zu uns finden wir am Kreuz, an dem sein Sohn unsere Schuld auf sich nahm. Zweitens kennt Gott uns besser als wir uns und weiß, worauf die Dinge hinauslaufen.

Eine Mutter warnte einmal ihr Kind: „Stecke keinen Metallstab in die Steckdose, das ist lebensgefährlich.“ Dann steckte das Kind tatsächlich eine Stricknadel in die Steckdose - und nichts passierte, weil es den Nullleiter getroffen hatte. So entstand der Eindruck, dass dieses mütterliche Verbot Unsinn war. Doch wir alle wissen, dass dem nicht so ist.

In diesem Sinne glaube ich, dass alles, was Gott uns sagt, uns zum Besten dient - selbst wenn wir es im Augenblick nicht verstehen.

Gott schenke uns dieses Vertrauen,
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 19.03.2019

Alles Fleisch soll erfahren, dass ich, der HERR, dein Heiland bin und dein Erlöser.
Jesaja 49,26

Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen alle, die sie fanden, Böse und Gute; und der Hochzeitssaal war voll mit Gästen.
Matthäus 22,2.10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ein Erlöser für alle

Das heutige Losungswort stammt aus einer Prophetie Jesajas, die in ganz vielen Teilen auf Jesus Christus hinweist. So sagt Gott über ihn: „Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, dass du seist mein Heil bis an die Enden der Erde.“ (Jes. 49,6) Gottes Heil ist demnach nicht nur für ein Volk da, sondern für alle Völker auf der ganzen Erde.

Im Lehrtext lesen wir von einem Vergleich, den Jesus in Bezug auf das Himmelreich machte. Ein König lud zur Hochzeit seines Sohnes ein. Man sollte meinen, dass die Gäste sich geehrt fühlten. Doch nein, „sie verachteten das und gingen weg, einer auf seinen Acker, der andere an sein Geschäft.“ (Matt. 22,5) Es kam sogar noch schlimmer: „Einige aber ergriffen seine Knechte, verhöhnten und töteten sie.“ (Matt. 22,6) Schließlich schickte der König seine Diener aus, damit sie einfach die einladen, die sie finden.

Besser kann man, glaube ich, das Reich Gottes kaum beschreiben. Ja, alle sind eingeladen. Und nein, nicht alle wollen kommen. Es kann sogar gefährlich werden, diese Einladung zu überbringen. Doch die Hochzeit wird stattfinden! Im Buch der Offenbarung lesen wir dies: „Lasst uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet.“ (Offb. 19,7)

Wissen wir, dass wir von Gott eingeladen sind? Im Lehrtext steht, dass Gute und Böse gleichermaßen eingeladen wurden. Auch heute ist das so. Gott ruft nicht nur perfekte Menschen. Die gibt es nämlich nicht. Doch wer sich durch Jesus Christus mit Gott versöhnen lässt, kann sich freuen - über den Erlöser und auf die im wahrsten Sinne des Wortes „himmlische Hochzeit“ bei Gott.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 18.03.2019

Weh denen, die unrechtes Urteil schreiben, um die Sache der Armen zu beugen und Gewalt zu üben am Recht der Elenden!
Jesaja 10,1.2

Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
Römer 12,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Erneuerung

Das heutige Losungswort macht deutlich, dass Gott sehr genau darauf achtet, wie wir mit anderen umgehen. Durch die ganze Bibel hindurch stellt er sich besonders auf die Seite der Armen, Elenden, Waisen, Witwen und Rechtlosen. Dabei werden nicht nur Richter angesprochen, sondern alle Personen, die Einfluss auf das Schicksal eines Menschen haben. Dazu gehören unter anderem auch Personalchefs, Mitarbeiter von Behörden sowie Personen, die im Gefängnis arbeiten. Ich meine, Gott erwartet von uns, dass es gerecht zugeht. Natürlich können wir nicht immer helfen, wenn jemand z.B. sein Geld ständig verspielt. Doch kann man andere mit Respekt behandeln, sie nicht entwürdigen und ihnen, wenn möglich, eine Chance geben.

Ich denke, wir bringen unseren Glauben nicht nur in einem Gottesdienst zum Ausdruck, sondern auch darin, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen. Manchmal treffe ich Christen, die auf diesem Auge blind sind. Sie reden abfällig über andere Leute und messen mit zweierlei Maß. Davor möge uns Gott bewahren. Wir alle sind abhängig von seiner Gnade, auch diejenigen, die sie noch nicht in Anspruch genommen haben.

Der Lehrtext spricht von der Erneuerung unseres Sinnes und dass wir uns dieser Welt nicht gleichstellen sollen. So können wir prüfen, was der Wille Gottes ist. Dieser Vers hat mich immer verwundert. Können wir nicht in der Bibel lesen, was der Wille Gottes ist? Wozu müssen wir dann noch unseren Sinn erneuern? Ich glaube, dass wir die Bibel nicht richtig verstehen, wenn wir noch in unserem alten Denken verhaftet sind. Wir werden uns dann immer die Stellen herausholen, die unsere Sicht bestätigen. Nur wenn wir uns von uns selber lösen und Gott bitten, uns eine Gesinnung zu geben, wie Christus sie hat, bekommen wir ein Gespür dafür, wie wir uns verhalten sollen.

Das schenke uns Gott,
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 17.03.2019

Der Vater macht den Kindern deine Treue kund.
Jesaja 38,19

Jesus spricht: Lasset die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solchen gehört das Himmelreich.
Matthäus 19,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Kinder

Im heutigen Losungswort geht es darum, wie der Glaube an Gott an unsere Kinder weitergetragen werden kann. Im Vorfeld des Losungswortes bittet der König Hiskia Gott darum, ihm gnädig zu sein. Er berichtet, dass ihm um Trost sehr bange war. Doch dann warf Gott Hiskias Sünden hinter sich und dieser fand Vergebung. Genau das ist die Treue Gottes, die ein Vater an seine Kinder weitergeben kann.

Sie hat jedoch einen Haken. Sie stellt Gott in seiner Barmherzigkeit in ein gutes Licht, den Vater aber nicht. Immerhin geht es ja darum, dass der Vater sich vor Gott versündigt hatte. Damit zerbröckelt das Image, dass „Papa“ immer alles kann und richtig macht. Wir können die Treue Gottes also nur dann glaubhaft an unsere Nachkommen weitergeben, wenn wir ehrlich zu unseren Sünden stehen, für die wir Vergebung brauchen.

Leider geschieht das nicht immer. Manchmal stellen Väter Regeln auf, die sie selber gar nicht einhalten. In meinen Augen grenzt es an Heuchelei, wenn selbstgerechte Väter fromme Regeln aufstellen und sich selbst als perfekt darstellen. Wenn wir unsere Erlösungsbedürftigkeit vor unseren Kindern verstecken, werden sie uns nicht mehr glauben, wenn sie älter geworden sind.

Im Vorfeld des Lehrtextes geht es auch um Kinder und darum, dass die Jünger Jesu einige Mütter mit Kindern nicht zu Jesus Christus durchlassen wollten. Jesus selber musste eingreifen, damit die Kinder nicht abgewiesen wurden. Irgendwie dachten die Erwachsenen, Jesus wäre nur für sie gekommen. Doch dieser drehte den Spieß um: Er sprach den Kindern einfach zu, wonach die Erwachsenen strebten, nämlich das Reich Gottes.

Ich denke, wir leben alle von der gleichen Gnade. Selbst wenn wir sie nicht begreifen, können wir sie doch jederzeit ergreifen - egal ob Kind oder Erwachsener. Wenn wir das verstehen und uns nicht hinter einer Maske verstecken, ebnen wir unseren Kindern den Weg, ihr Leben ebenfalls Jesus Christus anzuvertrauen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen