Gedanken zur Losung für Dienstag, den 21.05.2019

In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.
Psalm 31,6

Das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.
Römer 8,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Erlösung

Das heutige Losungswort zeigt uns, wie wir Erlösung erleben können. Zunächst möchte ich auf den Begriff „Erlösung“ eingehen.

Erlösung ist etwas anderes als Vergebung. In der Vergebung wird uns unsere Schuld erlassen, doch in der Erlösung werden wir frei von dem, was uns gefangen nimmt. Das können äußerliche Zwänge, Bedrohungen, körperliche oder auch seelische Schmerzen sein. Es können aber auch innere Zwänge sein, wie ein vorlautes Verhalten, Ängste oder der Hang, sich zu versündigen. Erlösung befreit uns also von den Ursachen, Vergebung hingegen von den Folgen unseres Handelns. Wir benötigen beides.

In der Losung heißt es nun: „In deine Hände befehle ich meinen Geist.“ Dieser kurze Satz erklärt, wie Erlösung konkret stattfindet. Man könnte sie mit einer OP vergleichen. Damit wir z.B. frei von einem Tumor werden, müssen wir uns in die Hände der Ärzte begeben. Wir können uns nicht selbst davon befreien. Genauso ist es bei Gott. Wenn wir uns ihm anbefehlen, räumt er in unserem Leben auf und erlöst uns von allem, was uns innerlich bindet. Das eine geht nicht ohne das andere.

Genauso beschreibt es auch der Lehrtext. Kurz zuvor beschrieb der Apostel Paulus, was ihn gefangen nahm - nämlich die in ihm wohnende Neigung zur Sünde. So heißt es: „Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“ (Röm. 7,19) Wie kommt man aus solch einem Teufelskreis heraus? Nur durch ein Wunder Gottes. Genau davon spricht Paulus kurz danach: „Müssen wir denn nun noch damit rechnen, verurteilt zu werden? Nein, für die, die mit Jesus Christus verbunden sind, gibt es keine Verurteilung mehr.“ (Röm. 8,1) Diese nicht stattfindende Verurteilung ist noch nicht die Erlösung, aber deren Voraussetzung. Was nun folgt, ist, dass der Geist Gottes uns von den Ursachen befreit, die uns von Gott trennen wollen - nicht auf einen Schlag, doch jeden Tag ein Stückchen mehr.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 20.05.2019

Der HERR ist dein Ruhm, und er ist dein Gott.
5. Mose 10,21

Jesus Christus spricht: Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.
Offenbarung 22,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

A und O

Im heutigen Losungswort lesen wir: „Der HERR ist dein Ruhm!“ Was ist mit dem Wort „Ruhm“ gemeint? Sollen wir stolz darauf sein, dass der Schöpfer des Himmels und der Erde unser Gott ist? Oder bedeutet es eher, dass wir Gott rühmen sollen? Die Bibelübersetzungen geben es verschieden wieder. Ich tendiere mehr zu dieser: Er ist dein Lobgesang, er ist dein Gott. Wir können aber auch stolz im Sinne von dankbar dafür sein, dass Gott sich uns zugeneigt hat.

Diese Zuwendung wird in einer besonderen Weise im Umfeld des Lehrtextes beschrieben. Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, lesen wir, was diejenigen erwartet, die ihre Hoffnung auf Jesus Christus gesetzt haben. Er selbst wird alle ihre Tränen abwischen. Was auch immer war, es ist vorbei. Gott und Jesus Christus werden direkt bei uns sein. Wir werden nicht mehr sterben und auch nicht mehr in Angst leben. Eine unvorstellbare Zukunft wartet auf uns.

Doch was meint Jesus Christus damit, wenn er sagt, dass er der Anfang und das Ende ist? Nun, ich habe mich einmal selbst gefragt, woher ich wissen kann, dass ich nach meinem Tod in den Himmel komme. Ich hörte von Christen, die an ihrem Lebensende plötzlich von großen Zweifeln heimgesucht wurden. Die Antwort auf diese Frage liegt, so meine ich, in diesem Vers. Jesus Christus war schon da, bevor ich an ihn glaubte. Er war es, der mich dahin führte, nach ihm zu fragen. Er war es, der mir antwortete und mein Herz mit Sehnsucht erfüllte. Er ist also nicht nur weltgeschichtlich, sondern auch ganz persönlich der Erste, der Anfang, das A.

Bei einem Urlaub in Spanien sah ich einige Bauruinen. Die Besitzer hatten mit dem Bau begonnen, konnten ihn aber aus Kostengründen nicht beenden. Genau das wird bei Gott nicht geschehen. Derjenige, der mit uns begonnen hat, wird es auch vollenden. Der Jesus, der heute unser Leben erfüllt, wird auch unser Leben nach dem Tod erfüllen. Unsere Sicherheit für morgen ist heute schon da. Wer das A hat, hat auch das O!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 19.05.2019

Sieht Gott nicht meine Wege und zählt alle meine Schritte?
Hiob 31,4

Kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.
Hebräer 4,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott sieht mich

Dass Gott uns sieht, kann einerseits Trost für uns bedeuten, andererseits ist es möglich, dass wir das gar nicht wollen. Zumindest nicht immer. Mitunter gibt es Dinge, die uns peinlich sind oder für die wir uns sogar schämen. Deshalb versuchen wir dann, sie bedeckt zu halten, vor Menschen - und manchmal auch vor Gott.

Das heutige Losungswort stammt von einem Mann namens Hiob, der nichts mehr zu verlieren hatte, nachdem ein Unglück nach dem anderen über ihn hereingebrochen war. Um die Aussage herum, dass Gott ihn sieht, finden wir eine Aufzählung all dessen, was Hiob in seinem Leben richtig gemacht oder an Sünden unterlassen hat. Einige Ausleger nennen das „selbstgerecht“. Doch Hiob hatte nicht übertrieben, Gott selbst sagte über ihn, dass keiner so gerecht war wie er.(1) Ja, wenn schon so jemand in Schwierigkeiten gerät, was bleibt dann denjenigen, die nicht alles richtig machen? Die manchmal sogar regelrecht daneben greifen?

Es bleibt die Flucht zu Gott. Zu dem, der alles sieht und weiß, vor dessen Augen „alles bloß und aufgedeckt“ ist, wie es im Lehrtext heißt. Vor ihm können wir nichts verbergen - und müssen es auch gar nicht. Es ist nämlich nicht unsere Gerechtigkeit, die den Weg zu ihm frei macht, sondern die Gerechtigkeit, die wir durch die Verbindung mit Jesus Christus erhalten. Heißt das nun, dass dann alles egal ist, weil Gott zuständig ist und nicht wir?

Ich glaube, wenn uns bewusst wird, was es für Jesus bedeutet hat, uns seine Gerechtigkeit zu geben - nämlich den Tod am Kreuz - wird klar, dass es nicht egal sein kann, wie wir handeln. Weder uns noch Gott, „dem wir Rechenschaft geben müssen.“ Dennoch dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott uns gnädig sein wird, wenn wir in Verbindung mit Christus leben. Seine Gnade ist aber nicht billig, denn unsere Gerechtigkeit in Christus ist teuer erkauft. Dass Gott uns sieht, darf uns also ermutigen und dazu führen, ihn ernst zu nehmen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hiob 1,8

Gedanken zur Losung für Samstag, den 18.05.2019

Als jene ganze Generation zu ihren Vorfahren versammelt worden war, kam nach ihnen eine andere Generation, die weder vom HERRN wusste, noch von dem Werk, das er für Israel getan hatte.
Richter 2,10

Halt im Gedächtnis Jesus Christus, der auferstanden ist von den Toten.
2. Timotheus 2,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die nächste Generation

Das heutige Losungswort aus dem Buch der Richter erzählt von einer Zeit nach dem Tod Josuas und seiner Mitstreiter. Diese hatten den Glauben an den Gott Israels noch hochgehalten. Doch danach vergaßen die Menschen Gott und wandten sich den Götzen der umliegenden Völker zu. Dabei hatte Gott seinem Volk spezielle Gebote gegeben, die genau das verhindern sollten. So sollten z.B. alle sieben Jahre beim Laubhüttenfest dem gesamten Volk die Gebote und Verordnungen Gottes vorgelesen werden. Wörtlich heißt es: „Tut dies, damit eure Kinder, die diese Gebote noch nicht kennen, sie hören. Sie sollen lernen, dem Herrn, eurem Gott, mit Ehrfurcht zu begegnen.“ (5.Mos. 31,13a) Es waren also die Traditionen, die Rituale und die Feiertage, die dazu dienten, den Glauben an Gott aufrechtzuerhalten. Trotzdem fielen die Israeliten immer wieder von ihm ab.

Wie ist es nun unter Christen? Sollen auch bei uns die Traditionen, Rituale und Feiertage den Glauben an Jesus Christus in die nächste Generation weiterleiten? Öfters begegne ich der Meinung, man könne die eigenen Kinder zu Christen erziehen, wenn man sie nur anhält, sich christlich zu verhalten. Doch der Glaube an Jesus Christus kann meiner Erkenntnis nach nicht einfach anerzogen werden. Jeder Mensch - jung oder alt - benötigt eine persönliche Offenbarung, um an Jesus glauben zu können. Wir können Christus bezeugen, doch nicht einfach übertragen.

Wovor wir uns allerdings hüten sollten, ist, von unseren Kindern ein bestimmtes Verhalten einzufordern, aber selber in unserem Charakter nicht Christus widerzuspiegeln. Natürlich halten wir unsere Kinder an, das Gute zu tun und das Böse zu meiden. Doch unser Leben ist auf Gnade gegründet. Das sollten wir im Gedächtnis behalten. Wenn unsere Kinder das bei uns entdecken, wird es ihnen Mut machen, ebenfalls nach Christus zu fragen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 17.05.2019

Der HERR hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Psalm 91,11-12

Sind die Engel nicht alle dienende Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil erben werden?
Hebräer 1,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Mutige Entscheidungen

Wenn wir hören, dass Gott etwas befiehlt, so denken wir vielleicht erst einmal an ein Ge- oder Verbot. Doch im heutigen Losungswort befiehlt Gott nicht uns etwas, sondern seinen Engeln. Sie sollen uns beschützen und uns dienen, wie wir im Lehrtext lesen. Welche Auswirkungen hat das auf unser Leben?

Ich meine, Gott spricht uns diese Worte zu, damit wir uns auf sie verlassen. Es gibt immer wieder Situationen, in denen wir gewisse Risiken auf uns nehmen müssen. Z.B., wenn wir unmittelbar einen schweren Verkehrsunfall miterleben - halten wir an und helfen oder fahren wir weiter? Für andere ist es die Frage, ob sie es wagen, in ein anderes Land zu gehen, um dort den Menschen zu dienen, wie z.B. bei Missionaren oder „Ärzte ohne Grenzen“. Was es auch sei, sind wir bereit, etwas zu riskieren, wenn wir darin Gottes Auftrag erkennen? Genau in solch einer Entscheidungssituation kann uns die heutige Losung Mut machen.

Es gibt aber neben diesen mutigen Entscheidungen auch solche, die übermütig sind. Interessanterweise wurde Jesus Christus genau mit dem Losungswort vom Teufel versucht. Er sollte sich von der Tempelmauer herabwerfen, weil ja geschrieben steht, dass die Engel Gottes ihn auf Händen tragen werden. Doch Jesus antwortete mit einem anderen Schriftwort: „Wiederum steht auch geschrieben: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.‘ (Matt. 4,7)

Worin besteht aber der Unterschied zwischen Gott vertrauen und Gott versuchen? Warum ging Jesus nicht auf den Teufel ein? Er hätte ihm doch auf diese Weise beweisen können, dass er tatsächlich Gottes Sohn ist. Doch Jesu Auftrag war nicht, sich selbst zu beweisen. Seine Wunder waren auch nicht, wie ich meine, eine Demonstration seiner Macht, sondern eine Folge seiner Liebe und Barmherzigkeit. Wenn uns das antreibt, dann versuchen wir Gott nicht!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 16.05.2019

Des HERRN Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus.
Jesaja 28,29

Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden“?
Matthäus 21,42

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Eckstein

Das heutige Losungswort steht inmitten von Gerichtsankündigungen. Der Grund dafür ist die Missachtung Gottes und seiner Worte. Doch mitten in diesen Ankündigungen erscheinen plötzlich vertraute Verse wie: „Deshalb spricht Gott, der Herr: »Seht her! Ich lege einen Stein in Jerusalem. Er ist ein kostbarer Eckstein, der fest verankert ist. Wer glaubt, bleibt bestehen.“ (Jes. 28,16) Dieser Vers bezieht sich auf Jesus Christus und wird im Neuen Testament öfters zitiert. Auch der Lehrtext spricht von solch einem Eckstein, doch dazu kommen wir später.

Im weiteren Verlauf der Gerichtsankündigungen heißt es, dass man Getreide nicht zermalmt, wenn man es drischt. Direkt danach kommt das Losungswort, dass des HERRN Rat wunderbar ist. Ich verstehe es so: Gott droht den Menschen mit Gericht, weil er ein gerechter Gott ist. Doch letztlich plant er ihre Rettung, weil er barmherzig ist. Dieses Vorgehen ist tatsächlich auch in meinen Augen wunderbar und herrlich.

Im Lehrtext geht es genau um diese Rettung. Jesus Christus führte der ganzen Welt vor Augen, dass Gott ein barmherziger Gott ist. Doch speziell eine bestimmte Gruppe von Menschen wollte ihm nicht glauben. Sie liebten ihr Ansehen und die Macht, die sie über andere hatten, forderten Härte für ihre Mitmenschen, aber Milde für sich selbst. Diese Doppelmoral prangerte Jesus an und so sagte er jenen folgenschweren Satz mit dem verworfenen Eckstein. Was bedeutet dieser Satz für uns?

Ich glaube, Gott will nicht, dass ein Mensch verloren geht. Was immer wir in unserem Leben getan haben, wie fehlbar wir auch sind, in Jesus Christus finden wir Vergebung und Annahme. Doch wer wird für die einstehen, die Jesus - den Eckstein - verwerfen? So macht uns die heutige Losung auf der einen Seite deutlich, wie gut Gott es mit uns meint. Doch auf der anderen Seite wird uns auch die Ernsthaftigkeit bewusst. An Jesus Christus geht kein Weg vorbei.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 15.05.2019

Unsre Abtrünnigkeit steht uns vor Augen, und wir kennen unsre Sünden: abtrünnig sein und den HERRN verleugnen.
Jesaja 59,12-13

Wenn wir unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
1. Johannes 1,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Umkehr

Die heutigen Bibelverse beschäftigen sich mit einem zentralen Thema der Bibel, nämlich mit der Umkehr. Zwei Dinge hängen mit ihr zusammen: Sünde und die Erkenntnis der Sünde. Ohne Sünde müssen wir nicht umkehren, ohne ihre Erkenntnis werden wir nicht umkehren. Das hat häufig dazu geführt, dass Christen mit einer Art Sündenkatalog im Kopf (und auch im Mund) versuchten, sich selbst und andere von falschen Wegen abzuhalten. Die Folge war, dass sie nicht selten entweder als Moralapostel oder Heuchler verstanden wurden.

Auch wenn man bei den eigenen Sünden blind ist, die Sünden der anderen sieht man sehr scharf, ob gläubig oder ungläubig. Im Losungsvers lesen wir jedoch von Menschen, die sich mit ihrem eigenen Fehlverhalten auseinandersetzten. Sie konnten es nicht nur wahrnehmen, sondern auch benennen: Sie hatten sich von Gott entfernt.

An dieser Stelle möchte ich einmal einhaken, denn ich glaube, hier liegt die Wurzel einer jeden Sünde. Es geht Gott in erster Linie nicht um Gebote oder Verbote, sondern um unser Herz. Wollen wir ihm zugewandt leben? Dann wird es uns nicht egal sein, was er sagt. Dann ist die Bibel für uns mehr als ein Buch unter vielen. Jesus Christus ist dann mehr als jemand, der kluge Dinge sagte. Der Heilige Geist ist dann mehr als etwas Spirituelles. Und Gott ist mehr als ein höheres Wesen, das wir verehren.

Gehen wir jedoch auf eigenen Wegen, werden wir weder unsere Sünden noch Gott wirklich erkennen. Es braucht die Umkehr zu ihm, den Kurswechsel, eine Ausrichtung auf ihn. Auf dem Weg zu ihm werden wir die dunklen Stellen unseres Lebens erkennen. Wir brauchen aber nicht mehr daran zu verzweifeln, sondern können sie ihm bringen, wie es im Lehrtext steht. Im Vertrauen darauf, dass sein Wort wahr ist, können wir seine Vergebung empfangen. Und dürfen wissen, dass er sogar das in Ordnung bringt, was uns (noch) nicht möglich ist.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 14.05.2019

Boas sprach zu Rut: Du bist gekommen zu dem HERRN, dass du unter seinen Flügeln Zuflucht hättest.
Rut 2,12

Paulus schreibt: Ich empfehle euch unsere Schwester Phöbe, die den Dienst an der Gemeinde von Kenchreä versieht, dass ihr sie aufnehmt in dem Herrn, wie sich‘s ziemt für die Heiligen, und ihr beisteht in jeder Sache, in der sie euch braucht.
Römer 16,1-2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Stark in Gott

In der Bibel werden etliche Frauen erwähnt, die Gott in einer besonderen Weise vertrauten und mutige Entscheidungen trafen. Eine davon ist Rut, von der wir im heutigen Losungswort lesen. Obwohl sie eine Moabiterin war, taucht sie im Stammbaum Jesu Christi auf.(1) Allein das zeigt mir, wie Gott mit Menschen Geschichte schreibt, die durch ihren Glauben gesellschaftliche Barrieren überwanden. Doch was war so außergewöhnlich an Ruts Glauben?

Aufgrund einer Hungersnot zog ein israelitisches Ehepaar mit seinen beiden Söhnen nach Moab. Dort starben sowohl der Mann als auch die verheirateten Söhne. Übrig blieben die Frau und ihre moabitischen Schwiegertöchter. Eine davon war Rut. Sie folgte ihrer Schwiegermutter zurück nach Israel, wo sie eine Fremde war. Innerlich war sie das aber nicht, denn sie identifizierte sich mit dem Volk ihrer Schwiegermutter und mit deren Gott.

Da beide Frauen mittellos waren, ging Rut auf ein Feld und bat die Schnitter, ob sie das liegen gebliebene Korn aufsammeln dürfe. Rut wird als eine demütige junge Frau beschrieben, deren große Stärke aber ihre Liebe war. Das fiel auch dem Landbesitzer Boas auf. Letztendlich suchte sie ihre Zuflucht bei Gott und das machte sie stark.

Auch im Lehrtext wird von einer außergewöhnlichen Frau berichtet: Phöbe. In einigen Übersetzungen wird sie eine Diakonin genannt. Eine Frau, die vielen geholfen hat. Ich finde es bemerkenswert, dass der Apostel Paulus sie nicht nur erwähnt, sondern die Gemeindeleitung bittet, ihr in jeder Sache beizustehen. Das war in der Zeit, in der Paulus lebte, absolut ungewöhnlich. Das alles zeigt mir: Bei Gott gibt es kein Ansehen der Person. In Christus sind wir alle gleich. Er ist unsere Stärke, egal ob Frau oder Mann, Ausländer oder Einheimischer.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt. 1,5