Gedanken zur Losung für Montag, den 18.11.2019

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Psalm 139,5

Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?
Römer 8,35

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Nähe Gottes

Psalm 139, aus dem der heutige Losungsvers stammt, ist ein Lied Davids, in dem er die liebevolle Nähe Gottes beschreibt. Ich gehe davon aus, dass David diese Nähe Gottes spürte und erlebte. Wir erleben Gottes Nähe z.B., wenn wir merken, dass sich Dinge in unserem Leben ereignen, die so aussehen, als ob uns jemand liebevoll führt, die richtigen Türen vor uns öffnet und die falschen verschließt. Oft wird uns erst im Rückblick klar, welch ein guter Plan hinter allem steht. Wie wir Gottes Nähe spüren können, ist dagegen schwer erklärbar. Von mir selbst und von vielen anderen weiß ich nur, dass es plötzlich geschieht und Menschen zutiefst berührt. Deshalb komme ich zum selben Schluss wie David. Einen Vers weiter beschreibt er: „Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.“ (Ps. 139,6)

Wir haben es hier, wie ich es sehe, mit einer höheren Realität zu tun. Es gibt ja verschiedene Realitätsebenen. Eine ist z.B., dass wir uns selbst als eine unabhängige Einzelperson wahrnehmen, mit eigenem Willen, Gedanken und Gefühlen. Mit der Zeit merken wir aber, dass viele Menschen und Umstände mitgewirkt haben, dass wir so sind, wie wir sind. Sogar rein biologisch besteht unser Organismus nicht nur aus unseren eigenen Zellen, sondern aus ebenso vielen Mikroben, die wir zum Leben brauchen. Wir sind also eine gewaltige Symbiose von Kleinstlebewesen - das ist schon erstaunlich.(1)

Die höchste Realität aber ist die Gottes. Er, der Schöpfer aller Realitäten, ist nicht nur, sondern ist uns nahe. Diese Nähe beeinflusst alles andere, womit wir zu tun haben. Nichts kann uns von Christus trennen, wie wir im Lehrtext lesen. Deshalb möchte ich uns ermutigen, uns an diese höchste Realität zu halten - die Nähe und Zugewandtheit Gottes. Auf sie können wir fest vertrauen und in diesem Vertrauen unser Leben gestalten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Quelle: https://www.infomedizin.de/news/bericht/590-mikroben-bakterien-mensch

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 17.11.2019

Die Israeliten schrien zu dem HERRN und sprachen: Wir haben an dir gesündigt; denn wir haben unsern Gott verlassen.
Richter 10,10

Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes, in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden.
Kolosser 1,13-14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Sünde, Errettung und Erlösung

In den heutigen Bibelversen finden wir die Beschreibung von Dingen, die in unserer aufgeklärten Gesellschaft recht unpopulär sind. Im Losungswort bekannten die Israeliten, gegen Gott gesündigt zu haben. Sie benannten das auch sehr konkret: Sie hatten sich von ihm abgewandt und anderen Göttern gedient.(1) Infolgedessen ließ Gott es zu, dass sie von Feinden überrannt wurden, denn er schützte sie nicht mehr. In ihrer Notlage erkannten die Israeliten die Nutzlosigkeit der falschen Götter und schrien zu Gott um Hilfe. Was kann das für uns bedeuten?

Zum einen können wir daraus erkennen, dass man Sünde oft erst im Nachhinein realisiert. Im Moment erscheint einem alles noch harmlos oder vielleicht sogar folgerichtig. „Es ist ja nur ein Gedanke …“ oder „War nur ein Scherz!“ So wird „einmal“ zu „keinmal“ erklärt und außerdem heilige ja der Zweck die Mittel. „Und alle anderen tun es ja auch!“

Die Israeliten dachten möglicherweise auch so, bis sie begriffen, dass sie ihren Feinden ohne Gott schutzlos ausgeliefert waren. Im Lehrtext lesen wir nun, dass Gott uns „aus der Macht der Finsternis“ errettet hat. Was heißt das genau? Ich verstehe das so, dass Gott uns davon befreit hat, Sünde - also das Falsche - tun zu müssen. Zwar sind wir immer noch dazu in der Lage, aber wir sind den Kräften der Finsternis nicht mehr hilflos ausgeliefert. Denn jetzt gehören wir zu seinem Sohn, Jesus Christus, der die Finsternis besiegt hat.(2) Er selbst trug unsere Sünden am Kreuz, damit wir Vergebung haben können.

Diese Botschaft von Sünde, Errettung und Erlösung war noch nie populär und ist es auch nicht heute. Dennoch ist sie wahr. Dort, wo ein Mensch sich vor Gott beugt, indem er anerkennt, dass Jesus der Retter ist, den er braucht, findet er auch Erlösung - Gott sei Dank.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ri 10,10 (2) Kol. 2,15

Gedanken zur Losung für Samstag, den 16.11.2019

Der HERR wird richten der Welt Enden. Er wird Macht geben seinem Könige.
1. Samuel 2,10

Wenn der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sich setzen auf den Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden.
Matthäus 25,31-32

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Richter der Welt

Das heutige Losungswort ist Teil eines Gebetes von Hanna, der Mutter Samuels. Sie spricht dort von einem Weltgericht und davon, dass Gott einen König dazu ermächtigen wird. Wird Gott also tatsächlich einmal durch einen irdischen König solch ein Strafgericht vollziehen?

Vielleicht denken nun einige an Herrscher, die sich als Werkzeuge Gottes verstanden und die Welt in Angst und Schrecken versetzt haben. Oder jemand erinnert sich daran, dass in seinem Umfeld ständig mit Gottes Gericht gedroht wurde. Wie also können wir uns das Gericht Gottes vorstellen?

Die, wie ich meine, einzig wahre Deutung des Losungsverses ist diejenige, die sich auf Jesus Christus bezieht. Er ist der König und der Gesalbte, dem die Macht zum Gericht gegeben wurde.(1) Alle anderen haben sich das nur angemaßt. Jesus Christus wird tatsächlich einmal die Welt richten, das geht deutlich aus der Bibel hervor. Doch derselbe Jesus Christus starb für uns, damit wir nicht in ein Gericht kommen. Unser Richter ist also gleichzeitig auch unser Retter. Darin unterscheidet sich Jesus Christus von allem, was wir in dieser Welt kennen.

Es gibt allerdings auch ein Gericht, das gut für uns ist. Ein Gericht trennt ja Gutes vom Bösen. Wenn sich beispielsweise ein Dieb davon trennt, zu stehlen, ein Lügner davon, zu lügen oder ein Gewalttätiger, der mit Worten oder Fäusten Gewalt auf andere ausübt, sich davon trennt, sich andere Menschen gefügig zu machen, so wäre das ein großer Segen für alle. Für den, der sich vom Bösen trennen kann, ist es eine Erlösung. Und für die Betroffenen ein Segen.

Wenn Jesus Christus also der König ist, durch den Gott diese Welt richten wird, dann brauchen wir uns nicht zu fürchten. Wichtig ist nur, dass wir ihm vertrauen und bereit sind, uns von unserer Schuld erlösen zu lassen.(2)

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt. 28,18 (2) Joh. 3,16-21

Gedanken zur Losung für Freitag, den 15.11.2019

Wo viel Worte sind, da geht‘s ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, ist klug.
Sprüche 10,19

Mit der Zunge loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind. Aus  einem  Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, liebe Brüder.
Jakobus 3,9-10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Weise Worte

Das Buch der Sprüche, aus dem das heutige Losungswort stammt, ist eine Sammlung von geistlichen und praktischen Weisheiten. Ich denke, das Losungswort spricht für sich. Irgendwo haben wir dessen Wahrheit gewiss schon erlebt. Die einen plappern verletzende Worte, andere verraten Geheimnisse und dritte gleiten in zweideutige Bemerkungen ab. Manch einer wünschte, er bzw. sie hätte in einer bestimmten Situation besser den Mund gehalten, und so manch ein Streit ist dadurch schon eskaliert.

Doch woran liegt es eigentlich, dass wir in bestimmten Momenten unsere Lippen nicht mehr im Zaum halten können? Viele denken, die jeweils andere Person wäre der Verursacher. Doch verletzende Worte müssen nicht zwangsläufig zu einer verletzenden Gegenreaktion führen. Das Wesen der Erlösung, die wir in Jesus Christus geschenkt bekommen, ist, Gleiches nicht mit Gleichem zu vergelten. Erlösung bedeutet nicht, dass um uns herum alles heil wird, sondern dass wir selbst von innen her heil werden. Eine markante Auswirkung dieser inneren Heilung ist, auf Unrecht reagieren zu können, ohne selbst Unrecht zu tun.

In diesem Sinne verstehe ich den Lehrtext, der ein gewisses Erstaunen zum Ausdruck bringt. Der Apostel Jakobus wundert sich darüber, dass Christen gleichzeitig Gott loben und Menschen fluchen können. Da stimmt irgendetwas nicht.

Als Pastor erlebe ich nicht selten diese Dissonanz zwischen Gotteslob und Menschenverachtung. Meiner Erkenntnis nach ist der Hauptgrund dafür, dass manch ein Christ seine Berufung aus den Augen verloren hat. Wir sind berufen, heilig - also Jesus ähnlich - zu sein bzw. zu werden. Natürlich liebt uns Gott auch so, wie wir gerade sind. Doch genau diese Liebe ist es doch, die uns dazu bewegt, uns von ihm verändern zu lassen. Und dazu gehören auch unsere Worte und Gedanken.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 14.11.2019

O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!
Psalm 118,25

Gott ist‘s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.
Philipper 2,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

O HERR, hilf!

Die umrahmenden Verse stellen das heutige Losungswort in ein besonderes Licht. Der Vers zuvor lautet: „Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.“ (Ps. 118,24) Unmittelbar danach kommt der Hilferuf des Losungswortes. Offensichtlich ist der Grund nicht eine tiefe Notsituation. Was aber mag sonst der Grund sein, mitten im Lobgesang plötzlich um Hilfe zu rufen?

Ich denke, dass dem Psalmisten, während er Gottes Größe und Güte besang, die eigene Situation deutlich wurde. Im Gegensatz zu dem ewigen Gott war er vergänglich, total abhängig von Gott und schwach. Mitten im Lob erinnerte er sich vielleicht an Situationen, als er sich an Gott oder an anderen Menschen versündigt hatte. Diese Rückschau auf sich selbst ist nicht selten, wenn man vor Gottes Angesicht tritt. Sie ist ein Zeichen dafür, dass man die eigenen Mängel nicht im Lobgesang verdrängt, sondern vielmehr zu Gott bringt.

Stellen wir uns einmal vor, jemand soll im Gottesdienst ein Lied singen, das Gott erhebt. Kurz davor hat diese Person jedoch etwas sehr Verletzendes zu jemandem gesagt. Kann man da überhaupt noch solch ein Lied singen? Ja, man kann - wenn wir unsere Schuld bekennen und Gott mit in unsere Not einbeziehen: „O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!“

Direkt nach seinem Hilferuf fährt der Psalmist fort: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN!“ (Ps. 118,26a) Dieser Satz war prophetisch, denn er bezog sich auf das Kommen Jesu Christi. Er ist derjenige, der die Spannung zwischen unserer Vergänglichkeit und Schwachheit und der Größe und Heiligkeit Gottes auflöst. Wenn wir mit Christus verbunden sind, sind wir mit Gott verbunden. Und dieser verändert uns Stück für Stück, sodass wir immer mehr im Sinne Jesu denken und handeln können. Das entnehme ich dem Lehrtext.

So können wir sowohl mit unseren Stärken als auch Schwächen getrost Gott preisen. Denn er hilft uns tatsächlich auf dem Weg der Veränderung und lässt es gelingen!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 13.11.2019

Er wird herrlich werden bis an die Enden der Erde.
Micha 5,3

In Jesus Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid erfüllt durch ihn, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist.
Kolosser 2,9-10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Fülle

Die heutigen Bibelverse handeln von der unermesslichen Größe, die Gott in Jesus Christus offenbart. Im Losungsvers lesen wir eine Prophezeiung des Propheten Micha, gerichtet an eine kleine Stadt: Betlehem. Aus ihr sollte der kommen, „der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.“ (Mich. 5,1) Seine Herrschaft sollte aber nicht nur Israel gelten, sondern er sollte „bis an die Enden der Erde“ geehrt werden, wie wir im Losungswort lesen.

Als Christen glauben wir, dass dieser Herr niemand anders als Jesus Christus ist. Von Gott zu uns Menschen gesandt, in Betlehem geboren. Er war Mensch und Gott. So menschlich, dass er unter den Menschen sein und sie verstehen konnte. Und gleichzeitig so göttlich, dass er Dinge tat, die weit über das hinausgingen, was Menschen möglich ist. Er sprach von Gott und von seinem Reich in einer Art und Weise, wie die Menschen es noch nicht erlebt hatten, „denn er lehrte mit Vollmacht und nicht wie die Schriftgelehrten.“ (Mark. 1,22)

Im Lehrtext lesen wir nun, dass in Christus die gesamte Fülle Gottes wohnt und die Gläubigen erfüllt sind durch ihn, „der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist.“ Was bedeutet das?

Ich will einmal zweierlei herausgreifen:

  1. Es gibt keine größere Macht als Christus. Er ist der Herr, nicht nur über die bestehende Welt, sondern auch über die kommende.(1)Alles ist ihm untertan: Könige, Gewalten, die Elemente, ja sogar Hölle und Tod.
  2. Gottes Fülle existiert nicht nur außerhalb von uns, sondern durch Christus auch in uns. D.h.: Christi Leben ist nun in uns. Seine Gerechtigkeit - in uns. Seine Kraft - in uns. Seine Liebe - in uns. Seine Auferstehung - in uns. Alles, was zu Jesus Christus gehört, wird durch die Verbindung mit ihm auch unser.

„Die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ wohnt in Christus, heißt es im Lehrtext. Sein Leib ist die Gemeinde.(2) Er wohnt in uns.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Eph. 1,21 (2) 1. Kor. 12,27

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 12.11.2019

Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen.
Hesekiel 34,11

Als Jesus das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren geängstet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.
Matthäus 9,36

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der gute Hirte

Schon in der gestrigen Andacht ging es darum, wie wichtig der direkte Kontakt zu Gott bzw. zu Jesus Christus ist. Diese Verbindung, in der wir sowohl zu Gott reden als ihn auch hören können, ist ein Kernstück des Evangeliums. Gottes Wort - die Bibel - und unsere direkte Verbindung zu Gott ergeben ein Ganzes.

Im heutigen Losungswort prophezeit der Prophet Hesekiel, dass Gott sich selber seiner Herde annehmen will. Wie kam es dazu? Nun, die Hirten, die eigentlich dafür eingesetzt waren, sorgten nur für sich selbst. Gott hatte also Menschen berufen, die man hören und spüren konnte. Sie sollten das Volk Israel leiten und lehren. Doch weil sie es nicht taten, trat Gott selbst an ihre Stelle - und zwar so, dass man ihn ebenfalls hören und spüren konnte. Das alles erfüllte sich in Jesus Christus.

Er kam als Mensch, um uns Menschen zu suchen. Das geht sehr deutlich aus dem Lehrtext hervor. Er ist der gute Hirte und sagt: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir.“ (Joh. 10,27) Damit hat Gott selber den direkten Kontakt zu uns hergestellt.

Nun ist Jesus Christus ja nicht mehr als Mensch unter uns. Wie sollen wir aber einem Hirten folgen, den wir weder sehen, hören noch spüren können? Die Antwort gibt Jesus selbst: „Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch.“ (Joh. 14,18) Er meinte damit das Kommen des Heiligen Geistes. Doch was bedeutet das für uns Christen? Viele erleben vielleicht Stimmungen oder auch ein Gefühl von Nähe, doch ein direktes Reden Gottes erscheint etlichen eher suspekt. Das mag auch mit daran liegen, dass andere Personen sich selbst zu Sprachrohren Gottes erklären, auf die jeder unbedingt hören sollte. Doch darum geht es nicht.

Der gute Hirte redet direkt zu den Seinen. Ganz häufig, indem unser Herz uns drängt, etwas im Geiste Christi zu tun. Ich glaube, dass wir oft mehr mit ihm verbunden sind, als wir vielleicht denken.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 11.11.2019

Werdet ihr der Stimme des HERRN nicht gehorchen, so wird die Hand des HERRN gegen euch sein wie gegen eure Väter.
1. Samuel 12,15

Paulus schreibt: Ich will, dass ihr weise seid zum Guten, aber geschieden vom Bösen.
Römer 16,19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Stabilität in unruhigen Zeiten

Das heutige Losungswort stammt aus einer Rede des Propheten Samuel an das Volk Israel. Israel wünschte sich nämlich einen König, obwohl doch eigentlich Gott ihr König war.(1) Weshalb aber wünschten sie sich einen menschlichen König? Nun, ich denke, sie wollten jemanden, den sie sehen und hören können, jemanden, der sie führt und ihnen klare Ansagen gibt.

Dieser Wunsch vereinfacht in gewisser Weise das Leben, weil man sich über „richtig“ und „falsch“, „gut“ und „böse“ nicht so viele Gedanken machen muss. Da ist ja jemand, der das für uns tut. Doch was passiert, wenn dieser König nicht auf Gottes Stimme hört? Letztendlich ersetzt weder ein König noch das buchstäbliche Einhalten von Gesetzen unsere persönliche Verantwortung vor Gott. Damit ermahnte Samuel sein Volk, nachdem er ihnen einen König gegeben hatte.

Vor zwei Tagen gedachten wir der Reichspogromnacht. Damals hatten die Menschen unseres Landes einen Führer und es wurde das als „gut“ verkauft, was heute „böse“ ist. Viele, jedoch nicht alle, taten einfach das, was ihnen vorgeschrieben wurde, oder schwiegen zu den Ereignissen. Vielleicht mit einem schlechten Gewissen, vielleicht auch aus Angst, doch sie taten es. Für mich bedeutet das: Ohne eine direkte Beziehung zum dreieinigen Gott sind wir den zeitgemäßen Definitionen von „gut“ und „böse“ ausgeliefert. Doch am Ende sind wir Gott gegenüber verantwortlich, nicht nur Menschen.

Deshalb bin ich so dankbar, dass wir durch Jesus Christus einen direkten Zugang zu Gott und seinem Wort haben. Das beinhaltet mehr als eine Auflistung dessen, was richtig bzw. falsch ist. Den guten und richtigen Willen Gottes erfahren wir im Umgang mit Jesus Christus und mit seinem Wort. Er schenkt uns Weisheit, zu erkennen, was in einer bestimmten Situation gut oder auch böse ist. Das gibt uns Stabilität in unruhigen Zeiten und sowohl Mut als auch Kraft, Gottes Wege zu gehen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Sam. 12,12