Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 24.01.2019

Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Ich will sie zu Wasserbächen führen auf ebenem Wege, auf dem sie nicht straucheln; denn ich bin Israels Vater.
Jeremia 31,9

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.
Lukas 19,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Realer Trost

Im heutigen Losungswort wird die Wiederherstellung Israels prophezeit. Als der Prophet Jeremia diese Worte empfing und aufschrieb, war noch nichts von dem zu sehen, was er hier sagte. Jeremia musste miterleben, wie sein Volk in die Babylonische Gefangenschaft geführt wurde. Es sah so aus, als ob es Israel nicht mehr geben würde. Doch dann empfing Jeremia die tröstenden Worte, die wir im Losungsvers lesen: Gott will die Weinenden trösten und leiten. Ich glaube, dass so manch einer bei diesen Worten Mut geschöpft hat. Doch war das alles nur ein frommer Wunsch, ein Traum, um der Verzweiflung nicht ins Auge schaun zu müssen?

Nun, das Losungswort hat sich historisch tatsächlich erfüllt - und zwar in zweifacher Art und Weise. Es gab wirklich eine Rückführung nach Israel und eine Wiederherstellung des Tempels und der Stadt Jerusalem. Zuerst ca. 450 Jahre vor Christi Geburt. Doch es gab noch einmal eine Rückführung nach Israel in neuerer Zeit. Sie begann mit dem Zionismus im 17. Jahrhundert. Doch im großen Stil geschah sie nach der Gründung des Staates Israel 1948. Warum schreibe ich das? Weil der Trost im Losungswort nicht nur ein frommer Wunsch war, sondern Wirklichkeit wurde.

Genauso können wir davon ausgehen, dass auch die Botschaft des Lehrtextes Wirklichkeit wird. Jesus Christus ist gekommen, die zu suchen, die verloren sind. Was ist damit gemeint? Ich glaube, es sind Menschen gemeint, die für Gott verloren waren. Doch weil diese Menschen - und das sind ja wir - für Gott so wertvoll sind, macht er sich auf den Weg, sie zu suchen und wieder in Verbindung mit sich selbst zu bringen. Deshalb starb Jesus Christus und wurde am dritten Tage auferweckt, damit nichts Trennendes mehr zwischen Gott und uns ist. Nun können wir Gott real erleben. Erlösung ist Wirklichkeit geworden.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 23.01.2019

Ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der soll ein ewiger Bund mit ihnen sein.
Hesekiel 37,26

Christus Jesus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.
Epheser 2,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Frieden für alle

Frieden zu haben und in Frieden leben zu können - manchmal erscheint das nur noch wie eine Wunschvorstellung in einer von Kriegen, Unruhen und Krisen geschüttelten Welt. Ob in der Politik, im Job, in der Familie oder auch Gemeinde, immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen und Konflikten mit z.T. schwerwiegenden Folgen. Fast immer liegt es übrigens an den anderen … „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“, dichtete schon Friedrich Schiller. Doch wer sind die Frommen und wer die bösen Nachbarn?

Laut den heutigen Bibelversen sind nämlich alle bedürftig. Im Losungsvers versprach Gott den Israeliten, mit ihnen einen ewigen Friedensbund zu schließen. Diesem Bund sollte aber viel Schreckliches vorausgehen. Obwohl sie damit privilegiert waren, Gott in ihrer Mitte zu haben, liefen sie anderen Göttern nach. Das führte schließlich dazu, dass Gott sie über die ganze Welt zerstreute. Doch in den letzten Jahrzehnten haben wir gesehen, wie er sie allmählich wieder in Israel sammelt. Allerdings ist Friede in Nahost zurzeit schier undenkbar. Und wieder hören wir von Frommen und bösen Nachbarn. Doch wer ist was? Die Meinungen gehen da sehr auseinander.

Interessanterweise lesen wir im Lehrtext, dass Jesus Christus allen, den Nahen und den Fernen, Frieden gebracht hat. Oder anders ausgedrückt: den Frommen und den bösen Nachbarn. Denn jeder Mensch hat es nötig, mit Gott versöhnt zu werden. Darin sind wir alle gleich. Paulus schreibt: „Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer.“ (Röm. 3,10) Das bezieht sich zuerst auf unsere Beziehung zu Gott, aber auch untereinander hat das Folgen. Umso wichtiger ist es, das Friedensangebot Christi anzunehmen, denn daraus kann dann der Friede weiterfließen. Durch Christus wird das Unmögliche möglich: Friede mit Gott und Frieden untereinander.(1)

Einen Tag in seinem Frieden wünscht
Angela Mumssen

(1) Eph. 2,14-22

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 22.01.2019

Wenn du dich bekehrst zu dem HERRN, deinem Gott, wird er deine Gefangenschaft wenden und sich deiner erbarmen.
5. Mose 30,2.3

Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen.
Jakobus 4,8-9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wenn - dann

Das heutige Losungswort hat eine klare „Wenn - dann“ Logik. Bekehrt Israel sich, wird Gott sich erbarmen. Ähnlich der Lehrtext: Nahen wir uns ihm, so naht er sich uns. Viele Christen denken deshalb: „Mach was, dann macht Gott was!“ Doch hängt Gottes Erbarmen wirklich von uns ab?

Die Frage ist, ob das Wörtchen „Wenn“ im Losungswort im Sinne einer Bedingung oder eines zeitlichen Ablaufs gemeint ist. Wäre es eine Bedingung, könnte man es auch mit dem Wort „Falls“ wiedergeben. Doch schon einen Vers vorher taucht in fast allen Übersetzungen das gleiche Wörtchen „Wenn“ auf - und zwar mit einer zeitlichen Bedeutung. Und es wird geschehen, wenn all diese Worte über dich kommen, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es dir zu Herzen nimmst unter all den Nationen, wohin der HERR, dein Gott, dich verstoßen hat, … (5.Mos. 30,1) Hier wird in der Mahnrede des Mose prophetisch beschrieben, was einmal geschehen wird. Ich gehe deshalb davon aus, dass die im Losungswort beschriebene Bekehrung ebenfalls eine prophetische Vorausschau auf das ist, was einmal geschehen wird.

Gottes Handeln - Segen oder auch Fluch - führt also dazu, dass der Mensch sich Gott wieder zuwendet, worauf Gott wiederum sein Erbarmen sichtbar macht. Unsere Zuwendung zu Gott steht demzufolge in der Mitte von zwei Ereignissen: Gottes Erbarmen, das uns zur Bekehrung leitet, und sein Erbarmen, das wir danach erleben.

Manchmal kommen Christen zu mir, die darunter leiden, dass sie sich von Gott entfernt haben. Sie befürchten, Gott habe sich ebenfalls von ihnen entfernt. Denen sage ich: „Schon dass du mit dieser Not zu mir kommst, zeigt mir, dass Gott bereits an dir handelt.“ Es sind nicht wir, die Gott barmherzig machen, sondern es ist er, der uns zu sich zurückführt. In diesem Sinne können wir, wie ich meine, die heutige Losung verstehen und dankbar ernst nehmen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 21.01.2019

Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.
Psalm 46,8

Der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.
2. Thessalonicher 3,3

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Unser Schutz

Nicht selten lesen wir in der Bibel, dass Gott unser Schutz ist und wir uns auf ihn verlassen können, weil er mit uns ist. Worte, wie die im heutigen Losungswort oder im Lehrtext, geben uns neue Hoffnung und neuen Mut. Spannend wird es allerdings, wenn wir in Situationen geraten, in denen wir uns entscheiden müssen, wie sehr wir uns auf diese Zusagen verlassen.

So wurde ich beispielsweise vor einigen Jahren nach Äthiopien eingeladen, um dort bei einer Konferenz mitzuwirken, in der es um Christenverfolgung ging. Doch einen Monat, bevor die Reise losgehen sollte, brachen in Äthiopien Revolten aus, sodass eine Reise dorthin gefährlich werden konnte. Deshalb wurde ich noch einmal gefragt, ob ich unter diesen Umständen überhaupt noch mitkommen wollte. In solch einem Moment wird Glaube konkret. Glaube ich, dass Gott mein Schutz ist, oder bleibe ich lieber zu Hause? Nun, ich entschied mich, dorthin zu gehen.

Es gibt viele Lebenssituationen, in denen wir uns entscheiden müssen, worauf wir vertrauen. Meistens sind das Dinge, vor denen wir menschlich gesehen Angst haben. Die einen brauchen Glaubensmut, um in ein Flugzeug einzusteigen. Andere, um sich mit einem Menschen, vor dem sie Angst haben, auszusprechen. Wieder andere fürchten sich davor, den Bund der Ehe einzugehen. Gehorchen sie nun ihrer Furcht oder vertrauen sie darauf, dass Gott sie rechtzeitig stärkt und davor bewahrt, wegzulaufen, wenn Konflikte auftreten?

Befürchtungen gibt es viele, doch wir haben einen Gott, der treu ist und uns vor dem Bösen bewahrt. Diese Tatsache sollten wir, wie ich meine, unseren Befürchtungen entgegenhalten. Was uns auch immer in die Enge treiben will - Gott ist stärker!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 20.01.2019

Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.
Psalm 139,3

Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater.
Matthäus 10,29

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nicht egal

Ist uns eigentlich bewusst, wie sehr Gott auf uns acht hat? In Psalm 139, aus dem der heutige Losungsvers stammt, besingt David Gottes Gegenwart in seinem Leben, ja sogar vor Beginn seines Lebens.(1) Offensichtlich war diese permanente Gegenwart Gottes für David nichts Bedrohliches, sondern etwas, das ihm Kraft und Mut gab. Gott war für ihn nicht wie in Orwells fiktiver Roman „1984“ der „große Bruder“, der andere überwachte. Nein, Gott war für David derjenige, der über ihn wachte - der also dafür sorgte, dass es ihm gut ging. Deshalb freute sich David daran, dass Gott in seinem Leben allgegenwärtig war.

Wie sieht das bei uns aus? Meiner Erfahrung nach schwanken die Meinungen da erheblich auseinander. Manch einer möchte nicht ständig gesehen werden, aus welchen Gründen auch immer. Andere sehnen sich verzweifelt danach, beachtet zu werden. Nicht selten werden diese Verhaltensmuster einfach so ins Glaubensleben mit „hineingeschleppt“ und hindern das Vertrauen zu Gott. Auf keinen Fall können sie aber verhindern, dass Gott uns sieht!

Im Lehrtext ist die Rede von Gott als unserem „Vater“, der sogar wahrnimmt, ob ein Sperling auf die Erde fällt. Weiter heißt es da: „Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.“ (Matt. 10,30-31) Wenn das wirklich wahr ist - was ich glaube - müssen wir uns nicht mehr darum sorgen, ob Gott uns sieht oder nicht.

Stattdessen können wir anfangen, unser Leben bewusst in seiner Gegenwart zu führen. Wir sind ihm nicht egal. Sowohl das geschriebene Wort als auch das Kommen und Sterben Christi bezeugen das. Durch seinen Geist wird er uns helfen, ihn besser zu verstehen und in eine innige Beziehung zu ihm hineinzuwachsen. Er wird uns durch alles hindurchbringen, sei es Schmerz, Unrecht, Krankheit oder sogar Verfolgung. Er ist bei uns bis zum Schluss, der dann der Anfang sein wird.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 139,13-16

Gedanken zur Losung für Samstag, den 19.01.2019

Der HERR Zebaoth hat‘s beschlossen - wer will‘s wehren? Und seine Hand ist ausgereckt - wer will sie wenden?
Jesaja 14,27

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?
Römer 8,31

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Für uns!

Das heutige Losungswort macht Folgendes unmissverständlich klar: Es gibt niemanden, keine Macht im Himmel oder auf Erden, die Gott daran hindern könnte, das zu tun, was er beschlossen hat. Damit unterstrich der Prophet Jesaja die Bedeutung der Worte, die Gott ihm gegeben hatte. Man kann sie glauben oder auch anzweifeln. Doch wenn sie von Gott kommen, werden sie auch geschehen. Das mag sich erst einmal bedrohlich anhören, doch Gottes Souveränität hat auch eine andere Seite - nämlich eine sehr beglückende.

Im Lehrtext wird uns ein Entschluss Gottes mitgeteilt, der sich nicht gegen uns richtet, sondern im Gegenteil für uns ist. Wenn wir mit Jesus Christus verbunden sind, also an ihn glauben, gibt es nichts, was Gott gegen uns haben könnte. Seine ganze Allmacht setzt er für und nicht gegen uns ein. Selbst wenn wir versagen, ändert sich das nicht, denn Jesus Christus hat für alles bezahlt. So kommt es geradezu zu einem Feuerwerk an Zusagen Gottes: „Wenn Gott für uns ist, wer kann da noch gegen uns sein? Gott hat nicht einmal seinen eigenen Sohn verschont, sondern hat ihn für uns alle gegeben. Und wenn Gott uns Christus gab, wird er uns mit ihm dann nicht auch alles andere schenken? Wer wagt es, gegen die Anklage zu erheben, die von Gott auserwählt wurden? Gott selbst ist ja der, der sie gerecht spricht. Wer sollte uns verurteilen? Christus Jesus selbst ist ja für uns gestorben. Mehr noch, er ist der Auferstandene. Er sitzt auf dem Ehrenplatz zur rechten Seite Gottes und tritt für uns ein.“ (Röm. 8,31-34)

Immer wieder höre ich Christen, die daran zweifeln, dass ihre Erlösung vollständig ist. Weil sie in bestimmten Lebensbereichen ständig versagen oder es ihnen seelisch schlecht geht, meinen einige, dass ihr Glauben nicht ausreiche oder der Teufel noch „Anrechte“ auf ihr Leben hätte. Doch genau das bestreitet der Apostel Paulus im Lehrtext. Niemand kann uns von Christus trennen! Daran lasst uns festhalten: Gott ist für uns!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 18.01.2019

Als mir angst war, rief ich den HERRN an und schrie zu meinem Gott. Da erhörte er meine Stimme.
Psalm 18,7

Jesus berührte ihre Augen und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben! Und ihre Augen wurden geöffnet.
Matthäus 9,29-30

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nach unserem Glauben

Heute möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen. Dort erleben wir gerade eine Gebetserhörung - ähnlich wie auch im Losungswort. Der Unterschied zum Losungswort ist allerdings, dass Jesus Christus zu den Hilfesuchenden, zwei blinden Männern, etwas Merkwürdiges sagte: „Euch geschehe nach eurem Glauben!“

Was hat denn ihr Glaube mit ihrer Heilung zu tun? War sie denn nicht ein souveränes Werk Gottes? Muss man erst glauben, bevor Gott barmherzig handelt? Wir berühren hier ein Thema, auf das manch einer empfindlich reagiert - besonders Christen, die unter etwas leiden, das unter Gebet nicht verschwunden ist. Oft ist es der Umkehrschluss, der Probleme bereitet: „Wenn nichts passiert, liegt es an deinem fehlenden Glauben …“ Solche Aussagen können Menschen bedrücken, ja sogar zur Verzweiflung treiben. Oder auch eine zwanghafte Art, zu glauben, erzeugen. Doch welche Rolle spielt unser Glaube in Bezug auf Gebetserhörung?

Was glaubten wohl die beiden blinden Männer, die zu Jesus schrien? Ich denke, sie erkannten in Jesus von Nazareth den verheißenen Messias. Sie sprachen ihn nämlich mit „Sohn Davids“ an - nicht Sohn Josefs oder Marias. So erkannten diese Männer in Jesus etwas, das andere vehement ablehnten: den von Gott gesandten Erlöser. Dieser Glaube ist wiederum das, was Jesus Christus bei den Menschen suchte und sucht. Ihm ging und geht es ja nicht nur darum, uns etwas Gutes zu tun, sondern uns für Gott zurückzugewinnen. Misstrauen zerstörte unsere Beziehung zu Gott - Vertrauen stellt sie wieder her.

Der Glauben, von dem Jesus spricht, beschwört nicht, wie ich meine, eine Heilung herbei. Vielmehr ist er ein tiefes Vertrauen in Jesus Christus, seine Güte, Zugewandtheit und Autorität. Wenn nichts passiert, obwohl wir beten, lassen wir nicht ab, auf ihn zu hoffen. Und wenn etwas passiert, erleben wir schon heute etwas von dem, was wir im Himmel vollständig bekommen werden.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 17.01.2019

Josua fiel auf sein Angesicht zur Erde nieder, betete an und sprach: Was sagt mein Herr seinem Knecht?
Josua 5,14

Selig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören.
Matthäus 13,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Begegnung mit Gott

Wie kam es zu dem, was wir im heutigen Losungswort lesen? Nun, Josua stand mit dem Volk Israel gerade vor Jericho. Die Wüstenreise war vorbei und der Jordan schon überschritten. Plötzlich stand ein Mann vor ihm, woraufhin Josua ihn fragte, ob er Freund oder Feind sei. Es war ja nicht sofort erkennbar, wer ihm da gegenüberstand. Josua hätte wohl kaum gefragt, ob der Mann Freund oder Feind wäre, wenn dieser ein übermächtiges Erscheinungsbild gehabt hätte. Der Mann antwortete: „Nein, sondern ich bin der Fürst über das Heer des HERRN und bin jetzt gekommen.“ (Jos. 5,14a) Da wurde Josua klar, dass ein Engel vor ihm stand oder vielleicht sogar Gott selbst. Josuas Reaktion auf diese Erkenntnis können wir im Losungsvers lesen.

Ähnlich war es zur Zeit Jesu Christi. Jesu Erscheinungsbild war nicht so, dass jeder sofort erkennen musste, wer er war. Er kam nicht mit einem königlichen Aufgebot und es war auch niemand da, der vor ihm ausrief: „Achtung, der Sohn des lebendigen Gottes wird gleich erscheinen!“ Nur wer erkannte, wer Jesus wirklich war, konnte begreifen, was im heutigen Lehrtext steht: „Selig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören.“

Ich glaube, dass es heute nicht anders ist. Eine Begegnung mit Gott kann ganz natürlich beginnen. Ich bete zu Gott und es kommen mir plötzlich bestimmte Gedanken dazu. Oder ich lese in der Bibel und bleibe bei einem Vers hängen. In einem Gespräch sagt mir jemand etwas, was mich betroffen macht. Was es auch sei, manchmal erleben wir dann einen Moment, in dem uns deutlich wird, dass Gott gerade zu uns redet. Dieser Moment ist heilig. Wie reagieren wir darauf? Josua beugte sich vor Gott und wollte das tun, was Gott ihm nun mitteilt. Wollen wir das auch?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen