Gedanken zur Losung für Montag, den 16.09.2019

Suchet das Gute und nicht das Böse, auf dass ihr lebet.
Amos 5,14

Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.
Philipper 2,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gut und böse

Im heutigen Losungswort redet Gott durch den Propheten Amos. Dreimal erfolgt im fünften Kapitel die Aufforderung, zu suchen - zweimal Gott selber und einmal das Gute und nicht das Böse. Jedes Mal heißt es dann: „auf dass ihr lebet.“ Es geht also um Leben und Tod. Doch leben Menschen, die Gott nicht suchen und vielleicht sogar bewusst Böses tun, nicht auch - mitunter sogar sehr lange? Kurz und mittelfristig mag das stimmen, jedoch nicht langfristig.

Nehmen wir z.B. eine Nation, in der Korruption herrscht. Für den Einzelnen ist es vielleicht für eine Zeit von Vorteil, doch am Ende geht ein Land dadurch finanziell zugrunde. Oder nehmen wir an, die Menschen eines Landes entsorgen ihren Müll in der freien Natur. Zunächst erscheint es viel billiger als eine kostspielige Müllentsorgung, doch am Ende macht es alle krank. Oder jemand versucht ständig, sich mit Gewalt durchzusetzen. Anfangs scheint es zu klappen, doch irgendwann wird es ihm jemand gleichtun und dem Gewalttätigen Gewalt antun. Jesus Christus sagte einmal: „Wer das Schwert benutzt, wird durchs Schwert umkommen.“ (Matt. 26,52) Böses gebiert immer Böses und am Ende bringt es den Tod.

Doch Gott will, dass wir leben. Das ist die Gute Botschaft. Davon bin ich überzeugt. Deshalb sandte er Jesus Christus, der für uns starb und durch den Heiligen Geist in uns lebt. Bei ihm finden wir Vergebung, doch nicht nur das. Wir werden durch ihn auch in die Lage versetzt, Gutes zu tun und Böses zu lassen. Bevor wir aber Gutes tun und Böses lassen können, müssen wir wissen, was überhaupt gut und böse ist. Das erfahren wir nicht nur durch eine Liste von Gesetzen und Vorschriften, sondern vor allem in der Gemeinschaft mit Jesus Christus selbst. Davon lesen wir im Lehrtext. Ich erlebe das so, dass er mir ein Gespür dafür gibt, wie er selbst in bestimmten Situationen handeln würde. Und dann schenkt er mir die Kraft, ebenso zu handeln. Wenn wir also seine Nähe suchen, verändert das unser Leben zum Guten hin.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 15.09.2019

Herzlich lieb habe ich dich, HERR, meine Stärke!
Psalm 18,2

Eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin. Sie fing an, Jesu Füße mit Tränen zu netzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küsste seine Füße und salbte sie mit dem Salböl.
Lukas 7,37.38

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Liebe

Die heutigen Bibelverse handeln von einer außerordentlichen Liebe. Es ist die Liebe zu Gott bzw. seinem Sohn, die hier alles andere als abstrakt oder gefühlslos beschrieben wird. Eigentlich heißt es im Losungsvers nur: „Ich liebe dich, HERR ...“ Doch Luther übersetzte es mit „Herzlich lieb habe ich dich, HERR ...“ Das liegt daran, dass im Grundtext das Wort für „lieben“ bzw. für „lieb haben“ zutiefst emotional gemeint ist. Dasselbe Wort wird an anderen Stellen benutzt, um ein tiefes Erbarmen zum Ausdruck zu bringen. Nun meinte David, der Schreiber des Psalms, ja nicht, dass er ein tiefes Erbarmen für Gott empfindet. Vielmehr haben Erbarmen und Liebe eine gemeinsame Wurzel: Man nimmt von Herzen Anteil an dem Leben des anderen.

Was David also meinte, war: „Ich möchte Anteil an dir haben. Was dein Herz bewegt, bewegt auch meins.“ Das kann man nicht aus einer Distanz heraus sagen, sondern nur, wenn man die Nähe des anderen sucht - und zwar nicht nur zum Selbstzweck. Diese Bedeutung von Liebe hat uns, wie ich meine, einiges zu sagen.

Wenn man sagt, man liebe jemand, sich im Grunde jedoch nicht interessiert, was diese Person bewegt, so ist das nicht die Liebe, von der die heutige Losung spricht. Wenn jemand Gott dauerhaft und intensiv lobt, aber nicht wissen will, was Gottes Herz bewegt, ist das nicht die Liebe, von der die heutige Losung spricht. Wie sehr Liebe Anteil am Leben des anderen nimmt, erfahren wir im Lehrtext. Die Frau zeigte ihre Liebe zu Jesus in einer Form, die schon fast intim ist. Fußwaschung war damals normal, doch nicht auf die Art, wie die Frau sie vornahm.

Was mich allerdings am meisten bewegt, ist, dass auch Gott uns in solch einer Art und Weise liebt. Er nimmt zutiefst Anteil an unserem Leben. Nichts lässt ihn kalt. Er verfolgt auch keinen Selbstzweck, sondern möchte wissen, was unser Herz bewegt. Ist das nicht fantastisch?

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 14.09.2019

Ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken, der sie weiden soll.
Hesekiel 34,23

Jesus spricht: Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.
Johannes 10,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ein Hirte

Der Hintergrund des heutigen Losungsverses war Gottes scharfe Abrechnung mit denjenigen, die ihre Leitungsposition im damaligen Israel schändlich missbrauchten. Sie bereicherten sich an denen, die sich nicht wehren konnten, und kümmerten sich nicht um die Schwachen, was ihre eigentliche Aufgabe gewesen wäre. Gott machte deutlich, dass er diesem Treiben ein Ende setzen würde, indem er „einen einzigen Hirten erwecken“ wollte, der sich so um das Volk kümmern würde, wie es Gott gefiel.

Eine einzelne Person sollte also das Unrecht vieler wieder gutmachen. Das erscheint zwar menschlich nicht vorstellbar, sollte sich aber dennoch in einem Menschen erfüllen: in Jesus Christus. Im Lehrtext lesen wir, wie er von sich selbst sagte: „Ich bin der gute Hirte.“ Diese Worte wurden sehr verschieden aufgenommen, von den einen mit Freude, von anderen vehement abgelehnt. Doch am Kreuz wurde sichtbar, dass Jesus wirklich derjenige war, der sein Leben für die Schafe gibt. Das hatte er unter anderem als Kennzeichen eines guten Hirten genannt.(1) Ein weiteres Kennzeichen lesen wir im Lehrtext: „Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.“ Hier ist von einer persönlichen Beziehung die Rede, denn Jesus vergleicht sie folgendermaßen: „… wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater.“ (Joh. 10,15) Da war nichts Vages oder Vermutendes, sondern eine klare Aussage.

Können wir uns und unsere Beziehung zu Gott so klar zum Ausdruck bringen? Vielleicht sind wir unsicher, weil wir denken, wir wären vielleicht nicht gut genug. Oder es wäre vermessen, so etwas von sich zu sagen. Das wäre es auch - wenn Jesus nicht den Weg zu Gott freigemacht hätte. Er hat tatsächlich das Unrecht vieler, auch unser Unrecht, wieder gutgemacht. Wer das im Glauben annimmt, ist gut genug für den Vater. Er gehört dann zu den Seinen, Gott kennt ihn und kümmert sich um ihn. Das ist die gute Nachricht für alle Menschen: Gott liebt uns und hält schon alles bereit.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Joh. 10,15

Gedanken zur Losung für Freitag, den 13.09.2019

Warum gibt Gott dem Leidenden Licht und Leben denen, die verbittert sind -, die sich sehnen nach dem Tod, doch er kommt nicht?
Hiob 3,20-21

Da Jesus selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.
Hebräer 2,18

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Leben und Tod

Das heutige Losungswort ist ein Ruf aus tiefster Verzweiflung. Hiob war an einem Punkt seines Lebens angelangt, an dem er lieber sterben wollte als weiterleben. Normalerweise rufen wir Gott an, um leben zu bleiben. Doch Hiob rief ihn an, um sterben zu können. Und er war enttäuscht, dass Gott ihn nicht sterben ließ.

„Verkehrte Welt“, denken vielleicht einige. Doch den Wunsch, sterben zu können, hatte nicht nur Hiob. Ich habe schon schwerkranke Menschen besucht, die sich wünschten, endlich zu sterben. Einige wenige wünschten sogar aktive Sterbehilfe. Der Leidensdruck und die Sinnlosigkeit des Lebens waren einfach zu groß.

Nun lesen wir ja, dass Hiob sich beklagte, dass Gott ihn nicht sterben ließ. Aktive Sterbehilfe wollte er nicht, dafür hatte er, wie ich vermute, zu viel Ehrfurcht vor Gott, dem Herrn des Lebens und des Todes. Doch weshalb ließ Gott ihn nicht sterben? Oft sagen wir ja, wenn jemand nach schweren Leiden gestorben ist: „Nun ist er erlöst.“ Doch ist er wirklich erlöst?

Meiner Überzeugung nach führt Erlösung immer zum Leben! Entweder zum Leben hier und jetzt - oder zum ewigen Leben. Dieses ewige Leben beginnt auch schon hier und jetzt. Und es überwindet den Tod. Jesus Christus sagte einmal: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Joh. 11,25) Tatsächlich hatte Gott mit Hiob etwas anderes vor, als ihn sterben zu lassen. Hiob sollte leben und von allen Leiden erlöst werden.

Was kann das alles für uns bedeuten? Im Lehrtext lesen wir, dass Jesus Christus denen hilft, die versucht werden. Eine Form der Versuchung ist, die Lösung unserer Probleme und Leiden im Tod zu suchen, oder in der Trennung. Doch Gott hat eine andere Lösung: Leben und Versöhnung. Deshalb möchte ich uns ermutigen, selbst im bittersten Leid bei Gott das Leben zu suchen - das ewige und das zeitliche.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 12.09.2019

Elia betete: Erhöre mich, HERR, erhöre mich, dass dies Volk erkenne, dass du, HERR, Gott bist und ihr Herz wieder zu dir kehrst!
1. Könige 18,37

Paulus schreibt: Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei.
Philipper 1,9-10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Elia, ein Vorbild

Das heutige Losungswort muss man, wie ich meine, im Zusammenhang betrachten. Der Prophet Elia hatte den Auftrag von Gott, das Volk Israel vom Götzendienst zurück zu Gott zu holen. Er wusste, dass der Gott Israels der lebendige Gott ist und nicht die Schöpfung eines Menschen. Sondern im Gegenteil der Schöpfer der Menschen. Doch wussten das die Israeliten auch? Deshalb sollte Elia sein Volk herausfordern: Welcher Gott wäre in der Lage, ein Opfer selber anzuzünden? Zunächst beschworen die Baalspriester ihren Gott. Doch nichts geschah. Als Elia an die Reihe kam, rief er das Volk zu sich und schüttete eimerweise Wasser auf das Opfer, sodass es gewiss nicht mehr brennbar war. Dann aber kam der Moment, in dem Elia nichts mehr tun konnte. Er war absolut davon abhängig, dass Gott handelte. Würde nichts geschehen, wäre Elia ein toter Mann. Also flehte er zu Gott, doch nicht, um sich selbst zu retten, sondern damit sein Volk zu Gott zurückfindet.

Ich denke, dieses Handeln des Elia lehrt uns, wie Glaube funktioniert. Zunächst handelte er nicht nach eigenem Gutdünken. Dann hielt er fest an seinem Auftrag, egal, was mit ihm passieren konnte. Und dann betete er. Und sein Gebet wurde erhört!

Der Lehrtext spricht davon, dass wir erkennen mögen, was das Beste sei. Die Frage ist: für wen das Beste? Welches Ziel hat also unser Gebet? Geht es um uns oder um unsere Mitmenschen? In seinem Brief an Timotheus schrieb der Apostel Paulus: Gott will, „dass alle Menschen gerettet werden und dass sie die Wahrheit erkennen.“ (1.Tim. 2,4) Ich glaube, dass wir wie Elia damals unseren Teil dazugeben sollen, im Vertrauen darauf, dass Gott das tut, was wir nicht tun können. Doch was ist unser Teil? Ich denke, den Menschen das Evangelium zu vermitteln.

Möge dazu unsere Liebe zu Gott und zu den Menschen, unsere Erkenntnis und Erfahrung zunehmen,
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 11.09.2019

Du sollst das Recht nicht beugen und sollst auch die Person nicht ansehen und keine Geschenke nehmen; denn Geschenke machen die Weisen blind und verdrehen die Sache der Gerechten.
5. Mose 16,19

Es lasse ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen des Herrn nennt.
2. Timotheus 2,19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Mut, gerecht zu handeln

Die heutigen Bibelverse sind eine ernste Ermahnung. Wenn Entscheidungsträger käuflich sind, leiden nicht nur Menschen unter diesem Unrecht, sondern die Wirtschaft eines solchen Landes geht zugrunde, weil sie keine verlässlichen Normen hat. Doch auch Neid, Missgunst, Vorurteile oder Angst vor Benachteiligung können das Recht des Einzelnen beugen. Wenn beispielsweise in einer Krankenkasse oder Versicherung jeder Antrag obligatorisch abgelehnt wird, bleibt das Recht auf der Strecke.

Schwierig ist es besonders für Angestellte, die das ausführen sollen. Aus Angst, den Job zu verlieren, passen sich viele an. Und genau hier - so verstehe ich den Lehrtext - sollen wir Christen einen Unterschied machen. Wir sind zwar nicht dafür verantwortlich, was andere tun, doch sehr wohl für das, was wir selber tun. Ich möchte uns Mut machen, Gott zu vertrauen und uns nicht unter einem Unrecht zu beugen - ja am Ende sogar zu Mittätern zu werden. In fast allen Lebenslagen müssen wir solche Entscheidungen treffen.

Das beginnt schon in der Familie, wo man vielleicht ein Lieblingskind hat und dieses dann bevorzugt. Es setzt sich fort im Kindergarten, wo ein Erzieher gerecht bleiben muss. Fast jeder Lehrer an der Schule weiß, wie schnell man einen Schüler verbal diskreditieren kann, weil dieser nicht mitmacht oder den Unterricht stört. Oder wie ist es, wenn jemand in einer Behörde arbeitet? Schafft er bzw. sie es, bestimmte Personen weder zu bevorzugen noch zu benachteiligen?

Ich denke, unser Glaube an Jesus Christus fordert uns im Alltag sehr heraus, auch ohne dass wir uns lauthals zu ihm bekennen. Unser Tun spricht seine eigene Sprache. Doch genau dieser Jesus Christus gibt uns auch die Kraft und den Mut, anders zu handeln. Er selbst schaut nicht auf die Person, sondern schenkt jedem, der es nur möchte, Vergebung und ewiges Leben.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 10.09.2019

Gott der HERR ist Sonne und Schild.
Psalm 84,12

Paulus schreibt: Mein Gott wird all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.
Philipper 4,19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Herrliche Hilfe

Die heutigen Bibelverse stehen nicht als Einzelaussagen, sondern in Zusammenhängen, die ich einmal näher betrachten möchte. In Psalm 84, aus dem der Losungsvers stammt, geht es um den Segen, den ein Mensch erfährt, wenn er sein Leben auf Gott ausrichtet. Diese Ausrichtung geschieht jedoch nicht, weil man etwas von Gott will, sondern weil man sich nach ihm sehnt. So schreibt der Psalmist: „Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.“ (Ps. 84,3) Im Vordergrund steht das Bedürfnis, Gott nahe zu sein.

Fast kein Bedürfnis in unserem Leben bleibt ohne Folgen. Wer Hunger hat, wird sich nach Essen umsehen. Wer müde ist, wird irgendwann schlafen wollen usw. Und auch das Bedürfnis, Gott nahe zu sein, wird nicht ohne Folgen bleiben. Der Psalmist nennt z.B. Freude und Segen auch in schweren Zeiten sowie immer wieder neue Kraft. Im zweiten Teil des Losungsverses sagt er: „… der HERR gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.“ (Ps. 84,12)

Gerade der letzte Teil klingt fast so wie der Lehrtext. In dessen Umfeld wird von der Großzügigkeit der Philipper gegenüber Paulus berichtet, mit der sie ihn auf seinen Reisen unterstützten. Paulus ließ sie wissen, dass alles bei ihm angekommen war.(1) Aber auch bei Gott sei etwas angekommen, schrieb er: „… ein lieblicher Geruch, ein angenehmes Opfer, Gott gefällig.“ (Phil. 4,18) Paulus wusste, dass es die Philipper etwas gekostet hatte, denn er sprach ja von einem „Opfer“.

Ein Opfer ist etwas, dass ich aus meinem Bestand nehme und weggebe, auch wenn ich selber dafür Verwendung hätte. Das größte Opfer aller Zeiten machte Jesus Christus, als er sein Wertvollstes - nämlich sein Leben - für uns hingab. Warum tat er das? Weil es ihm ein Bedürfnis war und ist, uns nahe zu sein. Das Wunderbare ist: In seiner Nähe wird kein Bedürfnis ungestillt bleiben. Denn bei ihm gibt es mehr als genug.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Phil. 4,18

Gedanken zur Losung für Montag, den 09.09.2019

Was habe ich dir getan, mein Volk, und womit habe ich dich beschwert? Das sage mir!
Micha 6,3

Der Vater sprach zu dem älteren Sohn: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.
Lukas 15,31-32

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Zufriedenheit und Dank

Die heutigen Losungsverse sprechen ein wichtiges Thema an. Bei Kindern kann man Folgendes erleben: Ein Kind bekommt zwei Kugeln Eis geschenkt und freut sich darüber sehr. Doch dann bekommt ein anderes Kind ein Eis mit drei Kugeln. Sofort ist die Freude dahin. „Wieso bekomme ich nicht auch drei Kugeln?“ Das kann sogar dahin führen, dass das erste Kind sein Eis nicht mehr essen will. Neid kann tatsächlich jede Freude und Dankbarkeit zerstören.

Was Kinder vielleicht noch offen zeigen, sitzt eigentlich in uns allen. Eine Wohltat wird solange dankbar angenommen, bis ein anderer mehr hat als wir. Dann meldet sich der Neid. Das führte im alten Israel dazu, dass sie die Wohltaten Gottes schnell vergaßen und sich den Götzen der umliegenden Völker zuwandten. Vermutlich versprachen sie sich dadurch mehr Erfolg, mehr Sicherheit, mehr von allem. Doch am Ende wurde ihnen alles genommen, was sie meinten zu besitzen.

Eine ähnliche Situation beschreibt der Lehrtext - ein Gleichnis Jesu. Der Bruder des verlorenen Sohnes ärgerte sich darüber, dass für seinen Bruder ein Fest gefeiert wurde, während er doch ständig für seinen Vater gearbeitet hatte. Was ihm nicht klar war, war, dass er direkten Anteil an allem hatte, was seinem Vater gehörte - und zwar ohne etwas dafür leisten zu müssen. Sein Neid entstand aus seiner falschen Auffassung, man müsse sich alles erst verdienen. Deshalb konnte er sich nicht über seinen geretteten Bruder freuen.

Ich glaube, wenn wir die Gnade Gottes verstehen, können wir uns anhaltend dankbar über alles freuen, was Gott uns schenkt. Ja wir können uns sogar darüber freuen, wenn Gott jemand anders noch mehr beschenkt. Denn unsere Freude gilt der Gnade und nicht der Größe dessen, was Gott uns schenkt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen