Behinderten-WC und Dusche eröffnet

(ein Bericht von David Hock)

Etappenziel auf der Großbaustelle: Nach neun Monaten Bauarbeiten hat Martin Homburg den nächsten Raum fertiggestellt. WC und Dusche sind nicht nur barrierefrei, sondern auch schick.

Ganz fertig war Martin Homburg noch nicht. Über dem weißen Heizkörper pinselt er mit roter Farbe. Der Raum ist zu dem Zeitpunkt bereits feierlich eröffnet; das Baustellenschild einem WC-Etikett gewichen, ein rotes Band vor der Toilettentür, an dem eine Klobürste hing, abgezogen. Neben Martins Ehefrau Annette und Pastor Hans-Peter Mumssen waren auch Bernd und David Hock gekommen, für die das geräumige Bad aufgrund ihrer Körperbehinderung von besonderem Nutzen ist.

Doch bevor die Toilette zum ersten Mal benutzt werden kann, bringt der 49 Jahre alte Baustellenchef noch sein Markenzeichen an der Wand des Badezimmers an: ein kleines Tier. „In allen Räumen, die ich renoviert habe, male ich am Ende einen Frosch“, erklärt Martin. Wie viele solcher Amphibien sich mittlerweile auf Gemeindewänden verteilen, weiß er selbst nicht genau: „Um die zehn müssten es sein.“ Und es werden weitere hinzukommen: Gleich neben der rollstuhlgerechten Toilette ist ein Herren-WC mit Kabinen und Pissoirs noch in der Entstehungsphase.

Dass dieser Raum schon Mitte Juni eingeweiht werden kann, hätte Martin bis vor Kurzem selbst nicht für möglich gehalten. „Als ich Mitte Mai eine Woche am Stück in die Baustelle investieren konnte, bin ich ein entscheidendes Stück vorangekommen“, so der Elmshorner, der sich dafür Urlaub nahm.

Die Gemeinde darf sich nun über ein rollstuhlgerechtes Behinderten-WC inklusive Dusche freuen, das diesem Titel gerecht wird: Neben dem Klo sind Haltegriffe montiert, das Waschbecken ist unterfahrbar, im Notfall kann durch ein Band eine rote Lampe zum Leuchten gebracht werden. „Als Behinderter braucht man länger auf Toilette“, sagt Bernd Hock, der sich über diese Extratoilette allein deshalb freut, „weil ich so keine Kabine bei den Herren ewig blockiere“. Hier könne er vom Lichtschalter bis zum Wasserhahn alles wunderbar bedienen. „Am meisten berührt bin ich von dem Engagement, das dahintersteckt.“