Ein Sonntagmorgen im CZA

„Wir begrüßen Sie ganz herzlich im Christus-Zentrum Arche in Elmshorn. Wir wollen zu Anfang des Gottesdienstes beten.“ Die Gemeinde erhebt sich an diesem Sonntagmorgen um kurz nach 10 Uhr. Ein Besucher ist zum ersten Mal hier im CZA in der Lornsenstraße 53. Er hat gehört, dass diese Gemeinde so eine Art Gospelkirche sei und das wollte er sich einmal ansehen. Nach der Begrüßung wird ein altes Kirchenlied gesungen, mit voller Instrumentalisierung: Klavier, Schlagzeug, Hammond-Orgel, Bass und Gitarre. „Ein feste Burg ist unser Gott“ schallt es aus etwa 200 Kehlen und alles… im Gospelstil.

Nun werden die Erstbesucher von der Kanzel aus begrüßt. Wer sich als ein solcher zu erkennen gibt, bekommt eine Informationsbroschüre der Gemeinde überreicht, an der ein Sahnebonbon befestigt ist. Mit Applaus werden er und zwei andere, die sich auch gemeldet haben, willkommen geheißen.

Während die Gottesdienstbesucher, die in der vergangenen Woche Geburtstag hatten, nach vorne gerufen werden, damit sie dort gesegnet werden, schiebt sich der Erstbesucher verstohlen den Sahnebonbon in den Mund. Lecker. Leider kann er nun mit vollem Mund in der folgenden „Lobpreiszeit“, wie das gemeinsame Singen hier genannt wird, erst einmal nicht mitsingen. Altes und neues Liedgut wird abwechselnd gesungen. Manche sitzen dabei, viele stehen, manche heben die Hände und zwischendrin springen und lachen die vielen Kinder, die mit ihren Eltern den Gottesdienst erleben. ‚Auch sie loben Gott durch ihre Lebendigkeit‘, durchfährt es den Erstbesucher.

Kurz vor 10.30 Uhr wird die Kollekte eingesammelt. „Das CZA ist eine Freikirche und gehört zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP). Deshalb werden die finanziellen Verpflichtungen der Gemeinde, wie Gebäude, Anstellungen des Pastors und zwei weiteren Vollzeitkräften und die Kosten für die verschiedenen, sozialen Arbeitszweige der Kirche nicht über die Kirchensteuer finanziert, sondern ausschließlich von privaten Spenden. Auch die Elmshorner Tafel mit ihren täglich über 70 Essensgästen, die vom CZA betrieben wird, trägt sich aus privaten Spenden“, erklärt der Gottesdienstleiter, während der Opferkorb herumgeht.

Danach gehen die Kinder und Teenager in ihre eigenen Gruppen, die parallel zum Hauptgottesdienst in den Nebenräumen stattfinden. Von 0 – 16 Jahren haben die Heranwachsenden ein auf ihr Alter abgestimmtes Programm. Etwa 15 Teenager und 25 Kinder verlassen den Saal.

Der Erstbesucher ist erstaunt, wie locker und unkonventionell sich Pastor Mumssen auf der Bühne bewegt, während er seine biblischen Ausarbeitungen präsentiert. Im Anzug und mit Headset-Mikrophon nimmt er seine Zuhörer mit auf eine Reise durch die Bibel, bei der ihm eines wichtig ist: So wie die Menschen zu biblischen Zeiten Gott erlebt haben, so lässt Gott sich auch heute erleben. ‚Sehr lebensnah‘, findet der Erstbesucher, auch wenn er sich an den persönlichen Predigtstil erst gewöhnen muss.

Nach der Predigt steht vor der Kanzel ein Seelsorge- und Gebetsteam bereit, um für Kranke und Gebet-Suchende persönlich zu beten. Die Gemeinde erhebt sich und betet mit. Gemurmel erfüllt den Saal.

Es folgen Vater Unser, Segen und Verabschiedung. Punkt 12 Uhr ist der Gottesdienst zu Ende und alle sind noch zu Kaffee und Kuchen ins Foyer eingeladen. Die Kinder kommen aus ihren Gruppen und werfen sich ihren Eltern in die Arme. ‚Nächstes Mal bringe ich meine Frau mit‘, denkt sich der Besucher.

Esther Dymel-Sohl