Küchenchefin Claudia Redman

NDR1 Welle Nord auf Reportage bei der Elmshornern Tafel

Von Esther Dymel-Sohl

„Vergesst nicht, die Sellerieknollen klein zu schnippeln!“ instruiert Küchenchefin Claudia Redmann noch schnell ihre Mitarbeiter, bevor sie sich dem NDR1 Welle Nord Reporter Robert Tschuschke und seinen Fragen widmet. Dieser begleitet das Mitarbeiterteam der Elmshorner Tafel einen ganzen Tag lang mit seinem Mikrofon, um seine Radiohörer an dem Arbeitsalltag einer Tafeleinrichtung teilhaben zu lassen. 

Spender gesucht

Hier wird das Essen frisch zubereitet

Unter dem Motto „Hand in Hand für Norddeutschland“ wird der NDR im Fernsehen, in den Radiosendern und online seine Zuschauer und Hörer vom 02. – 13. Dezember 2013 zu Spenden für die Tafeln in Norddeutschland aufrufen. „Wir haben uns die Tafel in Elmshorn für eine Radio-Reportage ausgesucht, weil sie ihren Gästen täglich ein warmes Essen anbietet – die meisten Tafeln haben ausschließlich eine Lebensmittelausgabe“ so Robert Tschuschke. Derzeit werden dort 300 bis 350 warme Mahlzeiten pro Woche gekocht. Darüber hinaus gibt es an vier Tagen der Woche zusätzlich noch eine Warenausgabe von gespendeten Lebensmitteln. Dann gehen 300 Lebensmitteltüten über den Tisch. 

Die Lebensmittelausgabe

„Die Menschen, die sich Lebensmittel abholen, haben einen anderen Hintergrund als diejenigen, die zum Mittagessen kommen“, sagt Claudia Redmann ins Mikrofon. „Zur Lebensmittelausgabe kommen hauptsächlich ausländische Mitbürger, die sich aufgrund ihrer andersartigen Essgewohnheiten ihre Mahlzeiten selbst zu Hause zubereiten.“

Chili gekocht …

Claudia Redmann präsentiert: Chili con Carne

Während sie spricht, summt und brummt es im Foyer des Christus Zentrum Arche, dem Träger der Elmshorner Tafel: Gäste holen sich Lebensmittel ab, die Mitarbeiter laufen hin und her, um den Tafelapparat am Laufen zu halten und das Mikrofon nimmt alles auf: Stimme und Atmosphäre. So bekommt der Radiohörer gleich den richtigen Eindruck. Schade nur, dass er das Chili Con Carne nicht riechen kann, das mit seinem feinwürzigen Duft die Räumlichkeiten erfüllt.  Aber der Reporter weiß, wie er seinen Hörern das Sinneserlebnis doch vermitteln kann: 

Auch die Tür zum Kühlraum macht Geräusche...

„Hm, das duftet hier aber gut. Was gibt es denn heute?“ will er von der Küchenchefin wissen. Und die erzählt ihm, dass es zu dem mexikanischen Gericht  Kartoffeln oder Reis als Beilage gibt, das Essen immer einen Tag im Voraus vorbereitet wird, die Mahlzeiten immer frisch am Tag der Ausgabe gekocht werden und die Mitarbeiter bereits um 11.00 Uhr selbst zu Mittag essen, bevor von 11.45 – 13.00 Uhr die Pforten für die Gäste geöffnet werden. Und dabei klappern Herr Tschuschke und Frau Redmann ordentlich mit den Küchengeräten – damit sich der Radiohörer auch durch die richtigen Audioreize alles gut vorstellen kann. 

Kraft geschenkt …

Seniorchefin Gerda Radel

 „Bitte noch die Karotten schälen!“ Schnell wird auch jetzt wieder das Mikro auf die Hände der fleißigen, ehrenamtlichen Mitarbeiter gerichtet, damit die Schälgeräusche später auch gut über den Äther kommen und das Gesagte verdeutlichen.

Seniorchefin Gerda Radel erklärt, warum sie 1998 bei der Gründung der Elmshorner Tafel überhaupt bereit war, die Küchenleitung zu übernehmen und der Reporter staunt nicht schlecht, dass diese energiegeladene  Frau bereits 78 Jahre alt ist. Und sie werde auch noch weiterhin helfen, solange Gott ihr die Kraft dazu schenke, sagt sie nachdrücklich. 

Vor Ohren gemalt …

Kassenwartin Dörte Lippold

Nach und nach stellen sich die Gäste für ein warmes Essen für einen Euro an. Robert Tschuschke stellt sich ihnen vor und beobachtet dabei, wer ihm mit offenem Blick begegnet. Zu diesen Personen gesellt er sich beim Essen dazu und kommt mit ihnen ins Gespräch. Sie erzählen ihm aus ihrem Leben, wie wichtig es für sie ist, täglich zur Tafel kommen zu können und wie gut das Essen schmeckt. Der Reporter nickt zwischendurch nur mit dem Kopf – ohne persönliche Kommentare. Denn die würden ihn nachher nur stören, wenn er seine einzelnen Aufnahmen zusammenschneidet, um den Radiohörern in seinem zweiminütigen Beitrag den Alltag bei der Elmshorner Tafel vor Ohren zu malen. 

Isolation beendet …

"Vielen Dank für Ihre Offenheit!"

Pastor Hans-Peter Mumssen beschreibt noch einen tieferen Sinn der Tafelarbeit in Elmshorn: „Durch das Angebot eines warmen Mittagessens wollen wir den Menschen helfen, aus ihrer sozialen Isolation herauszukommen.“ Leider ist das Mikrofon aus. Deshalb muss er diesen Satz gleich nochmal sprechen, weil er so bezeichnend war und diesmal wird er aufgenommen.

Beim Hinausgehen verabschiedet sich Reporter Tschuschke noch von zwei Tafelgästen persönlich, mit denen er gut ins Gespräch gekommen ist. „Vielen Dank auch für Ihre Offenheit!“

„Vergesst nicht, die geschälten Kartoffeln für morgen in den Kühlraum zu stellen!“ hört er die Küchenchefin noch ihren Mitarbeitern zurufen, bevor die Tür hinter ihm ins Schloss fällt. 

Der genaue Sendetermin der Radioreportage auf NDR1 Welle Nord wird noch bekanntgegeben.