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Editorial CZA-Magazin 1. Ausgabe 2019

Esther Dymel-Sohl

„Was lange währt, wird endlich gut.“ Das Ergebnis war die Mühe wert. Das kann man wirklich sagen, angesichts unserer ersten Ausgabe des CZA-Magazins, sollte sie doch 2018 bereits erschienen sein. Doch von der ersten Idee bis hin zur gedruckten Ausgabe gab es einige Hürden zu überwinden. Langer Atem und immer wieder die Bereitschaft zum Umdenken waren gefragt. So mancher Weg zeigte sich als Sackgasse. Also wieder zurück und nach neuen Wegen suchen. Dabei dranbleiben, sich neu motivieren, nicht die Lust verlieren.

Auch David Hock erzählt in seinem Portrait über Thomas Depmer davon, wie es ist, wenn das Leben neue Wendungen nimmt. Und wie gut es ist, sich auf den Einen verlassen zu können, der sich nie verändert und uns hilft, Veränderungen anzunehmen: Der Geist Jesu Christi. Er führt uns in der Zeit dazwischen, wenn man noch nicht genau weiß, was am Ende wird - wenn Geduld und Spucke gefragt sind. Manchmal sehen wir nur das großartige Ergebnis, wie das Abschlussfest des Alpha Kurses zum Beispiel, ohne vor Augen zu haben, wie viel Durchhaltevermögen und Gottvertrauen Hans Kalkman und sein Team bis dahin brauchten. Und wie der Geist Gottes sie in der Zeit dazwischen, wenn es unwegsam und steinig wurde, geführt und geleitet hat.

Was ist für dich der Heilige Geist, haben wir einige aus dem CZA gefragt. Die Antworten sind persönlich und regen zum Nachdenken an. Und auch Pastor Hans-Peter Mumssen macht uns Mut, dem zu vertrauen, der uns hilft, das Leben zu meistern: Dem Geist Gottes.

Inspirierte Leseminuten wünscht

Esther Dymel-Sohl

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Danke

Nach zweieinhalb Jahren Arbeit wurde heute der letzte Abschnitt der neuen WC-Anlage eingeweiht. Ein ganz herzliches Dankeschön an Martin Homburg, der maßgeblich für den Bau verantwortlich war und alles in ehrenamtlicher Arbeit fertigstellte. 

Foto: Thorsten Berndt

"Die Gedanken sind frei"

Grünen-Politikerin Eka von Kalben im Gespräch im Christus-Zentrum Arche, Elmshorn
Die Gesprächsrunde (Foto: Thorsten Berndt)

„Ich habe den ZDF-Fernsehgottesdienst im August hier im Christus-Zentrum Arche live vor Ort miterleben dürfen und war begeistert von Ihrer Art, Gottesdienst zu feiern und Glauben zu leben“, eröffnet Eka von Kalben das Gespräch. Im Rahmen ihrer Religionstour ist sie als religionspolitische Sprecherin und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag vom 15.– 19.10.2018 in Schleswig-Holstein unterwegs, um sich persönlich ein Bild von den unterschiedlichsten Glaubensgemeinschaften im Land zu machen.

Menschen wollen ihren Glauben leben

In der Öffentlichkeit habe Religion mittlerweile eine vielfach abschreckende Wirkung, weil die Menschen mit dem Islam oft gleich Terror, mit der katholischen Kirche Kindesmissbrauch und mit den Juden politische Unruhen in Israel in Verbindung brächten. Dem wolle sie entgegenwirken, Positives herausstellen, aber auch Negatives kritisch hinterfragen, „weil hinter jeder Religion Menschen stehen, die einfach ihren Glauben leben wollen. Und die Religionsfreiheit ist ein hohes Gut, verankert in der deutschen Verfassung.“ So standen eine christliche Schule, ein evangelisches Schulungszentrum, ein buddhistischer Hauskreis, eine Diakonissenanstalt, zwei jüdische Gemeinden, ein katholisches Kloster, muslimische Glaubensgemeinschaften sowie eine Freikirche - das Christus-Zentrum Arche (CZA) - auf ihrem Programm.

Eka von Kalben, Hans-Peter Mumssen (Foto: Thorsten Berndt)

Trennung von Staat und Kirche

Die von den Grünen immer wieder geforderte Trennung von Staat und Kirche lebt das CZA als Freikirche jeden Tag. „Da wir keine Babys taufen, sondern nur Menschen, die sich willentlich für ein Leben mit Gott entscheiden, sind wir nicht Teil der Staatskirche“, so Pastor Hans-Peter Mumssen. Die Freiwilligkeit des Einzelnen habe oberste Priorität in der Pfingstgemeinde, die zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) gehört. Das Glaubensbekenntnis begründe sich allerdings vollkommen auf dem reformatorisch evangelischen und so sei das CZA mit allen Kirchen in Elmshorn auf Augenhöhe. Allerdings sehe er die Freikirchen von den Medien oftmals unberechtigterweise in eine fundamentalistische Ecke gedrängt.

„Wir als Freikirche finanzieren uns ausschließlich von Spenden.“ Dem CZA sei es wichtig, möglichst wenig Geld in Gebäude und möglichst viel in Menschen zu stecken. „Der ZDF-Regisseur hat unseren Versammlungssaal mit einem Augenzwinkern eine Garage mit Kreuz genannt“, erzählt seine Frau Angela Mumssen hinsichtlich der dürftig sakralen Ausstattung der Räumlichkeiten.

Gelebte Integration

Ob in diesen Räumen auch Kirchenasyl gewährt wird, will Frau von Kalben wissen. Theoretisch sei dies möglich, praktisch allerdings schwer umsetzbar, weil täglich rund 120 Menschen Lebensmittel bei der Elmshorner Tafel abholen, dem sozialen Dienst des CZA, der in den Räumlichkeiten der Gemeinde stattfindet. „Außerdem kommen täglich weitere 40 bis 80 Personen zum Mittagstisch der Tafel“, so Dörte Lippold, die diesen Dienst koordiniert.

Dass die Flüchtlingswelle aufgrund der unterschiedlichen Kulturen auch bei der Elmshorner Tafel zeitweise für Unruhe sorgte, wird zwar angemerkt, aber nicht problematisiert. Ein Klima des gegenseitigen Respekts sei oberstes Ziel. Mittlerweile kommen 30 Geflüchtete regelmäßig zum sonntäglichen Gottesdienst, der simultan über Kopfhörer in Farsi übersetzt wird. Kritisch sei der Umgang mit den Geflüchteten nach Erfahrung von Hans-Peter Mumssen vielfach vor deutschen Gerichten, „wo den asylantragstellenden Menschen nicht geglaubt wird, dass sie Christen sind. Sie werden in Sippenhaft genommen, weil es Einzelne gibt, die den christlichen Glauben nur als Fahrkarte in die deutsche Gesellschaft annehmen. Auch mir als Pastor, der ich immer wieder als Fürsprecher für Einzelne vor Gericht aussage, die ich persönlich kenne und über Monate begleite, wird schlichtweg nicht geglaubt“, so Pastor Mumssen. Nichtsdestotrotz helfen mittlerweile viele iranische Mitbürger auch bei der Tafel mit. „Gelebte Integration“, findet Eka von Kalben.

Foto: Thorsten Berndt

Religionsfreiheit

Integration müsse auch an Schulen stattfinden. Und sie erzählt, dass die Grünen auf eine interreligiöse Wertevermittlung an Schulen setzen, in denen der Religionsunterricht derzeit auf evangelische und katholische Religion beschränkt sei. Christian Turkat leitet die Jugendarbeit im CZA. Zu den Jugendgottesdiensten kommen jeden Freitag zwischen 30 und 40 Jugendliche zwischen 12 und 21 Jahren. Er ist selbst Lehrer und erzählt, dass er Religionsunterricht an Schulen vielfach gar nicht mehr konfessionsgebunden erlebe. Stattdessen würden Jugendliche, die ihren Glauben offen bekennen, von Religionslehrern belächelt werden. Wieder ein Anlass zum Diskurs in dieser Gesprächsrunde, in der Eka von Kalben am Ende feststellt: „Auch der Humanismus ist ein Glaube an einen Nicht-Gott.“ Ihrer Auffassung nach sei jeder Mensch auf der Suche und habe eine religiöse Sehnsucht. Deshalb müsse der angedachte interreligiöse Schulunterricht auf gegenseitigem Respekt, aber vor allem auf der Einhaltung des Grundgesetzes gegründet sein. Dem fügt Pastor Mumssen hinzu: „Wichtig ist, sich immer wieder klarzumachen, dass Religionsfreiheit auf christlichen Wurzeln gewachsen ist.“

Und so endet nach zwei Stunden aus zeitlichen Gründen der Austausch, weil die Presse vor der Tür steht und der nächste Termin bei den Aleviten im Rahmen der Religionstour ansteht. Schnell werden noch Fotos gemacht: in der „Garage mit Kreuz“, wie der ZDF-Regisseur so schön sagte.

Esther Dymel-Sohl

von links: Christian Turkat (CZA), Bernd Biggemann (die Grünen), Silvia Meißner-von Frühlich (die Grünen), Dörte Lippold (CZA), Bent Schubert (die Grünen), Angela Mumssen (CZA), Eka von Kalben (Landtagsabgeordnete der Grünen), Sven Herrmann (die Grünen), Hans-Peter Mumssen (CZA)

Aktuelles aus den Kieler Nachrichten (22.05.2018)

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