Gesundheit für den ganzen Menschen

von Hans-Peter Mumssen

Ein wichtiges Thema

Es gibt kaum ein Thema, das junge und alte Menschen mehr beschäftigt als das Thema Gesundheit - und zwar im umfassenden Sinne. Wie bleiben oder werden wir gesund nach Geist, Seele und Leib? Dabei gibt eine große Kluft zwischen Ländern mit Wohlstand oder Ländern, in denen permanenter Mangel vorherrscht. Während die einen darum ringen, überhaupt etwas zu essen zu bekommen, beschäftigen sich andere mit immer neuen Diäten und Spezialernährungsplänen. Während die einen um ihr nacktes Leben fürchten, befürchten andere eine sinkende Lebensqualität. Und während die einen schreckliche Dinge sehen und erleben müssen, ziehen sich andere einen Horrorfilm nach dem anderen rein. Unsere Welt klafft also auseinander, doch das Thema Gesundheit beschäftigt uns hier wie dort.

Was lehrt die Bibel?

Wenn es um Heilung geht, dann fallen uns Christen meistens zwei Sachen dazu ein: einerseits die medizinische Versorgung in unserem Land und andererseits die Heilungswunder der Bibel. Doch die Bibel berichtet nicht nur von übernatürlichen Wundern, sondern ist auch voller Weisheiten und Anweisungen, wie wir geistlich, seelisch und körperlich gesund bleiben und werden können. Ehe wir uns also mit dem übernatürlichen Wirken Gottes beschäftigen, schauen wir uns einmal das Wunder dieser Schöpfung an, in die Gott die Fähigkeit zur Heilung mit hineingelegt hat. Während eine Maschine nur von außen repariert werden kann, haben unser Körper und auch unsere Seele einen „inwendigen Arzt“. Wie viele unserer vielen Wunden, Schrammen, Schürfungen und anderer kleinen Verletzungen sind von selbst verheilt, sodass man sie heute nicht mehr entdecken kann? Und auch größere Verletzungen wie Knochenbrüche, Bänderrisse, Schnitt- oder Platzwunden verheilen und hinterlassen nur geringe Spuren. Ja selbst die ganz großen Eingriffe können überstanden werden, weil unser Körper regeneriert und versucht, Fehlendes auszugleichen. In unseren Adern existiert eine „Polizei“, die ständig im Einsatz ist und Schädliches unschädlich macht. Jüngste Forschungen haben ergeben, dass selbst unser Erbgut ständig repariert wird. Auch unsere Seele besitzt solche Selbstheilungskräfte. Wir sind schon im natürlichen Leben das reinste Wunderwerk. Doch auch das größte Wunderwerk bedarf der Pflege!

Reinheit

Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament werden wir aufgefordert, uns zu reinigen. Ganz praktisch gab es im Alten Bund viele Anweisungen zum Thema Reinheit. Menschen sollten sich waschen, ihre Exkremente nicht überall liegen lassen, bestimmte Tiere und Fleischsorten meiden und etliches mehr. Wir lächeln vielleicht darüber, weil wir schon mit dem Geruch von Desinfektionsmitteln aufgewachsen sind, was nebenbei gesagt heute schon wieder neue Probleme erzeugt, nämlich die einer Überreinlichkeit und fehlender natürlicher Abwehrkräfte. Doch noch im Mittelalter grassierten entsetzliche Seuchen, weil alte biblische Gebote einfach nicht beachtet wurden. So steht zum Beispiel geschrieben, dass jemand, der einen Toten berührt hat, für sieben Tage unrein ist und sich waschen soll. (siehe 4.Mos. 19,11-12) Die Missachtung dieser Anweisung führte bis Anfang des 20. Jahrhunderts dazu, dass viele Frauen an Kindbettfieber starben. Heute wissen wir von Bakterien und Viren, doch schon vor mehr als 3000 Jahren gab Gott Anweisungen zur Reinheit, die solche Infektionen verhindern hätten können.

Reinheit der Seele

Nun hat Gott im Neuen Bund Dinge gereinigt, die zuvor noch als unrein galten, z.B. den Verzehr von Fleisch unreiner Tiere. (siehe Apg. 10,9-15) Was die körperliche Hygiene anbelangt, sind wir gut informiert. Doch Hygiene ist viel mehr als nur die Vermeidung von Schadstoffen. Warum z.B. rauchen so viele Menschen, obwohl sie wissen, dass es ihnen und auch anderen schadet? Weshalb haben nicht wenige ein gestörtes Verhältnis zum Essen? Wie kommt es, dass einige sich fast überhaupt nicht mehr bewegen, während andere wieder exzessiv Sport betreiben, was genauso schädlich für ihren Körper sein kann? Die Ursache liegt in unserer Seele. Auch unsere Seele benötigt eine Art Hygiene. Jesus Christus sagte einmal: „Was zum Mund hineingeht, das macht den Menschen nicht unrein; sondern was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein.“ (Matt.15:11) Diesen Satz verstanden die Jünger Jesu nicht. Deshalb erklärte er ihnen, was damit gemeint war: „Versteht ihr denn nicht, dass alles, was man durch den Mund in sich aufnimmt, in den Magen gelangt und dann wieder ausgeschieden wird? Was jedoch aus dem Mund herauskommt, kommt aus dem Herzen, und 5 diese Dinge sind es, die den Menschen unrein machen. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Aussagen, Verleumdungen. Das ist es, was den Menschen unrein macht; aber mit ungewaschenen Händen essen macht ihn nicht unrein.“ (Matt.15:17- 20) Wie gehen wir mit solchen Gedanken um? Es geht nicht darum, dass wir solche Gedanken gar nicht haben, dann betrügen wir uns nur selbst. Es geht darum, ob wir sie als Fremdkörper betrachten oder sie gewähren lassen und uns womöglich in sie hineinsteigern. Betrachte ich solche Gedanken als Fremdkörper, versuche ich mich davon zu reinigen. Lasse ich sie allerdings gewähren, dann gefallen mir Bücher, Filme, Internetseiten, Gespräche und Chats, die genau das zum Ausdruck bringen, was gerade in mir aufsteigt. Im schlimmsten Fall gerate ich so in eine Endlosschleife, die mich nicht mehr loslässt. Hygiene ist das Gegenteil von gewähren lassen. Hygiene will den Schmutz nicht gewähren lassen, sondern will ihn entfernen. Wir brauchen also neben einer körperlichen Hygiene auch eine für unsere Seele und unsere Gedanken - quasi weiße Blutkörperchen der Seele, die alles Unreine hinausschaffen. Doch wie soll die funktionieren?

Der reine Geist

An etlichen Stellen lesen wir in der Bibel etwas von unreinen Geistern. Das sind Geister, die versuchen einen Menschen zu beherrschen, ihn zügellos zu machen. Die Gedanken des Herzens zu verstärken, bis sie am Ende ausgeführt werden. Genau umgekehrt verhält es sich mit dem Heiligen Geist. Von ihm wird gesagt: Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2.Tim.1:7) Der Heilige Geist macht uns nicht zügellos, sondern besonnen, nicht kraftlos, sondern kräftig, nicht unentschlossen und verzagt, sondern entschlossen, in der Liebe Gottes zu handeln. Der Heilige Geist hat die Kraft, unsere Seele zu reinigen. Doch müssen wir auch wissen, wovon sie gereinigt werden soll. Dieses Wissen vermittelt uns das Wort Gottes. Die beste Hygiene für unsere Seele, unseren Geist und auch Körper ist also, konsequent in der Bibel zu lesen und Gottes Geist in unserem Leben wirken zu lassen. Das wiederum führt dazu, dass wir ein reines Gewissen haben, oder besser gesagt ein gereinigtes Gewissen. Die Geister und Lebensweisen, die uns zuvor noch in die Tiefe gerissen haben, werden außer Kraft gesetzt. Stattdessen rüstet uns Gott mit einem Geist und einer Lebensweise aus, die uns nach oben führt. Wir bekommen im wahrsten Sinne des Wortes wieder Oberwasser.

Wunder

Das sind also die Schritte, die wir gehen können, damit wir nach Geist, Seele und Leib gesund werden und bleiben. Doch auch, wenn wir so leben, können wir krank werden - körperlich, mental, also seelisch, oder auch geistlich, wenn uns Zweifel plagen. Was nützt dann all unsere Hygiene? Ich meine, sehr viel. Wir haben nämlich gelernt, mit Gottes Geist und seinem Wort zusammenzuarbeiten. Außerdem leiden wir nicht unter einem ständigen schlechten Gewissen, das uns anklagt und uns in der Furcht lässt, etwas falsch gemacht zu haben. Wir kennen ja inzwischen Gottes Reinigungskraft und das macht uns Mut, ein Wunder von Gott zu erwarten. Und selbst, wenn ein äußerliches Wunder auf sich warten lässt, geschieht es doch ständig am inwendigen Menschen, wie geschrieben steht: „Deshalb verlieren wir nicht den Mut. Denn wenn wir auch äußerlich aufgerieben werden, so werden wir doch innerlich jeden Tag erneuert.“ (2.Kor.4:16)

Fazit

Ich halte also noch einmal fest: Nicht das, was uns krank machen will, ist unser Problem, sondern die Missachtung dessen, was uns gesund machen und halten will! Wir leben nicht gesünder, wenn wir versuchen, alles Schädliche von uns fern zu halten. Das wird uns nämlich nie gelingen. Wir leben weder körperlich noch seelisch noch geistlich in eine sterilen Welt. Und selbst wenn alles steril wäre, wäre es unsere Innenwelt noch lange nicht. Wir brauchen ein himmlisches Immunsystem: Gottes Geist und Gottes Wort und den Entschluss, mitzuwirken. So erfahren wir Gesundung nach Geist, Seele und Leib.

Pastor Hans-Peter Mumssen