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Gedanken zur Tageslosung

für Freitag, den 04.04.2025

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Losungswort
Er wird sich unser wieder erbarmen und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.
Micha 7,19

Lehrtext
Wenn wir unsere Schuld eingestehen, ist Gott treu und gerecht: Er vergibt uns die Schuld und reinigt uns von allem Unrecht, das wir begangen haben.
1. Johannes 1,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Erkennen und bekennen

Das heutige Losungswort spricht davon, dass Gott Sünde und Schuld bildlich gesprochen „auf ewig versenken“ will. Im Lehrtext wiederum geht es zusätzlich darum, was der Vergebung Gottes vorausgeht – nämlich das Erkennen und Bekennen der eigenen Schuld und Sünde. Darauf möchte ich heute näher eingehen.

Oft sieht man die Schuld der anderen wesentlich schneller als die eigene. Für die einen steht beispielsweise fest, wer Schuld an der Invasion in der Ukraine hat – nämlich Russland. Andere sehen das genau umgekehrt. Ähnliches beobachten wir in Bezug auf den Angriff der Hamas auf Israel. Verschiedene Gruppen in dieser Welt betrachten die Schuldfrage oft komplett gegensätzlich. Damit rückt Vergebung in weite Ferne, die Kriegsgefahr dagegen in unmittelbare Nähe.

Was wir im Großen erleben, geschieht auch im Kleinen, z.B. bei einem Nachbarschaftsstreit, bei Streit in der Familie oder am Arbeitsplatz. Schuld ist zunächst immer der andere. Nun lesen wir, dass Gott vergeben und uns von allem Unrecht reinigen will. Durch das Opfer Jesu Christi hat er alle Voraussetzungen dafür geschaffen. Menschlich gesehen möchten wir aber oft, dass vor allem die gegnerische Seite ihre Schuld erkennt und eingesteht. Jesus Christus allerdings lehrt uns Folgendes: Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig wurden.(1) Mit dieser Bitte aus dem Vaterunser bekennen wir, dass wir genauso Vergebung benötigen wie unsere Gegner, selbst dann, wenn wir uns in einem speziellen Konflikt nichts zuschulden kommen lassen haben. Wie viel mehr aber, wenn auch wir Schuld auf uns geladen haben.

So fordert Jesus uns auf, zu vergeben, weil auch wir grundsätzlich Vergebung brauchen. Wie ich es sehe, führt nur dieser Weg zu einer Versöhnung zwischen Gott und uns, und ebenso untereinander. Sind wir bereit, ihn zu gehen?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt. 6,12 [Neue Genfer Übersetzung]

Als Gebet heute eine Strophe aus dem Kirchenlied: „Mir ist Erbarmung widerfahren“

Mir ist Erbarmung widerfahren,
Erbarmung, deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren,
mein stolzes Herz hat’s nie begehrt.
Nun weiß ich das und bin erfreut
und rühme die Barmherzigkeit.
Text: Philipp Friedrich Hiller (*1699 ✝1769)


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